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 Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."

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Darren Travers

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BeitragThema: Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."   Do Nov 06, 2014 12:15 am

Martha hatte die letzte Kerze wohl schon vor Stunden gelöscht. Man konnte dennoch den süßlichen Geruch noch riechen, man konnte ihn noch schmecken, während man durch die dunkle Wohnküche hindurch schlich, an den gelöschten Kerzen und Räucherstäbchen vorbei und hinüber zum kleinen Fenster trat. Rae's blasse Hände glitten rasch über den rostigen Griff des Fensters, öffnete diese und ließ die kalte Nachtluft hinein, die ihr zusammen mit dem verseuchten Gestank der Londoner Straßen ins Gesicht schlug. Reflexartig rümpfte sie die Nase, sah ein wenig finster hinaus und beobachtete noch einen Betrunkenen durch die Gasse wanken, ehe sie sich einen Stuhl ans Fenster stellte, hinauf kletterte und sich über den Simms lehnte, nur um mit einer kleinen silbernen Schere am windschiefen Blumenkasten herum zu pfuschen und einige Blätter abzuschneiden.
Ein Geräusch wehte jäh über die dunkle Straße, ein lautes Schimpfen, das wahrscheinlich von dem Betrunkenen stammen musste. Rae zuckte zusammen und krallte sich fast schon in die Blüten der Kamille, die sie gerade abgeschnitten hatte, ehe sie beinahe panisch vom Stuhl sprang und das Fenster wieder schloss. Ihr Herz pochte, sie horchte und hoffte, dass Martha nicht wach geworden war, nicht jetzt und vor allem nicht wenn sie immer drohte die anderen zu wecken-
Rae musste nicht einmal herum wirbeln, sie hörte schon Schritte und warf gerade noch ihren Kopf nach hinten, als sie schon die dunklen Augen ihrer Vermieterin aufblitzen sah. Martha war eine ältere Frau, sie war schon weit über 30 und war normalerweise nicht so verbittert, wie sie jetzt gerade aussah, doch die nächtliche Aktion Rae's schien sie geweckt zu haben.
"Bist du von allen guten Geistern verlassen, was machst du denn noch jetzt-", sie stockte, Rae hatte ihren Mund schon leicht geöffnet, ihr Herz pochte immer schneller gegen ihre Brust, während sie langsam von ihrer zusammen gezuckten und gebeugten Haltung aufstand und spürte wie ihr Mund immer trockener wurde. Martha war währenddessen erstarrt. Sie sah auf den Boden, glotzte besser gesagt darauf und starrte direkt auf das Pentagramm welches Rae vorhin noch mit Salz ausgestreut hatte.
Verdammt. Sie war doch erst seit ein paar Wochen hier… Sie war doch gerade erst eingezogen…
"Du-", fing Martha an, ihre Stimme zitterte, sie sah zu Rae, die die Kräuter immer noch in der Hand hatte, zusammen mit der Schere, die jäh im Mondlicht aufblitzte und ein wenig unter ihrem Griff anfing zu zittern. "Heilige Mutter Gottes", keuchte die Ältere auf, umgriff ihren Kruzifix, den sie im den Hals trug und machte automatisch einen Schritt zurück. Rae konnte sehen, dass sie Angst hatte und das machte ihr Angst. Sie sollte keine Angst haben, sie wollte doch niemandem etwas tun, deswegen war sie doch hier-
Martha öffnete ihren Mund und wollte schreien, doch Rae war schneller.

Als sie wieder ihre Augen öffnete, klebte Blut an ihren Händen. An ihrem Mund. Rae war sich nicht sicher wie lange sie in der engen Gosse gesessen hatte, wie lange sie schon von ihrem neuen alten Zuhause weg war, bis sie neben sich blickte und den ganzen Krempel sah, den sie hastig in einen Sack gepackt hatte und damit abgehauen war. Die anderen Mädchen hatten nichts davon mitbekommen. Martha war die einzige gewesen und jetzt… ja jetzt war sie tot.
Rae runzelte die Stirn und fluchte laut, rieb sich zitternd über ihren Mund und wischte das klebrige Zeug an ihren hellen Ärmeln ab, die danach ebenfalls blutig glänzten. Verdammt. Am besten sie begab sich jetzt in irgendeine Kneipe. In einen Gasthof an den Docks, der nur von kranken Individuen wimmelte, damit sie weit weg von dieser Gegend kam. Weg von White Chapel und weg von der blutigen Leiche in dem Frauenhaus, welches sie gerade noch ihr Heim genannt hatte. Dort würde sie niemand danach fragen, dort würde man sie ignorieren genauso wie sie es wollte.
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Kaddi

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BeitragThema: Re: Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."   Do Nov 06, 2014 12:47 am

Es war laut, es war stickig und überall waren Menschen. Es war genauso, wie Gwin es normalerweise mochte. Denn Menschen bedeuteten Geld und Geld bedeutete Essen.
Ihre Augen blitzten immer wieder durch den Raum, suchten die Gesichter ab, aber der Trottel war anscheinend immer noch unterwegs. Wie schwierig konnte es sein, ein paar Münzen aufzutreiben?
Sie schüttelte genervt den Kopf und konzentrierte sich dann wieder auf ihre Karten. Sie hatte heute Abend genug verdient und wollte eigentlich nur, dass der Trottel auftauchte und sie gehen konnte. Es war ihr immer ein wenig mulmig zumute, wenn sie länger in einer Kneipe sitzen musste, in der sie vorher gearbeitet hatte. Schließlich konnte jederzeit jemand bemerken, dass sein Geldbeutel um einiges leichter war, als es eigentlich sein konnte. Oder dass ein Kartenspiel eigentlich nur vier Asse beinhaltete.
Gut, wenigstens war es warm hier drin. Die letzten Nächte hatte sie in einem der stillgelegten Teile der Kanalisation verbracht und heute Abend würde es wahrscheinlich auch nicht besser werden. Gut, wenigstens war es da unten trocken und man wurde nicht im Schlaf erdrosselt.
Wieder sah sie sich um, blieb kurz an der Wirtin hängen, die sie immer wieder böse anfunkelte, weil sie nun schon seit mehreren Stunden an ein und demselben Bier nippte, ließ ihren Blick dann weiter wandern, über all die abgerissenen Gestalten. Sie waren nah am Hafen. Die meisten hier waren Seeleute. Irgendwelche armen Schweine, die nur für ein paar Tage hier waren, ihre komplette Heuer am ersten Abend versoffen um dann von ihren Frauen angeschrien zu werden.
Dann gab es allerdings auch noch Leute wie sie, die, die an den versoffenen Seeleuten verdienten. Genauso zerrissene Gestalten. Sie grölten mit den Seeleuten mit, aber immer wieder verschwanden ihre Hände in Taschen, die eindeutig nicht ihnen gehörten und man merkte, dass sie vielleicht doch nicht ganz so betrunken waren, wie sie taten.
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Darren Travers

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BeitragThema: Re: Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."   Do Nov 06, 2014 1:30 am

Die Musik aus der Taverne konnte Rae schon draußen auf der kalten Straße hören. Sie war nicht allzu laut. Doch der Wind trieb sie durch die Ritzen der Fenster, durch die angelehnte Tür und hin zu ihrem Ohr. Einige versoffene Gestalten humpelten an ihr vorbei, einer raunte ihr noch etwas entgegen, wohl was ihren nächtlichen Tarif betraf, doch Rae ignorierte es mit einem Augenrollen und stieß die Tür zur Kneipe auf, nur um sich dann an einem Thorwaller vorbei zu quetschen, der ein wenig orientierungslos durch den Türrahmen gekippt war. Diese Kerle waren ihr ohnehin schon immer seltsam vorgekommen. Sie hatten ihr persönlich zwar noch nie etwas angetan, doch sie hatte von ihnen einige Geschichten gehört, vor allem von ihrem Heimatland, welches wohl weit im nördlichen Westen liegen musste.
Rae schüttelte kaum merklich ihren Kopf und unterbrach den Gedanken. Es war jetzt nicht wichtig, wichtig war, dass sie sich unters Volk mischte, vielleicht versuchte mit Marthas Geld ein paar Stunden hier unter zu kommen und dann in einen anderen Stadtteil zu verschwinden, zumindest bis sie wusste was sie zu tun hatte. Sollte sie ihren Namen ändern? Einen Gedanken hatte sie schon daran verschwendet, vor allem da sie ihren aktuellen sowieso nur irgendeiner kleinen Diebin gestohlen hatte, die sie beim Durchwühlen ihrer Taschen erwischt hatte. Es war ein Fehler von ihr gewesen sich vorher noch so intensiv mit ihr zu unterhalten. Ihr ihren Namen zu verraten. Sie war jetzt tot und Rae lebte und das war gut so. Sie würde Crow nicht den Genuss gönnen ihren Tod zu feiern. Niemals.
Während sie noch so ihren Gedanken hinterher hing, hatte sie sich auch schon durch den eng besetzten Eingangsbereich gequetscht und war in die Mitte der Taverne vorgedrungen, in der einige Tische sogar freistanden. Rae setzte sich unverzüglich an einen von ihnen, legte ihre Tasche zwischen ihre Füße und kickte diese ein wenig unter die hölzerne Bank und an die Wand hinter ihr heran, damit niemand sie ihr wegnehmen würde. Sie war normalerweise nicht so paranoid, doch nach den heutigen Ereignissen fand sie, dass sie allen Grund dazu hatte.
Ihr Blick wanderte ein wenig über die Gesichter der anderen Gäste, ignorierte dabei die fliegenden Strähnen in ihrem Blick ihres schmutzig blonden Haares, und stellte rasch fest, dass sie wohl von den Meisten hier nichts zu befürchten hatte. Sie waren alle betrunken oder müde. Dazu kam, dass sie nicht die hellsten waren und Rae wusste, dass sie diese Leute täuschen konnte, wenn sie denn nur wollte. Außer… ihr Blick war weiter gewandert und an einem rothaarigen jungen Burschen hängen geblieben, der ein paar Schritte weiter am selben Tisch saß und einige Spielkarten neben ihrem Bier ausgelegt hatte. Rae erkannte schnell, dass sie gezinkt waren, wahrscheinlich weil sie die einzig nüchterne Person in dieser Gott verlassenen Taverne war und vielleicht auch zur Abwechslung mal damit rechnete von allem und jedem über den Tisch gezogen zu werden.
Also blieb ihr Blick an dem Fremden haften und sie bestellte eher beiläufig ein Bier bei der Schankmaid, die an ihren Tisch geschlurft gekommen war, ehe ein voller Krug vor ihr abgestellt wurde. Vielleicht lag es am langsamen Abklingen ihrer Aufregung, vielleicht auch an dem Rausch der Jugend, die wieder durch ihre Adern pumpte, doch sie konnte nicht an sich halten und starrte. Hatte sie nicht eigentlich unbemerkt bleiben wollen? Hm, vielleicht bemerkte sie der kleine Leckerbissen ja gar nicht, wenn sie ihn so dreist ansah.
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BeitragThema: Re: Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."   So Jan 18, 2015 9:56 pm

Ihr war klar, dass sie heute kein Geld mehr machen würde. Zumindest nicht genug, als dass sich der Aufwand lohnen würde. Die meisten hier drin hatten kaum noch etwas in den Taschen und selbst wenn, dann waren sie eher auf etwas anderes aus, als auf ein Kartenspiel. Und bevor die Männer hier allzu aufdringlich wurden, wollte sie weg sein.
Der erste ging schon zielstrebig auf ihren Tisch zu und obwohl sie ihn regelrecht hasserfüllt anstarrte, blieb er nicht stehen. Stattdessen setzte er sich neben sie auf einen der Stühle. Gwin wollte schon aufstehen und einfach gehen, als der Kerl auf einmal seine Hand auf ihre legte. Blitzschnell zog sie unterm Tisch ihren Dolch und hielt ihn ihm zwischen die Beine. "Nimm deine dreckigen Pfoten von mir!",knurrte sie, noch bevor er fragen konnte, wie viel sie kostete. Der Mann fühlte sich anscheinend in seiner Ehre gekränkt, aber er ließ sie los und zog, nicht ohne sie eine 'dumme Hure' zu nennen (was sie offensichtlich nicht war) ab. Sie hatte damit gerechnet, dass er sie angreifen würde, aber entweder war er zu betrunken oder er hatte keine Lust auf Ärger. Vielleicht traf auch beides zu. Ihr war es egal. Sie hoffte nur, der Trottel würde bald da sein, damit sie verschwinden konnte.
Bis es allerdings so weit war, würde sie besser nicht allein hier sitzen bleiben. Der nächste der sie anfasste, wäre vielleicht nicht so nett und auch sie hatte keine Lust darauf, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Kurz sah sie sich also in dem kleinen Schankraum um, bis ihre Augen an denen einer Frau hängen blieben, die sie ungeniert anstarrte. Gwin fragte sich, ob sie eine Dirne war, die vielleicht durch ein Kartenspiel ein wenig dazu verdienen wollte, oder ob sie zu dem fahrenden Volk gehörte, dass vor den Stadtmauern lagerte, aber eigentlich war es ihr egal.
Zwar würde sie auch allein klar kommen, aber wenn man nicht allein war konnte man dem Ärger besser aus dem Weg gehen. Und so wie die angezogen war, würde sie die ganzen Kerle ablenken, die auf eine schnelle Nummer aus wahren.
Also stand sie auf, drängte sich an der gröhlenden Masse vorbei und lächelte die Fremde an. "Lust auf ein Spielchen?"
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BeitragThema: Re: Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."   So Jan 18, 2015 10:10 pm

Während im Hintergrund einige der betrunkenen Kerle anfingen laut zu grölen und ein Lied anzustimmen, das Rae wohl den ganzen Rest der Woche in ihren Ohren begleiten würde, bemerkte sie wie der Bursche aufstand und auf sie zu ging. Gerade eben hatte ein Kerl ihn angesprochen, ihn angepackt und hatte sich dann ganz schnell verzogen, aber bei hatte es Rae gar nicht mitbekommen. Sie war immer noch zu sehr unter Anspannung war und von den Gedanken heimgesucht wurde, was passieren würde, wenn sie Marthas Tod zu ihr zurück verfolgen konnten. Es würde die Runde machen. Ein Gespräch durch die ganze Stadt, wenn sie nicht entkam. Sie würde verbrannt werden, wie ihre Schwestern und Brüder und das machte ihr solche Angst, dass sie noch bleicher wurde, als sie ohnehin schon war und sich ihre rot bemalten Wangen ihrer Farbe so stark entledigten, dass sie wohl eher tot als lebendig wirken musste.
Sie wollte sich ablenken und sah stattdessen zu dem Typ, der langsam auf sie zu gelaufen kam. Jetzt konnte sie ihn auch besser betrachten. Er war groß, schlank und alles andere als Männlich. Sie schätzte, dass er noch sehr jung war, vielleicht ein Halbstarker, wenn sie in Betracht zog, dass er noch keinen Bart hatte.
Doch das war ihr egal. Sie hatte schließlich die letzten Monate ihr Geld auch als Hure verdient, warum sollte sie sich nicht so auch für heute Nachte in sicheres Bett besorgen? Es war ihr auf jeden Fall lieber mit dem Jüngling das Bett zu teilen, als mit irgendeinem alten Sack, der ihre Arbeit nicht zu wertschätzen wusste.
Sie nippte an ihrem Bier und sah zu ihm auf als er sie ansprach, hob dabei leicht ihre Brauen und fing an zu Lächeln. So süßlich wie es eben nur ging.
"Gern, Kleines", schnurrte sie und musterte ihn von oben bis unten, ehe sie sich über die Unterlippe mit ihrer Zunge strich und sich ein wenig nach vorn beugte, damit er direkt in ihre großzügigen Ausschnitt sehen konnte und vielleicht das gelbe Tuch bemerkte, welches an ihren Gürtel angeheftet war.
"Was möchtest du denn spielen? Karten? Oder etwas… interessanteres?"
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BeitragThema: Re: Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."   So Jan 18, 2015 10:36 pm

Während die Frau vor ihr mit ihr sprach, erkannte Gwin das gelbe Tuch, dass sie eindeutig als Dirne auszeichnete. Gut. Dann wäre konnte Gwin etwaige Freier zu ihr weiter schicken. So war ihnen beiden geholfen.
Doch dann redete die Hure weiter und Gwin verzog das Gesicht. Ihr war klar, dass sie nicht besonders weiblich wirkte, in ihrer Hose und dem langen Mantel. Die immer noch recht kurzen Haare halfen auch nicht. Im Normalfall hätte sie es einfach so stehen lassen. In dieser verdammten Welt war es einfacher als Mann zu leben als als Frau. Und irgendwie vermisste sie es ein bisschen, von jedem ernst genommen zu werden. Aber hier war es eindeutig besser, der Frau vor sich zu sagen, dass man kein potentieller Freier war.
Sie setzte sich, legte ein leichtes Grinsen auf ihre Lippen und meinte: "Ich muss dich enttäuschen." Dann öffnete sie ihren Mantel und zeigte damit ihr Mieder, dass ihr ein eindeutig weibliches Dekolletee bescherte. "Mit mir kannst du leider nur Karten spielen."
Immer wieder sah sie zur Tür, aber der Trottel war immer noch nicht da. Also würde sie eben weiter hier bleiben müssen. "Ich kann dir auch die Zukunft vorhersagen, wenn du möchtest. Ob du einmal heiraten wirst, oder wie viele Kinder du bekommst. Vielleicht willst du auch etwas spezielles fragen? Zwei Kupfer und ich verrate es dir."
Eigentlich wollte sie sich nur noch irgendwohin legen und schlafen. Aber wenn der Trottel noch lange weg blieb, konnte sie das vergessen. Sie hätte ihm nie vertrauen sollen. Nur weil sie auf dem gleichen Schiff gewesen waren, hieß das noch lange nicht, dass er wirklich tat was man ihm sagte. Wahrscheinlich war er schon lange über alle Berge und verhurte ihr schwer verdientes Kupfer mit einer Hafendirne wie der, die vor ihr saß.
Sie betrachtete sich die Frau vor ihr nun etwas genauer. Blond war sie und natürlich stark geschminkt, wie das in ihrem Gewerbe eben üblich war. Gwin war sich immer nicht sicher, ob diese Frauen nun schlau waren oder einfach zu bemitleiden. Gut, sie verdienten wenigstens noch etwas, wenn sie sich schon zu irgend einem widerlichen Mann legen mussten, aber in einer Ehe war es immerhin jede Nacht derselbe Versager.
Eins war an dieser Frau allerdings ungewöhnlich. Gwin fragte sich, ob sie dieses Geschäft schon lange machte. Sie sah nicht so verbraucht aus, wie die meisten anderen, die Gwin sonst in solchen Kneipen traf. Wenn sie sich nicht irrte, hatte die Blonde sogar noch alle Zähne.
Gwin seufzte und fragte sich, wo sie selbst wohl heute Nacht schlafen würde und wie sie morgen aussehen würde.
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BeitragThema: Re: Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."   Mo Jan 19, 2015 12:13 am

Ein wenig enttäuscht schürzte sie die Lippen, als der Bursche vor ihr sich als vollbusige Frau entpuppte, die sich wohl nur gern in alten Säcken kleidete und die sie wohl deswegen so fatal als Mann eingestuft hatte. Naja… als ob sie das im weiteren Verlauf gestört hätte…
"Oh, schade. Ich dachte schon ich könnt mir an dir eine goldene Nase verdienen", sagte sie und ihr Lächeln verließ schlagartig ihr Gesicht, nachdem es sich zu einem aufgesetzten bitteren verändert hatte. Sie lehnte sich wieder zurück und verschränkte ihre Arme, sah die Frau vor sich ein wenig zögernd an, hörte sie und fing dann an laut zu lachen.
Die Kleine wollte ihr die Zukunft vorhersagen? Ihr? Nun gut, sie posaunte nicht gerne herum, dass ihre Kräfte, die sie gerne einmal für ein paar Gaunereien benutzte, echt waren, also würde sie der Fremden jetzt auch nicht auftischen, dass sie ebenfalls eine Wahrsagerin war und zudem nicht einmal eine schlechte. Sie musterte sie einen Moment, spitzte ihre Lippen nachdenklich ehe sie langsam nickte und ihr Lachen abebben ließ.
"Gut, von mir aus. Zeig mir meine Zukunft. Ich bin gespannt was du kannst. Aber wir machen einen Deal in Ordnung?", sie sah die andere einen Moment an, ehe sie wieder anfing zu lächeln und sich kurz im Schankraum umsah.
"Du wartest auf jemanden, nicht wahr? Jemand, der dir ein Bett für die Nacht organisiert, vielleicht?", sie legte ihren Kopf einen Moment schief und grinste dann ein wenig breiter.
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BeitragThema: Re: Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."   Mo Jan 19, 2015 12:23 am

Gwin schnaubte. An ihr konnte man sich ganz bestimmt keine goldene Nase verdienen. Das sagte schon ihre Kleidung. Zumindest sollte diese das sagen. Und niemanden auf die Idee kommen lassen, dass sie an ihrem Gürtel einen vollen Beutel Münzen hängen hatte.
Die Frau vor ihr legte ihr gespieltes Lächeln ab und Gwin wunderte sich nicht. Jetzt, da sie kein potentielles Kupfer mehr darstellte, war sie niemand, wozu man es gebraucht hätte.
Wenigstens wollte die Dirne ihre Zukunft wissen. Da waren sie alle gleich. Zumindest wenn sie noch jung waren und noch Hoffnung hatten. Sie alle träumten davon, irgendeinen reichen Schnösel zu finden, der sie dann auf ihre Burg mitnahm. Gwin hätte über so eine Vorstellung die Augen gerollt, wenn sie nicht eine gute Geldquelle wäre und ihr somit nützte.
Dann allerdings redete die Frau weiter und Gwins Augen verengten sich. "Was für ein Deal?" Sie war kein Freund von dummen Spielchen. Sie log der Frau etwas vor und die gab ihr ihr Geld. Ganz einfach. Wenn sie sie irgendwie übers Ohr hauen wollte, würde Gwin verschwinden. Auch, wenn sie vielleicht später noch einmal unauffällig vorbei gehen und die Dame um ein paar Kupfer für ihre Frechheit erleichtern würde.
"Ja ich warte auf jemanden. Und?",fragte sie und wunderte sich nicht darüber, dass die Frau es gemerkt hatte. Sie sah schließlich dauernd zur Tür und ihre Kleidung sah eben nicht gerade so aus, als käme sie aus der edlen Gesellschaft.
Trotzdem sah sie die andere misstrauisch an. Sie war komisch. Und Gwin war auf der Hut. Wer wusste schon, ob dieses Weibsstück nicht genauso falsch war, wie ihr Lächeln.
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BeitragThema: Re: Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."   Mo Jan 19, 2015 12:39 am

"Oh sehr gut, ich hatte also recht - dann weiter: Du wartest auf jemanden. Wenn du jemanden suchst, der dir eine sichere Nachtruhe gewährleistet, könnte ich dich damit bezahlen, was sagst du dazu?", sie hob ein wenig die Brauen und ihr Lächeln verschwand. "Ich meine es ernst. Ich hab einen Karren ein nur ein paar hundert Schritte von ihr entfernt. In einer Seitengasse. Dort kannst du schlafen ohne von irgendwelchen von diesen Drecksäcken angefasst zu werden und ich bekomme meine Zukunft vorher gesagt. Ich bin… ein wenig knapp bei Kasse, ich geb's gerne zu. Da würde mir ein kleiner Blick in die Zukunft bestimmt helfen wieder neuen Mut zu schöpfen", sie lächelte wieder ein wenig und legte einen verträumten Blick auf.
Sie wusste, dass die meisten ihrer Kolleginnen in White Chapel davon geträumt hatten, dass sie ein reicher Freier heiraten würde. Es war lächerlich und Rae wusste das. Immerhin hatte Crow einiger dieser Bordelle betreut oder sie aufgebaut und sie alle hatte ihn gewollt. Schon vor 40 Jahren hatten die Weiber sich um ihn gerissen und damals hatte er noch nicht einmal das Imperium aufgewacht, welches er jetzt inne hatte. Ihr Lächeln wurde ein wenig breiter. Dass letztes Endes sie es gewesen war, die ihn bekommen hatte und ihn dann fast getötet hatte, war wohl dem seltsamen Humor des Schicksals zu verdanken. Jetzt hatte sie nur Glück, dass er nie in London ein Haus besessen hatte, sodass sie sich hier in Ruhe verstecken konnte. Zumindest bis dieses Missgeschick von ihr ein wenig Staub angesetzt hatte und er sie vergessen hatte. Obwohl sie bezweifelte, dass er das jemals tun würde.
"Ich träume schon lange davon, dass ich einen Mann finde, mit dem ich aus White Chapel fliehen kann", sagte sie und legte ihre Hände auf ihre Wangen, die augenblicklich erröteten und sie ihre Augen schloss. "Vielleicht kannst du mir ja sagen, ob das jemals wahr werden wird? Und ich lasse dich dafür bei mir schlafen - wie wäre das?"
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BeitragThema: Re: Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."   Mo Jan 19, 2015 12:52 am

Gwin musste ein Augenrollen unterdrücken. Natürlich wollte sie das. Aber gut, wenn sie dafür in einem Wagen schlafen konnte... und selbst wenn diese Dirne sie überfallen wollte (und das wollte sie, da war Gwin sich fast sicher) dann würde sie ihr blaues Wunder erleben. Und ihren Wagen wäre sie dann vielleicht auch los. Wenn sie sie ausrauben würde, hatte sie schließlich nichts anderes verdient.
Gwin legte ein falsches Lächeln auf, nahm die Hand der Frau in ihre und starrte eine Weile darauf. Dann fuhr sie mit ihrem Finger einige Linien ab und meinte: "Du wirst ein langes Leben haben. Einmal wirst du sehr krank, aber auch wieder gesund." Ihre Augen fuhren weiter über die Linien, von denen sie eigentlich nicht die geringste Ahnung hatte und sie fuhr fort. "Was die Männer angeht, es wird viele geben, aber auch einen, der wichtiger ist als die anderen. Groß ist er und dunkle Haare hat er. Er wird sich in dich verlieben. Ihr werdet sogar Kinder haben. Drei Stück wenn ich richtig sehe."
Es war die typische Rede, die sie immer hielt, wenn sie einer Frau begegnete, die ledig war und es nicht einfach hatte. Nur die Zahl der Kinder und die der Männer variierte. "Ihr werdet erst nicht sehr reich sein. Aber dann sehe ich ein Erbe, dass euch zu fällt. Ihr werdet leben wie die Könige in Frankreich."
Noch einmal schenkte sie der Frau ein aufgesetztes Lächeln und ließ schließlich ihre Hand los. "Mehr kann ich für einen einfachen Schlafplatz leider nicht sagen. Aber ich hoffe, es hilft dir weiter."
So. Dann konnte sie bald ins Bett. Auch, wenn ihre heutige Nacht ganz sicher nicht so geruhsam sein würde, wie sie vielleicht gehofft hatte. Schießlich musste sie auf die dumme Hexe aufpassen. Falls die doch nicht so strohdumm war, wie sie tat.
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BeitragThema: Re: Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."   Mo Jan 19, 2015 1:04 am

Ein weiteres Lächeln zog sich über ihre geschminkten Lippen, deren Farbe sich aus einer Mischung von Lippenrot und Blut ergaben, was die Fremde natürlich nicht sehen konnte. Dafür lächelte sie sie immerhin zu nett an, errötete wieder und schloss einen Moment die Augen, als sie ihre Hand wieder von der Fremden nahm und sich über ihre Wangen fuhr.
"Ein Mann mit dunklem Haar… ich glaube ich weiß, von wem du sprichst", sie klang zwar erleichtert und legte eine Verträumtheit in ihre Stimme, die sie beinahe selbst zum würgen brachte, doch sie musste zugeben, dass die Beschreibung des Dunkelhaarigen sie zu stark an Crow erinnert hatte. Ein kalter Schauer war über ihren Rücken gefahren und sie hatte sich erinnern müssen, dass die Frau ihr Gegenüber nicht wirklich wahrsagen konnte. Sie hörte es aus ihrer standart Geschichte heraus, die Rae nur den Menschen auftischte, wenn sie gerade keine Muse hatte ihre Kräfte wirklich zu benutzen. Es war anstrengend und manchmal sehr unnötig. Doch die Sache mit Crow war noch nicht lange her, sodass sie es auf die kurze Zeitspanne, die seitdem vergangen war, schob, dass sie gleich an ihn denken musste. Dass er sich in sie verliebt hatte…
Wieder unterdrückte sie ein Würgen und lächelte die Fremde wieder an. "Gut. Dann kannst du bei mir schlafen. Keine Sorge. Ich kann den Wagen von innen abschließen und du bist dort sicher. Gehen wir", sagte sie und stand auf, nur um ihr Bier unbezahlt stehen zu lassen. Die Wirtin hatte sie vergessen. Sie war sich nicht sicher, ob es daran lag, dass sie gewollt hatte, dass sie sie ohne die Zeche zu bezahlen gehen ließ oder ob ihre Magie gar nicht gewirkt hatte. Dafür war sie heute wahrlich zu zerstreut gewesen und so machte sie sich einfach schnell aus dem Staub mit der Fremden direkt an ihren Hacken.
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BeitragThema: Re: Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."   Mo Jan 19, 2015 1:15 am

Der Wagen in den die Fremde sie geführt hatte, war voller Zeug, dass Gwin für ganz und gar unnötig hielt. Teures Geschirr, Krimskrams, aller möglicher Plunder eben. Aber was hatte sie von so einer auch erwartet? Vielleicht war sie ja doch so dumm wie sie tat.
Ihr eigenes Zeug hatte sie in einem Rucksack auf ihrem Rücken immer bei sich. Draußen, unter einem der Zugänge zur Kanalisation stand noch eine Kiste mit den Dingen, die sie nicht jeden Tag brauchte. Die, von denen sie nicht wollte, dass sie gestohlen wurden. Doch selbst mit dieser Kiste würde sie nie und nimmer so viel unnützes Zeug zusammen bekommen, wie diese Frau es besaß. Aber gut, das war immerhin etwas, das sie später verkaufen konnte. Denn warum sollte eine Fremde sie dazu einladen bei sich zu schlafen, wenn nicht, um sie um ein paar Kupfer leichter zu machen.
"Nett hast du es hier",log sie und setzte sich auf den Boden. Sie wusste nicht, was sie sonst noch groß sagen sollte. Eigentlich wollte sie die ganze Sache so schnell wie möglich hinter sich bringen und dann London verlassen. Vielleicht hörten dann sogar diese verdammten Träume endlich auf. Sie schob sie darauf, dass sie schon viel zu lange wieder hier war. Bei diesen ganzen Erinnerungen die da auf einen einströmten, musste man schließlich irre werden.
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BeitragThema: Re: Wenn du ganz leise bist, kannst du im Wind den Ruf des Drachens hören: "... ich bin nicht schwuuuuul..."   Mo Jan 19, 2015 1:32 am

"Danke", kommentierte sie zuckersüß, während sie die Tür hinter sich schloss und sich auf das Bett setzte, welches einen Großteil des Wagens ausmachte und nur aus einer einfachen Matratze bestand, die mit Stroh gefüllt worden war, allerdings eine Decke übergeworfen hatte, die sie nur eindeutig gestohlen haben konnte. Keine ihrer Kolleginnen hätte so etwas besitzen können und wenn sich Rae so zurück erinnerte, konnte sie nur von Glück reden, dass Crow nicht nur ein sehr dekadenter Mann gewesen war, sondern auch ein verdammt reicher. Sie hatte einige Dinge mitgehen lassen, als sie ihn verlassen hatte und war inzwischen deswegen doch sehr zufrieden mit sich.
Sie setzte sich auf das Bett und lehnte sich zurück an ein großes Kissen, welches allerdings doch ihren Stand verriet. Es war ebenfalls so einfach wie die Matratze und aus Leinen, in das wohl ebenfalls nur Stroh gestopft worden war.
"War auch viel Arbeit", log sie und lächelte dann, ehe sie der Fremden den Rücken zudrehte und ihr noch zu murmelte, jetzt aber schlafen zu wollen. Sie tat dies mit Absicht, sodass die andere dachte, dass sie ihr vertraute, wenn sie ihr schon so bereitwillig den Rücken zuwandte und erfühlte noch einen Moment das Messer unter ihrem Kissen, ehe sie versuchte ein wenig weg zu dösen, ehe sie der anderen die Kehle aufschneiden würde…

Die Turmuhr hatte schon vor längerer Zeit 12 geschlagen, als Rae wieder ihre Augen öffnete. Der Wagen war dunkel. Sie konnte nur etwas erkennen, da das Mondlicht leicht durch das kleine Fenster an der Front ein wenig hindurch schien und sich schwach in ihrem Spiegel reflektierte, der nicht unweit von ihrem Bett an eine der Wände gelehnt stand.
Sie hob leicht ihren Kopf, horchte und hörte die regelmäßigen Atemzüge der Fremden, ehe sie sich dann langsam aufrichtete und ihr Messer fest in ihre Hand packte. Ein Lächeln überzog ihr Gesicht, während sie darüber nachdachte, ob sie das Blut der Fremden vielleicht doch in eine ihrer Flaschen füllen sollte und ihrer Abstinenz eine kleine Pause geben sollte, ehe sie dann die rothaarige an der Schulter packte und herum zog, nur um ihr das Messer an die Kehle zu halten und-
Selbst kaltes Metall an ihrer eigenen zu spüren. Verdammt.
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