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 Zusatz: Roel besucht Crouch in Askaban

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Roel Salem
Slytherin
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Anzahl der Beiträge : 564
Anmeldedatum : 11.09.13

BeitragThema: Zusatz: Roel besucht Crouch in Askaban   Sa Jul 12, 2014 1:25 am

Die Gitterstäbe vor ihr waren kahl und verrostet. Einzelne Farbstückchen blätterten leicht von ihnen ab, fielen geräuschlos zu Boden und wurden von dem immer währenden Keuchen und Wimmern der Insassen begleitet.
Roels atmete tief ein, während sie an den vielen verschiedenen Zellen vorbei ging, dicht gefolgt von Finley, dessen Patronus (ein Hund) beschützend vor ihnen her lief und alle Dementoren vertrieb.
Askabans Luft war kalt und hüllte die Hexe und ihren Begleiter in eisigen Nebel, der einerseits von den Dementoren und andereseits von der Gischt der Nordsee draußen vor den Toren des Gefängnisses herrührte. Roel fröstelte und Finley legte einen Moment seine Hand auf ihren Rücken, fast schon so als ob er sie beruhigen wollte, doch er brachte sie damit zum halten.
Sie waren da.
"Danke, dass du mitgekommen bist, Fin", hauchte Roel, sah einen Moment hinüber zu dem jungen Zauberer, der ihr ein halbherziges Lächeln schenkte. Ihm fiel es augenscheinlich genauso schwer wie ihr hier nur ein Funken gute Laune zu spüren und das lag nicht nur an den schwarzgewandeten Kreaturen über ihnen.
Sie hatte gerade seinen Vater besucht und nun war jemand dran, der Roel einmal viel bedeutet hatte. Da war es verständlich, dass sie nicht anders konnten, als mit versteinerten Mienen durch die Hallen zu gehen.
Die Zelle vor ihnen war nicht anders als die anderen. Sie unterschied sich auch nicht durch den Todesser, der darin hauste, nein, er war genauso ein Verbrecher, wie die anderen, außer dass er wohl als einziger von den Dementoren gemieden wurde. Sie schienen um ihn herum zu schweben, als ob er nicht existieren würde, doch Roel konnte seinen Atem und das belustigte Lachen seinerseits sehr gut hören.
"Ihr habt lange gebraucht. Dachte schon, ich würde nie Besuch kriegen..." Seine Stimme klang heiser, man konnte hören wie seine Zunge nervös über seine Oberlippe leckte, während er die dünne raue Decke, die er über seinen dünnen Körper gezogen hatte, von seinem Gesicht hinunter zog.
Seine Augen stachen aus ihren Höhlen hervor, die dunklen Augenringe ließen ihn aussehen wie ein lebendes Skelett das grinsend zu Roel und ihrem Begleiter hinüber sah, bei deren Anblick er augenblicklich aufhörte zu lächeln.
"Roel?", flüsterte er und rappelte sich auf, stolperte hastig hinüber zu den Gittern und hielt sich dort fest, sah der blonden Hexe direkt in die Augen, die sich kein Stück nach hinten bewegte. Sie wusste, sie durfte keine Furcht bei ihm zeigen.
"Barty", sagte sie trocken und versuchte ihre Stimme nicht all zu sehr zum schwanken zu bringen. Die Begegnung kratzte doch ein wenig an ihren Nerven.
"Holst du mich hier raus- Du holst mich hier raus, nicht wahr? Du weißt ich würde euch nichts tun, du weißt es", sagte er schnell, Roel bemerkte wie seine gerade noch so selbstbewusste Fassade mit ihrem Anblick gebröckelt war. Er hatte Angst und obwohl die Dementoren ihm nichts anhaben konnten, saugten sie ihm jegliches Glück aus den Knochen, jegliche Wut von der er früher immer gezehrt hatte.
"Ich werde nichts tun, Barty. Du weißt das. Ich wollte dich sehen, weil ich finde, dass ich dir das schuldig bin." Roel spürte wie Fins Hand sich an ihrem Umhang festhielt und dann nach oben zu ihrer Schulter wanderte, um sie zu halten. Schließlich hatte sie das vorhin auch bei ihm getan, als er seinen Vater gesehen hatte.
"Ist er das?", sagte Crouch stattdessen, sah Roel hoffnungsvoll an, bevor sein Blick zu Finley huschte.
"Nein. Es ist ein Mädchen, Barty. Sie heißt Rowan. Das ist Finley, Avery's Sohn. Du kennst ihn, weißt du noch-?"
"Ja, nein - Roel bitte, ich will sie sehen, bitte hol mich hier raus, ich werde euch helfen, ihr wisst, dass ich das kann-"
"Crouch!", knurrte Roel schließlich und sie trat einen Schritt näher auf die Gitter zu, rappelte sich aus Finleys Griff frei und sah dem Mann in die Augen, mit dem sie die schlimmsten Jahre ihres Lebens verbracht hatte. Er war alt geworden, genauso wie sie.
"Du bist nicht ihr Vater", sagte sie schließlich und presste ihre Lippen aufeinander.
"Sag das nicht, sag es nicht, bitte Roel - meine süße, kleine Roel, bitte - weißt du noch, dass ich dir versprochen hab, dass ich dich einmal heirate? Weißt du das noch, ich habs dir doch versprochen, Roel, ich hab doch-"
"Nein", antwortete sie abermals und krallte sich nun genauso an den Gittern fest wie er, kam ihm immer näher und wiederholte ihre Worte, als sie nur noch wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt war. "NEIN."
Schließlich wich sie zurück und wimmerte einen Moment auf. Ihre Gefühle waren so intensiv geworden, seit sie ihre Seele wieder hatte, das war bestimmt alles. Sie weinte einige Tränen, ehe Finley seine Hand wieder auf ihren Rücken legte und ihr beruhigende Worte zusprach. Er verstand nicht, doch das war Roel egal, ihr reichte es, wenn sie seine Hand spüren konnte.
"Es ist okay… wir gehen", sagte sie noch rasch, ehe sie sich eigentlich ohne sich umzudrehen, abwenden und gehen wollte, doch bevor sie einige Meter gehen konnte, rief Crouch ihnen etwas hinterher.
"Ihr sucht Sullivan nicht wahr?"
Finley hielt jäh inne und sah zurück. Obwohl Roel ihn aufhalten wollte, konnte sie ihn nicht stoppen, ihr Griff glitt von seiner Hand und er trat abermals vor den Todesser, der ihn grinsend ansah und wissend lächelte.
"Ihr sucht Dr. Sullivan, nicht wahr? Groß, schlaksig und früh ergraut, ein alter sadistischer Drecksack-" Seine Zunge schnellte abermals über seine Oberlippe, während Finley ihn scharf ansah und seinen Zauberstab gegen sein Gesicht hob.
"Und was wenn ja?"
"Ich kenne ihn. Sehr gut sogar und ihr solltet wissen, dass ich einiges an Informationen zu bieten habe… wenn ihr mich nur hier raus lasst."
Finley schwieg für einen Moment, Roel kam ihm jedoch zu vor etwas zu sagen und schüttelte dabei vehement ihren Kopf. "Nein, ganz sicher nicht. Nicht du, nicht nachdem du-"
"Versucht hast den dunklen Lord zu stürzen, oh wie böse, Roel! Ich bin schon ein schlimmes Kerlchen!", grinste Crouch in sich hinein, fletschte seine Zähne, ehe er weiter sprechen wollte, doch sie kam ihm zuvor.
"Doch nur, weil du seinen Platz einnehmen wolltest", knurrte sie gereizt und zog nun ebenfalls ihren Zauberstab.
"Wer sagt das, hm? Deine kleinen Freunde vom Ministerium oder Potter oder oh nein all die Menschen, die Sullivan auf dem gewissen hat. Oder die anderen Todesser, zu denen ich nicht gehöre? Vielleicht, vielleicht haben sie ja recht, aber du kannst dir nicht sicher sein, ob ich nicht unrecht habe. Ich weiß etwas."
Roel hielt inne und Finley senkte langsam seinen Zauberstab.
"Er hat recht", murmelte er und sie sah ihn einen Moment flehend an. "Wir brauchen ihn, Roel", sagte er weiter, während sie wieder ihre Lippen aufeinander presste. Das wollte sie nicht, nicht für ihre Familie und nicht für Rowan.
"Gut", zischte sie schließlich und wandte sich mit tränenden Augen ab.
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