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 Sammy und Rhydian

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Jack Donahue
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BeitragThema: Sammy und Rhydian   Mi Sep 11, 2013 8:33 pm

Der Raum war so vornehm eingerichtet, wie er es selten gesehen hatte. Selbst in Hogwarts war das Mobiliar meistens nicht so ausgewählt. Wenn er ehrlich war, schüchterte ihn das ein wenig ein, aber er musste diesen Makel der Angst endlich hinter sich lassen. Schließlich war er nun hier. Endlich. Gut, er war noch nicht aufgenommen, aber wenigstens waren sie ihm bisher noch nicht auf die Schliche gekommen.
Sein Geheimnis war sicher. Noch.
Er verdrängte diesen Gedanken schleunigst und konzentrierte sich stattdessen auf den Raum in dem er auf das... wie sollte er es anders nennen als Bewerbungsgespräch wartete. Er selbst saß auf einem recht unbequemen Stuhl, vor dem ein Schreibtisch aus, wenn er hätte schätzen sollen, Mahagoni stand. Und dahinter ein lederner Ohrensessel. Allein die Stühle zeigten an, welchen Rang er erst einmal besetzen sollte und wer hier das sagen hatte.
Doch das war in Ordnung. Solange er nur dabei war. Er hasste die Muggel. Er hasste sie wirklich. Gerade weil seine Eltern dazu gehörten. Gut, bei Schlammblütern war es etwas anderes. Da er selbst eines war, konnte er deren Versklavung nicht ganz objektiv sehen. Ihm wäre es lieber gewesen, wenn man das von Schlammblut zu Schlammblut unterschiedlich geregelt hätte. Ja, diese Granger aus Gryffindor, die gehörte einfach nur weg. An sich diese ganzen Gryffindors und auch die Hufflepuffs waren unnötig. Wenn sie richtige Zauberer waren konnte man ja auch da individuell gucken, was ihnen zustand, aber die Schlammblüter... er fand, wenn sie in Slytherin waren, sagte das doch schon genug. Und genau dieses Kriterium erfüllte er.
Er bemerkte, dass er die Serviette vom letzten Mittagessen aus der Tasche gezogen hatte und sie in kleine Fetzen zeriss. Seine Aufregung war greifbar.
Wenn sie ihn erkannten... was wenn sie es schon wussten? Würden sie ihn für die Dreistigkeit töten, bei ihnen vorzusprechen?
Er starrte wie gebannt auf die Tür, seinem Schicksal entgegen. Was auch immer passieren würde, in ein paar Minuten würde er es wissen.

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Zuletzt von Jack Donahue am Mi Apr 08, 2015 2:35 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Rhydian Rockwood
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Mi Sep 11, 2013 8:34 pm

Rhydian rückte seine Krawatte zurecht, fuhr sich durch die Haare und atmete einmal tief durch. Dies war das erste Mal, dass er alleine eins dieser Gespräche führen würde. Er hatte seinem Vater des Öfteren bei welchen zur Seite gestanden und hatte sich all seine Techniken und Verhaltensweisen eingeprägt. Des Weiteren hatte er sich die Reaktionen und Verhaltensweisen der „Bewerber“ eingeprägt. Er war vorbereitet, auf jede einzelne Situation. Da war er sich sicher.
Er griff nach der Türklinke und trat ein.
Vor ihm saß ein … er wusste nicht, wie er es beschreiben sollte. Aber es sah schrecklich aus. Ungepflegt und mit Metall im Gesicht. Rhydian verstand das nicht. Warum jagten sich Menschen mit Freude Nadeln durch die Haut und verunstalteten so ihr Äußeres? Das ergab keinen Sinn. Rhydian würde wohl niemals verstehen, warum sich Menschen freiwillig so etwas antaten.
Er blickte auf den Mahagoni-Tisch, der zum Teil von diesem komischen Typen verdeckt wurde. Dann würde er diese lästige Aufgabe hinter sich bringen. Dem würde er es sicherlich nicht leicht machen.
So was als Todesser … also bitte.

„Donovan, wenn ich mich nicht irre. Entschuldigen Sie die Verspätung.“
Er war nicht zu spät. Und natürlich wusste Rhydian, dass das Sam Donahue war. Ein wenig Verwirrung und Erniedrigung für den Anfang sollte genügen. Das zeigte, wer von ihnen beiden die Oberhand hatte. Und inwiefern Donahue bereit war, sich unterzuordnen. Sein Aussehen sprach nicht für Gehorsam und die Bereitwilligkeit, sich Befehlen zu fügen.
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Jack Donahue
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Mi Sep 11, 2013 8:35 pm

Sam zuckte kurz zusammen, als die Tür aufging. Jetzt war es soweit. Der Mann der eintrat machte ihm einen strengen Eindruck. Auch wenn er um einiges jünger war, als Sam erwartet hatte.
Er bemerkte, wie der Todesser ihn musterte und glaubte zu sehen, dass er nicht gerade erfreut war. In dem Moment wurde sich Sam seiner wuscheligen Haare und den Piercings schmerzlich bewusst. Er hatte nicht darüber nachgedacht, dass das die Todesser vielleicht stören könnte. Doch jetzt war es zu spät und er musste definitiv damit aufhören auf seiner Lippe herum zu beißen. Verdammt nochmal, reiß dich zusammen!
Dann sprach der Mann seinen Namen auch noch falsch aus und stellte sich nicht vor. Sam war sich nicht sicher, wie er ihn nun anzusprechen hatte und viel kleinlauter aus geplant sagte er: „Ähm... nein, mein Name ist Donahue. Sam Donahue.“
Verdammt nochmal, er benahm sich wie eine kleine Schlammblut – Memme! Er räusperte sich kurz und schluckte einmal. Er musste sich zusammenreißen. Nein, er würde sich zusammenreißen.
Aufmerksam betrachtete er sein Gegenüber, wagte aber nicht, zu fragen, was der andere wissen wollte. Er wollte warten, bis man ihn ansprach. Damit konnte er ja nichts falsch machen. Oder?
Noch einmal ging er die Dinge durch, die er erzählen wollte. Seine Mutter war Muggel, ja, aber Halbblütern war es gestattet bei den Todessern dabei zu sein. Selbst wenn sie unter Muggeln aufgewachsen waren. Das zeigte schon Severus Snape und, wenn man den Gerüchten Glauben schenken wollte, sogar der Dunkle Lord selbst.
Er würde ihnen einfach auftischen, dass seine Mutter mit einem Zauberer fremd gegangen war. So wie er es sich selbst seit Jahren einredete, wenn er ehrlich war. Dieses Monster war nicht sein Vater, somit konnte er ihn auch verleugnen. Seine Mutter hätte er am liebsten gleich mit aus seinem Lebenslauf gestrichen, aber leider war eine Mutter um einiges Schwieriger zu verschleiern.
Immer wieder musste er sich davon abhalten auf dem nun unliebsamen Piercing herumzukauen. Verdammt nochmal, warum hatte er die Dinger auch nicht einfach raus genommen?
Was würde er sagen, wenn der Mann ihn fragen würde, warum er dabei sein wollte? Würde der einfache Hass auf Muggel ausreichend sein? Die Überzeugung, dass Magie mehr wert war, als dieser ganze Technik – Kram mit dem er aufgewachsen war? Ob diese Frage wohl überhaupt gestellt werden würde?
Er musste sich beherrschen, dass ihm unter dem prüfenden Blick des Todessers nicht die Beine zitterten, aber hier musste er durch, wenn er irgendwann einmal dabei sein wollte.

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Rhydian Rockwood
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Mi Sep 11, 2013 8:35 pm

„Donahue, ja ja“, sagte Rhydian leise und so beiläufig, als interessiere es ihn nicht. „Mein Name ist Rhydian Rookwood. Einfach zu merken, nicht wahr?“
Es war keine wirkliche Frage, aber die Nervosität des Jungen brachte ihn irgendwie aus dem Konzept. Er schien nicht wirklich ängstlich, so wie einige der anderen, die auf demselben Stuhl gesessen hatten. Er war freiwillig hier und trotzdem war er eingeschüchtert, durch die bloße Anwesenheit eines Todessers.
Rhydian setzte sich in den Sessel, der auf der anderen Seite des Schreibtisches stand, dann beugte er sich nach vorne und stützte das Kinn auf die verschränkten Hände, nachdem er die Ellenbogen auf die Tischplatte gestellt hatte.
Es war keine Pose, die ein Vorgesetzter machen würde, aber es machte ihn auch nicht zu gleichgestellt. Rhydian spielte gern mit Körperhaltung und Körpersprache. Es war ein gutes Gefühl, die unbewussten Signale anderer Menschen deuten zu können. Er lag nicht oft daneben, was es zu einem noch besseren Gefühl machte.
„Wenn ich mir die Frage erlauben darf“, begann Rhydian und ließ seinen Blick an Donahue von oben nach unten wandern, er musterte ihn, „Wer hat Sie hierher gebracht?“
Es war eine leichte Frage. Für den Einstieg.
Rhydian war im Bilde über alles, was in diesem Gebäude vor sich ging. Nichts passierte, ohne dass er nicht darüber Bescheid wusste. Hier passierte nicht viel, da war es auch nicht schwer. Es gab neben ihm selbst nur vier andere Personen, die regelmäßig aus und ein gingen. Er selbst war fast immer hier.
Nach seinem Schulabschluss hatte er nicht viele Möglichkeiten gehabt. Sein Vater war in Askaban gewesen, seine Mutter hatte sich nicht dafür interessiert, was er machen würde. Aber hier war er willkommen gewesen. So willkommen, wie man bei Seinesgleichen eben sein kann.
Er hatte sich schon seit drei Tagen mit niemandem mehr unterhalten. Normalerweise bevorzugte er die Stille, doch diese Isolation knabberte an seinen Nerven und ließ ihn Unaufmerksam werden. Es war irrational, aber nicht zu ändern.
Dieses kleine „Verhör“ kam ihm gerade wirklich recht.
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Mi Sep 11, 2013 9:20 pm

Das Taschentuch, das Sam unbewusst weiter zerrissen hatte, hatte sich mittlerweile fast zu Staub aufgelöst. Schnell steckte er die Brösel in seine Tasche. Er nickte bei dem Namen des Todessers, auch wenn er ihn noch nie gehört hatte. Aber gut, ja, er war leicht zu merken.
Rockwood beugte sich über den Tisch und legte seinen Kopf auf seinen Händen ab, was Sam nun schon wieder leicht aus der Fassung brachte. Er musste wirklich versuchen, nicht so aufgeregt zu sein. Dann fragte er, ob er sich eine Frage erlauben dürfte. Sam hätte nie gedacht, dass Todesser so höflich waren. Auch wenn er wusste, dass das alles nur ein Spiel seines Gegenübers war, nahm es ihm doch ein weiteres Stück seiner Sicherheit. Doch ja, diese Frage war einfach. „Ein Junge namens Scabiour.“, sagte er langsam.
Er fragte sich, wann die wirkliche Befragung losgehen würde. Seine Zunge fuhr fahrig über das innere Stück seines Lippenpiercings und er sah auf eine Uhr, die hinter dem Schreibtisch angebracht war. Nun saß er schon zehn Minuten hier und es war noch nicht eine wichtige Frage gefallen. Ob er ihn mit Absicht aus der Fassung brachte?
Sam fragte sich, was mit ihm los war. Mit diesen Greifern hatte er wirklich keine Probleme gehabt. Seine angeborene Arroganz hatte ihn ziemlich sicher wirken lassen. Vielleicht verstörte es ihn einfach, dass es dieses Mal wirklich um etwas ging. Und auch die Tatsache, dass der Mann vor ihm mit Sicherheit um einige Stufen weiter oben in der Rangordung stand wie diese Speichelleckenden Idioten, die nicht wussten, wie man sich zu benehmen hatte.
Während er den Mann vor sich weiter anstarrte, fragte er sich, was er tun würde, wenn Roel ihn zu Gesicht bekommen würde. Dass sie bei den Todessern war, war ja nun wirklich kein Geheimnis. Doch sie wusste um seine Eltern. Sie konnte ihn kurzerhand auffliegen lassen. Und wirklich sicher, dass sie die Klappe hielt, war sie nicht.
Doch nun musste er erst einmal aufgenommen werden. Also sollte er nicht dauernd an etwas anderes denken und sich zusammenreißen. Auch wenn er sich das nun bestimmt schon zum hundertsten Mal vornahm.

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Rhydian Rockwood
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Mi Sep 11, 2013 10:24 pm

Rhydian wusste, dass er genau die Wirkung auf ihn erzielte, die er auf Donahue haben wollte. Und es ließ einen angenehmen Schauer über seinen Rücken laufen. Er lächelte gewinnend, denn er wusste auch, dass es die meisten Menschen in falscher Sicherheit wiegte und sie unvorsichtig wurden. Das war ungemein hilfreich, wenn man sich darauf spezialisierte, Informationen einzuholen, die die Befragten nur ungern weitergeben wollten.
»Kommen wir zum Geschäftlichen, oder nicht?«, begann er und senkte seinen Blick auf seine Unterlagen, als ob er es wirklich nötig hätte, etwas nachzulesen. »Zuallererst wären die üblichen Daten zu klären. Sam Donahue, soweit kennen wir uns ja schon. Weitergehend müsste ich etwas über Ihr bisheriges Leben erfahren. Welche Schule haben Sie besucht? Was können Sie über Ihre Familie erzählen, damit ich mir ein ungefähres Bild davon machen kann, ob Sie der Gemeinschaft dienlich sein könnten, oder nicht?«
Er notierte etwas auf einem Pergament und wandte sich dann wieder seinem Gesprächspartner zu. Mit einem noch freundlicheren Lächeln überschlug er die Beine und fragte sich unwillkürlich, ob Donahue dazu gezwungen ist, die ganze Zeit auf diesem Metallding an seiner Lippe herumzukauen. Obwohl er es eigentlich nicht wollte, starrte er es an und war davon überzeugt, dass er noch nie etwas derart Abartiges gesehen hatte. – Ein Zauberer mit Metall im Gesicht. Und er kaut auch noch darauf herum. – Er war nervös und Rhydian war der Auslöser. Eine Sache, die ihm außerordentlich gefiel.
Er hatte bereits als Kind gerne beobachtet, wie er auf andere wirkt und wie andere auf ihn reagieren. Es hat ihn gereizt, sich verschiedenen Situationen auszusetzen und die Reaktionen der anderen zu beobachten, wenn er etwas tat, womit sie nicht gerechnet hatten.
Manchmal hatte er sich auch einfach nur in die Nähe der Mugglekinder gesetzt (die in der Gegend, in der er aufgewachsen war, sowieso recht selten waren) und hatte sie beim Spielen beobachtet. Und er hatte sich immer gefragt, warum sie so streitsüchtig waren. Und warum es ihnen Spaß machte, sich gegenseitig in den Dreck zu schubsen. Ein wenig asozial, dachte er damals, denn er würde so etwas niemals tun.

Er beugte sich wieder ein wenig Richtung Sam und dachte sich, dass er sicherlich das ein oder andere lernen würde, wenn er sich nur lang genug mit ihm beschäftigen würde.
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Sam Donahue
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Mi Sep 11, 2013 10:44 pm

Auf einmal lächelte dieser Todesser - Rockwood (er sollte sich angewöhnen diese Leute bei ihrem Namen zu nennen. Schließlich würde er, wenn alles gut lief, bald mit mehreren ihrer Sorte zu tun bekommen.) ihn an. Das machte die folgende Frage für Sam einfacher. Auch wenn sie sich für ihn wie ein Stich anfühlte. Er schluckte noch einmal und machte sich dann daran, alles sachlich zu beantworten. "Ich war, wie die meisten hier auf Hogwarts. In Slytherin." Das war wohl sein einziger Trumpf. Aber gut, immerhin hatte er einen. Nun ging es an seine Familie. Noch einmal ging er kurz seine Geschichte in Gedanken durch und sagte dann: "Ich bin ein Halbblut. Meine Mutter hatte eine Affäre mit einem Zauberer." Gut, damit wäre das Hauptthema geklärt. Sollte er noch etwas hinzufügen? Wahrscheinlich schon. "Ich wusste zwar bis ich elf war nicht, dass ich ein Zauberer war, doch ich wusste immer, dass ich nicht dorthin gehöre, falls Sie wissen, was ich meine." Er schluckte kurz. "Als ich dann erfuhr, dass ich ein Halbblut bin, wurde mir klar, warum mir meine Umwelt bis dahin falsch vorkam."
Er sah Rockwood an und hoffte, er würde die Spannung, die er im Moment empfand nicht in seinem Blick lesen können. Jetzt war alles gesagt. Alles was er noch tun konnte, war warten. Auf die Entscheidung dieses Mannes, der nur ein paar Jahre älter zu sein schien, als er selbst.
Er kreuzte die Finger unter dem Tisch. Hoffentlich nahm er ihm seine Geschichte ab. Hoffentlich. Hoffentlich...
Er musste es ihm einfach abkaufen. Sam hatte nicht gestottert, er hatte nicht einmal geblinzelt. Sogar mit dem Piercing - gekaue hatte er aufgehört. Auch wenn er nicht im geringsten gläubig war, schickte er ein kurzes Stoßgebet gen Himmel. Nun kam es nur noch auf Rockwoods Einschätzung an.
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Rhydian Rockwood
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Mi Sep 11, 2013 11:11 pm

So, so. Ein Halbblut also. Und nicht nur irgendein Halbblut – ein Bastard. Ein uneheliches, kleines Bastard-Halbblut.
Am liebsten hätte er sich an die Stirn gegriffen und hätte ihn gefragt, warum er, das dreckige, kleine Biest, es überhaupt wagte, ihn mit seiner Anwesenheit zu belästigen. Aber das tat er nicht, denn bei jedem Muskelzucken könnte eine andere Reaktion eintreten, als gewünscht und erwartet. – Und Rhydian mochte keine Überraschungen. Er hasste sie regelrecht, weil er nicht dazu in der Lage war, mit ihnen umzugehen.
»Ich war ebenfalls Slytherin«, sagte er, statt auf den Rest der Geschichte einzugehen. Irgendetwas kam ihm daran nicht in Ordnung vor, aber er könnte nicht behaupten, dass er wüsste, was es war. Und das stieß ihm sauer auf. »Ein paar Jahre vor Ihnen, wahrscheinlich sogar viele paar Jahre vor Ihnen. Ist es für Halbblüter noch immer so schwer, in den Reihen der Slytherin akzeptiert zu werden?«
Er machte eine Pause, schrieb in langsamen, bedächtigen Zügen ein paar Worte auf sein Dokument und warf unter seinen Wimpern einen Blick zu Donahue. Für einen Moment betrachtete er Donahue, dann schrieb er noch ein paar Dinge auf, diesmal etwas schneller und hektischer. Er setzte ein Kreuz und dachte sich, dass das eine Wirkung erzielen sollte.
Rhydian war der Meister des Belanglosen und Unbewussten. Wenn er etwas erzielen wollte, wusste er, wie er die Knöpfe zu drücken hatte. Und Sam Donahue schien keiner von der Sorte zu sein, der sich auf viel Sicherheit stützen konnte. Das machte alles nur noch viel, viel einfacher für Rhydian.
»Und ich würde Sie darum bitten, nur die Fragen zu beantworten, die ich auch stelle«, begann er und lächelte Donahue unverwandt an, »denn wissen Sie, ich kann auch bei Zeiten auch etwas unangenehm sein.«
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Sam Donahue
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Mi Sep 11, 2013 11:29 pm

Rockwood ließ durch nichts hindurchschimmern, was er dachte. Doch dann ging er auf die Tatsache ein, dass Sam ein Slytherin war und erst wollte er schon aufatmen, doch der nächste Satz schmetterte ihn zurück und er fragte sich, ob er schon verloren hatte.
Doch aufgeben würde er so leicht nicht. Auch wenn die Frage ihn schon fast belustigte. Wie es Halbblütern in Slytherin ging? Er sollte sich mal ansehen, wie es mit Muggelstämmigen aussah. Dass sie ihn nicht bei lebendigem Leib gehäutet hatten war alles.
Sam antwortete knapp: "Es geht." Und beobachtete seine Schuhe. Dann fiel ihm auf, wie dumm er rüberkommen musste und sah dem Todesser wieder in die Augen. Doch dieser schien damit beschäftigt zu sein, etwas auf ein Blatt Papier zu kritzeln. Erst langsam und bedächtig und schließlich schnell. War das ein Kreuz gewesen? Sam zuckte kurz zusammen. Allein der Anblick ließ die nackte Panik in ihm hoch kommen. Er musste aufgenommen werden. Er musste einfach.
Fast flehend sah er zu Rockwood, der allerdings nur einen Satz anfügte, der Sam dazu brachte noch einmal hart zu schlucken. Er nickte und biss diesmal ziemlich fahrig auf seinem Piercing herum, bis er es bemerkte und davon abließ. "Ja... ja, natürlich", murmelte er. Das Lächeln, dass der Todesser durchgehend auf seinem Gesicht behielt ließ es ihm kalt den Rücken herunter laufen.
Er wusste, dass er verloren hatte, wenn er seinen Kopf nicht schleunigst aus der Schlinge zog. Sollte er nun besser die Klappe halten? Ja, Rockwood hatte ihn dazu aufgefordert. Aber... er konnte nicht. Er musste das alles richtig stellen. Er sagte: "Ich bin Halbblut. Ich war in Slytherin. Bin ich dabei?" Das ganze hörte sich viel kleinlauter an, als es eigentlich geplant war. Eher wie ein Flehen, als wie eine offensive Frage. Hoffend sah er auf den Mann vor ihm und glaubte selbst nicht mehr daran, dass er noch eine Chance hatte. Er hatte es in den Sand gesetzt. Komplett.
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Rhydian Rockwood
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Do Sep 12, 2013 12:13 am

Rhydian lehnte sich in seinem Sessel zurück, verschränkte die Arme vor der Brust und seufzte. Ein kleines Kopfschütteln, dann griff er nach seinem Dokument und starrte die Worte an, die überhaupt keinen Sinn ergaben. Wenn Donahue wüsste, dass er auf einen Trick der zweiten Stufe hereingefallen war, würde er sich wohl nicht mehr so sehr darum bemühen, möglichst lässig zu wirken. Aber er sprach zu leise und zu unsicher, um wirklich so ruhig zu sein, wie er vorgab.
»Wissen Sie, Sam«, sagte er und schlug die Akte zu, um sie dann auf den Tisch zurück zu befördern, »es ist nicht so, dass ich Ihnen nicht die Möglichkeit bieten will, das Richtige zu tun. Und natürlich sind wir davon überzeugt, jedem Überzeugten zu erlauben, uns zu zeigen, dass er voll und ganz auf unserer Seite steht.« Wieder eine kleine Pause. »Aber Sie müssen auch verstehen, dass ich derjenige bin, der die Fragen stellt. Und ich bin derjenige, der auffordert. Das sind nicht Sie und das sollten Sie lernen. Und wenn wir gerade dabei sind, Ihnen eine Lektion beizubringen, sollten Sie lernen, dass „Es geht“ keine angebrachte Antwort ist.«
Und mit einem vollkommen neutralen Gesichtsausdruck griff er nach seinem Zauberstab, richtete ihn auf Donahue und sagte bestimmt und ohne jegliche Gefühlsregung in der Stimme: „Crucio.“ (Dabei wollte er ihn doch gar nicht foltern. Oder zumindest nicht allzu sehr. Leider gab es keine Zauber, die es ihm erlaubten, jemanden nur „leicht“ zu foltern. Also packte er einfach so wenig Willen hinter den Fluch, dass Donahue nicht einmal annähernd das spürte, was er bei einem richtigen Crucio gespürt hätte.)
Er beendete den Fluch frühzeitig und erhob sich, um den Tisch zu umrunden. Er stellte sich vor Donahue vor den Stuhl, beugte sich nach vorne und kam mit seinem Gesicht dem des dreckigen Halbblutes ganze nahe, bis sich ihre Nasenspitzen fast berührten – er stützte sich mit den Händen auf den Armlehnen ab.
»Ich werde Sie im Auge behalten, Donahue«, sagte er langsam. »Ich lasse mich nicht gern an der Nase herumführen und wenn Sie mich belogen haben oder in irgendeiner Weise glauben, Sie könnten mich hintergehen, dann wird es schlecht um Sie stehen. Und glauben Sie mir, ich werde es herausfinden, sollten Sie es gewagt haben oder noch wagen werden.« Er machte wieder einmal eine Pause. »Denken Sie daran: Von mir können und werden Sie noch viel lernen. Und wenn Sie sich gut machen, wird es nur Vorteile für Sie geben. Aber ich dulde kein Versagen. Verstehen Sie mich, Donahue?«
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Do Sep 12, 2013 9:01 pm

Sam hörte Rockwood aufmerksam zu und fragte sich, ob er es geschafft hatte, seinen Kopf noch einmal aus der Schlinge zu ziehen. Doch mit jedem Wort wurde er sich sicherer, dass das nicht der Fall war. Und was zur Hölle sollte das mit der Lektion heißen? Sam sah wohl genauso verwirrt aus, wie er sich fühlte, als der Zauberer auf einmal einen Unverzeihlichen verwendete. Den Unverzeihlichen.
Seine Muskeln verkrampften sich und er konnte einen kurzen Aufschrei nicht unterdrücken. Das brennen in seinen Gliedern, dass langsam in seinen Brustkorb vordrang war zu stark. Doch dann hörte es schon wieder auf. Es war nicht so schlimm gewesen, wie er es sich vorgestellt hatte. Trotzdem atmete er heftig und die Nachwirkungen des Fluches brachten ihn dazu, leicht aber unkontrolliert zu zittern.
Er hörte Schritte und sein Blick, der gerade noch auf seinen Händen gelegen hatte, die er auf seinem Schoß zusammen gefaltet hatte, fuhr nach oben. Rockwood hatte seinen Platz verlassen und stand auf einmal direkt neben ihm.
Sam presste seine Lippen aufeinander, dass man sie nur noch als Strich wahrnahm, damit er nicht anfing diesen verdammten, arroganten Sack anzubrüllen, was ihm eigentlich einfiel. Doch er durfte nicht. Er musste trotz allem versuchen, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Er wollte dabei sein. Koste es, was es wolle.
Rockwood beugte sich nach vorne und war seinem Gesicht so nahe, dass Sam Angst hatte, was er jetzt schon wieder vor hatte. Seine Augen wurden zu Schlitzen und er konnte nichts dagegen tun. Als Rockwood anfing zu sprechen wurde es Sam flau im Magen. Jedes Wort fühlte sich an, wie ein Messerstich. Er hoffte nur, er konnte seine Fassade aufrecht behalten. Denn er traute diesem Todesser nicht. Und er wollte ganz bestimmt nicht erleben, was er mit ihm anstellen würde, würde er die Wahrheit erfahren.
Er schluckte. Dann nickte er. Er hoffte einfach, dass sein Gesichtsausdruck immer noch den vorher noch ungewollten Hass wieder spiegelte und nicht die verdammte Angst zeigte, in die dieser Kerl ihn versetzte. Zum einen weil er nicht erwischt werden wollte und zum anderen weil er sich tierisch dafür schämte.
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Rhydian Rockwood
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Do Sep 12, 2013 9:44 pm

»Ich habe Sie etwas gefragt, Sam, muss ich mich etwa wiederholen?«, fragte er und und seufzte gespielt. »Ausnahmsweise werde ich Ihnen diesen Gefallen tun. Aber vermeiden Sie Unachtsamkeiten.« Eine kleine Pause, die er nicht dazu nutzte, irgendetwas zu tun. Er stand einfach nur da, die Hände auf den Armlehnen, sein Gesicht ganz nah an Donahues. »Ich dulde kein Versagen. Haben Sie mich verstanden?«
Nachdem Donahue geantwortet hatte, wartete er noch einen Augenblick ab. Dann stieß er sich vom Stuhl ab, sodass dieser einen kleinen Rock nach hinten machte, und lehnte sich gegen den Schreibtisch. Wieder verschränkte er die Arme vor der Brust.
»Was soll ich nur mit Ihnen machen, können Sie mir das sagen?«, fragte er weiter, aber ließ Donahue gar nicht erst zu Wort kommen. »Ich möchte Ihnen eine Chance geben, ja wirklich, aber wir sind keine Vereinigung, die jedem Dahergelaufenen sofort vertraut und ihn in seine Kreise lässt. Das verstehen Sie doch sicherlich, Sam. Ich bin kein Unmensch und wir können uns so gut verstehen, wenn Sie sich auf das einlassen, was ich Ihnen beizubringen habe. Und wenn Sie bereit dazu sind, können wir die besten Freunde sein. Sollten Sie jedoch versuchen, mich zu hintergehen, oder etwas tun, was unserem gemeinsamen Ziel im Wege steht, dann könnte ich in die Verlegenheit kommen, mich vor dem Lord rechtfertigen zu müssen, und das ist etwas, das ich nicht sehr gerne tue. Denn ich mache keine Fehler.« Wieder eine Pause, nur um einfangen zu können, wie er reagierte. »Niemals.« Dann lächelte er sanft und zog eine Augenbraue spielerisch nach oben. »Sie machen mir doch keinen Ärger, oder etwa doch? Sie stehen zu Ihrem Wort, oder nicht?«
Für einen kleinen Augenblick fragte er sich, ob das kleine dreckige Schlammblut die Wut, die er empfand, herauslassen würde, oder ob er sich dazu entschließen würde, sich selbst unter Kontrolle zu halten.

So oder so. Rhydian würde einen Weg finden, die Wahrheit zu erfahren. Es war nur eine Frage der Zeit. Und der Mittel.
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Do Sep 12, 2013 11:18 pm

Sams Wut wurde durch die weiteren Sätze wieder angefacht. Auch, wenn ihm dieser Typ eine scheiß Angst machte.
Er spürte die Vibrationen von Rockwoods Stimme im Gesicht. So nah war er ihm. Wütender als geplant zischte er ihm die Worte entgegen. "Ja, ich habe verstanden."
Er konnte diesen Dreckskerl wirklich auf den Tod nicht ausstehen. Doch er musste sich zurück halten. Er musste einfach. An seinem Gesichtsausdruck änderte dieser Vorsatz allerdings wenig.
Rockwood stieß sich auf einmal vom Stuhl ab und durch den Ruck krallte sich Sam in die Armlehnen. Doch dieser Arsch redete einfach weiter. Er behandelte ihn wie ein kleines Kind, verdammt nochmal. Genau das, was Sam eigentlich durch den Eintritt verhindern wollte. Er hörte diesem Menschen bei seinen Ausführungen zu und fragte sich, was dieser Todesser ihm beibringen wollte. Vor allem, wenn er ihm etwas beibringen würde, war er eine Art direkter Vorgesetzter? Sam setzte schon an um zu fragen, schloss seinen Mund dann aber wieder. Diese Lektion hatte er gelernt.
Er ließ Rockwood ausreden. Dann sah er ihm direkt in die Augen und antwortete leise: "Mit mir machen Sie keinen Fehler."
Schon folgte seine nächste Unterstellung. Auch wenn sie noch so nett verpackt war, sah man dem Zauberer an, dass er an Sammy seine Zweifel hatte und dass er ihm alles andere als vertraute. Das ganze schien nun wirklich in die Hose zu gehen. Doch er musste hier dabei sein. Und wenn das hieß, dass er diesem Arschloch Honig ums Maul schmieren musste, dann sollte es eben so sein.
Er fixierte einen Punkt auf dem Boden, um ihm ja nicht ins Gesicht sehen zu müssen und schluckte. Die zwei kleinen Wörter wollten einfach nicht seinen Mund verlassen. Er schloss kurz die Augen und murmelte dann: "Nein, Sir."
Nach kurzem überlegen fügte er hinzu: "Ich werde keinen Ärger machen." Nicht dass dem Kerl die Antwort wieder zu kurz ausfiel und er ihn erneut mit einem Fluch belegte. Sam sah auf und fragte sich, was nun noch folgen würde, oder ob das Gespräch an sein Ende gekommen war.
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Do Sep 12, 2013 11:48 pm

Zufrieden mit Donahues Reaktion, lächelte er ihn weiter an und fragte sich unwillkürlich, was er tun müsste, um ihm Widerstand zu entlocken. Einen Crucio vielleicht? Oder auch zwei? Vielleicht würde er aber auch ganz andere Geschütze auffahren müssen. – Das würde er natürlich niemals tun, denn er hatte keine Beweise dafür, dass Donahue das, was er sagte, nicht ernst meinte. Ein bloßes Gefühl galt im Normalfall nicht als Begründung, um ernsthaft interessierte Bewerber zu foltern. Vor allem nicht, wenn sie wirklich magisches Blut in sich trugen.
»Nun gut«, sagte er und dann nichts mehr, weil er nicht genau wusste, was er sagen sollte. Zum Einen wollte er Donahue sagen, dass er sich so schnell wie möglich vom Acker machen sollte, zum Anderen wollte er Donahue bei sich behalten, um herauszufinden, was ihn so an ihm störte.
Nicht nur, dass er vor Nervosität beinahe umkam und seine Argumente darlegte, als habe er sie schon hundertmal vorgetragen, sondern auch, dass er sich derart verbissen daran machte, nichts Falsches zu sagen oder zu tun. Irgendetwas war da ganz und gar nicht so, wie Rhydian es von anderen zu Verhörenden gewohnt war.
»Vielleicht sind wir dazu in der Lage, Ihnen eine Chance zu geben, Sam«, sagte er schließlich und traute seinen eigenen Ohren nicht. Warum sollte er seinem Gefühl misstrauen? Wahrscheinlich war es die Neugier, die ihn antrieb. Die Neugier darüber, was dieser Junge versteckte und was es brauchte, um es aus ihm herauszukitzeln. Eigentlich war er sich sogar sehr sicher, dass es sich um eben jene handeln musste, denn was Anderes sollte ihn sonst dazu veranlassen, dieses miese, kleine Drecksstück in seinem Revier zu akzeptieren?
Er wusste jetzt schon, dass das Halbblut Ärger bedeutete. Und das nicht wenig.
»Sollten Sie irgendwelche Fragen haben, können Sie diese nun gern stellen«, fügte er an und sah ihn einfach nur unverwandt an. »Ich beiße nicht.«
Auch wenn diese Aussage an sich nicht vollkommen richtig war. Er hatte Fenrir einmal gebissen, als der sich auf ihn gestürzt hatte, aber Rhydian nahm an, dass diese Floskel nur existierte, um anderen die Angst vor etwas zu nehmen, das ihnen eigentlich aus gutem Grund Angst machte.
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Sam Donahue
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Do Sep 12, 2013 11:59 pm

Nun lächelte dieser Drecksack ihn wieder an. Hatte der eine Art gespaltene Persönlichkeit, oder was war mit dem los?
Er schien zu überlegen und sagte, dann er würde Sam eine Chance geben. Sams Gesicht hellte sich unwillkürlich auf. Er hatte es geschafft. Das war es definitiv wert gewesen. Und nun musste er, wenn alles gut lief, sich nie wieder mit diesem Arsch rumstreiten. Zumindest hoffte er das.
Dann fragte er ihn, ob er Fragen hatte. Fragen... eigentlich war für ihn alles erledigt. Er hoffte nur noch, hier so schnell wie möglich heraus zu kommen. Nicht, dass er sich in seinem riesigen Anflug von Erleichterung doch noch verriet.
Aber es wurde wahrscheinlich erwartet, dass er ein paar Fragen stellte und eine interessierte ihn dann doch. "Was genau wird nun meine Aufgabe sein?" Nach kurzem zögern fügte er hinzu: "Anders gesagt, wie geht es nun weiter?"
Er hoffte, der Typ würde ihn weit, weit weg schicken sodass er ihm nie wieder unter die Augen treten müsste. Gut, er hatte zwar gesagt, er würde ihn im Auge behalten, aber das war wahrscheinlich nur eine leere Drohung. Zumindest hoffte er das und hielt es auch für wahrscheinlich. Warum sollte ein Todesser, der sogar dazu befugt war, neue Bewerber auszuhorchen sich mit einem kleinen Anfänger abgeben?
Aber wie auch immer die Antwort wäre, er hatte es geschafft. Er war dabei. Nun musste er sich nur noch davon abhalten, in diesem Zimmer in Jubel auszubrechen. Das würde wahrscheinlich nicht gerade gut kommen.
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Rhydian Rockwood
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Fr Sep 13, 2013 6:08 pm


Donahues Gesicht hellte sich auf, als er von seinem (vorläufigen – wie Rhydian glaubte) Beitritt erfuhr und Rhydian fragte sich, ob er einen Fehler gemacht hatte. Es konnte doch nicht wahr sein, dass er bei seinem ersten Gesprächs bereits einen Volltreffer gelandet hatte.
»Zuallererst werde ich Ihnen Ihr Zimmer zeigen, Sam«, sagte er und stand auf, um die Akte zu nehmen, in der er zuvor noch herumgekritzelt hatte. »Im Anschluss können Sie sich mit den anderen Anwesenden Todessern vertraut machen, um sich hier einzuleben.«
Er lächelte noch immer und bedeutete Donahue, aufzustehen und ihm hinterher zu gehen.
»Sie werden verschiedene Aufgaben erfüllen«, führte er seine Erläuterungen aus. »In den nächsten Tagen werden Sie wohl noch nicht eigenständig arbeiten, sondern einem Ranghöheren zugeteilt, der sie einweisen wird und an den Sie sich wenden, sollten Fragen, Probleme oder Wünsche auftreten. In dieser Zeit befinden sich nur Scabior und ich in diesem Haus, weswegen Sie wohl entweder ihm oder mir zugeteilt werden.«
Sie waren durch einen Flur gegangen, der nur spärlich durch Kerzen erleuchtet wurde, und blieben vor einer schlichten Holztür stehen. Rhydian öffnete sie und bedeutete Donahue, hineinzugehen.
»Vorläufig wird dies Ihr Zimmer sein«, schließt er, »mein Zimmer befindet sich drei Türen weiter, Scabiors eins weiter. Gibt es noch etwas, das ich für Sie tun kann?«
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Fr Sep 13, 2013 6:42 pm

Sam stand ebenfalls auf und folgte dem Todesser zu seinem Zimmer. Er fragte sich, wem er lieber zugeteilt werden würde. Scabiour war auch nicht gerade das, was man seinen besten Freund nennen konnte. Doch der Kerl hatte wenigstens Humor. Während Rockwood anscheinend nicht einmal wusste, was dieses Wort bedeutete. Gut, vielleicht die Definition aus einem Lexikon.
Sie kamen an seinem Zimmer an und Sam öffnete die Tür. "Nein, danke.", sagte er und verschwand dann im inneren des Raumes.
Er lehnte sich von innen gegen die Tür und ließ sich langsam daran hinabgleiten um dann in stummen Jubel zu verfallen. Er hatte es geschafft. Er hatte es verdammt nochmal geschafft! Sollte dieser großkotzige Idiot doch sagen was er wollte. Sam Donahue war Mitglied der Todesser.
Er fragte sich, warum er sich nicht komplett freuen konnte. Vielleicht lag es daran, dass er sich in einem kleinen Teil seines Kopfes, ganz weit hinten verstaut, immer wieder vorstellen musste, was sie mit ihm anstellen würden, wenn sie herausfänden, was er wirklich war. Aber es gab etwas, das für ihn spielte. Welcher Muggelstämmige ging schon freiwillig zu Menschen, die ihn abschlachten wollten?
Sam war zufrieden mit sich. Er hatte kaum noch Zweifel, dass er seinem Ziel immer näher kam. Wie sein Dad wohl gucken würde, wenn er einen Crucio auf ihn los ließ? Und das ganze auch noch unter dem Schutz der Todesser?
Allein bei dem Gedanken verbreitete sich ein riesen Grinsen auf seinem Gesicht.
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Fr Sep 13, 2013 7:23 pm

Es kam ihm vor, als wäre Donahue schon seit Ewigkeiten hier. Er gliederte sich schneller ein, als Rhydian gedacht hatte, aber vielleicht konnte er es auch nur besser überspielen als andere. Vielleicht saß er aber auch jeden Abend in seinem Zimmer und heulte sich die Augen aus dem Kopf. Rhydian hatte keine Ahnung, und eigentlich wollte er sich auch gar nicht damit beschäftigen, aber er tat notgedrungen, was er musste. Und das beinhaltete das im Auge behalten des Neuankömmlings (der erst seit neun Tagen bei ihnen war, aber wie ein Stück Inventar wirkte.)
Natürlich hatte Scabior sich schnell aus dem Staub gemacht, als er erfahren hatte, dass er vielleicht Verantwortung für das Bürschchen übernehmen müsste. Und Rhydian war auf Donahue sitzengeblieben, als hätte er rein gar nichts Besseres zu tun, als den Babysitter für ein kleines, nutzloses Halbblut zu spielen. Und er hatte sehr wohl Besseres zu tun. – In der letzten Zeit hatte es mehrere Auseinandersetzungen zwischen Todessern und ein paar anderen Zauberern gegeben, die nach und nach immer aggressiver und grausamer geworden waren. Und Rhydian musste besonders aufpassen, mit welchen Menschen sich seine unterstellten Todessern abgaben. Vor allem viele Neuankömmlinge waren beunruhigt, weil keiner wirklich wusste, was vor sich ging. Man hörte Gerüchte und machte sich Gedanken.
Besonders bei den gemeinsamen Essen kochte die Gerüchteküche.

Rhydian hatte sich zu Donahue an den Tisch gesetzt und hatte schweigend gegessen, bis er sich schließlich an ihn gewandt hatte, um zu fragen, was er von der Sache hielt. Obwohl es ihn eigentlich ja gar nicht interessierte, was Donahue dachte.
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Sa Sep 14, 2013 2:13 pm

Sam hatte sich schneller an dieses Haus gewöhnt, als er gedacht hätte. Anfangs war ihm jeder Tag, den er weiter hier bleiben durfte, wie ein erneuter Sieg vorgekommen. Doch so langsam wollte er dieses Haus verlassen und wirklich etwas tun. Doch Rockwood schien von dieser Idee wohl bisher nicht viel zu halten. Zumindest demnach, wie er ihn im Auge behielt, vertraute er ihm immer noch nicht komplett. Das war ziemich beschissen, denn, auch wenn er sich wirklich lieber mit einem anderen Todesser abgegeben hätte, brauchte er das Vertrauen von zumindest einem. Schließlich hatte er immer noch einen Plan, den es durchzusetzen galt.
Im Moment saß Sam beim essen und stocherte Gedankenverloren in seinen Erbsen herum als Rockwood sich zu ihm setzte und ihn dann erst einmal anschwieg. Doch Sam hatte sich daran gewöhnt von Rockwood verbal ignoriert zu werden.
Nach ein paar Minuten war er deshalb auch umso überraschter, als er auf einmal eine Frage aus seiner Richtung hörte. Er sah auf. Ja, davon hatte sogar er hier in der Isolation gehört. Für ihn war die Sache jedoch von Anfang an sehr einleuchtend. Jeden Sommer durfte er sich Schwärmereien über Auroren und diese komische Phönix - Gemeinschaft anhören. Wenn es nicht die Auroren waren, wer sagte, dass dieses Phönix - Zeug nicht wieder neu gegründet worden war?
"Ich denke es gibt genug Leute, die uns nicht leiden können. Schlammblüter, Blutsverräter,... Wenn sich da ein paar zusammen schließen... Ob sie dazu berechtigt sind oder nicht, manche von denen Zaubern nicht einmal schlecht. Da muss man sich nur Dumbledore angucken. Ganz davon abgesehen steckt der wohl sowieso dahinter."
Sam machte sich keine übertriebenen Gedanken darüber. Schließlich war er jetzt bei den Todessern. Er war als Schlammblut bei ihnen aufgenommen worden. Das hieß er war definitiv nicht so dumm, sich von irgendwelchen Weasleys oder Longbottoms töten zu lassen.
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   So Sep 22, 2013 11:57 pm

Interessante Ansichten, die Donahue hatte. Vielleicht nicht sonderlich ausgeprägt, aber was hatte Rhydian auch von einem kleinen Halbblut erwartet?
»Vielleicht ist es an der Zeit, aktiv zu werden«, sagte er und fuhr sich mit einer Hand durch die Haare, bevor er den Teller von sich schob. »Man müsste diesem Abschaum zeigen, was es heißt, sich gegen die richtige Seite zu stellen.«
Mit der rechten Hand bewegte er seine Gabel hin und her und überlegte einen kurzen Moment, ob Donahue schon so weit war, aber er würde es nicht herausfinden, wenn er es nicht ausprobierte. (Das hasste er übrigens am meisten an neuen Situationen: das Herumprobieren, bis man die richtige Taktik gefunden hat.)

»Man sollte ein Exempel statuieren«, sagte er und lächelte Donahue geschäftig an, »findest du nicht, Sam?« Er machte eine Pause, um Donahues Reaktion ja nicht zu verpassen. »Sich eine dieser Schlammblutfamilien herauspicken und ihnen zeigen, dass sie unerwünscht sind.« Wieder ein bisschen Warten, sich nur nichts entgehen lassen! »Oder besser noch: eine sympathisierende Halbblutfamilie. Die sind beinahe noch schlimmer.«

Er lächelt, legt die Gabel beiseite.
Dann stützt er seine Ellenbogen auf den Tisch, das Kinn auf die verschränkten Finger. Und er lächelt einfach nur, weil er weiß, dass andere darauf reagieren. Ob negativ oder positiv ist dabei egal, denn die Hauptsache ist, dass sie überhaupt auf irgendetwas reagieren. Damit kann er umgehen.

»Hast du, mein lieber Sam«, beginnt er und beugt sich noch ein wenig weiter nach vorn, »da vielleicht eine Idee? Wie statuiert man ein Exempel dieser Art am ehesten? Huh?«
Irgendwann wird er herausfinden, was Donahue ihm verheimlicht, und er wird dahinterkommen, wie er sich dann zu verhalten hat.

»Und vor allem, an wem?«
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Mo Sep 23, 2013 12:14 am

Er wusste, auf was dieses Gespräch hier herauslaufen würde. Sein Blick folgte jeder Bewegung des anderen um herauszufinden, ob das alles nur ein Trick war. Ob Rockwood nur einen Beweis brauchte, was er wirklich war. Doch Sam war nicht gerade ein Held im Einordnen von Mimik. Also benutzte er seinen gesunden Menschenverstand. Er wollte, dass seine Eltern dafür bezahlten, was sie getan hatten. Ja, er war nur hier beigetreten, damit sie bereuten. Damit sie starben. Doch nun war es zu einfach. Es konnte nicht so einfach sein. Es musste etwas dahinter stecken.
Doch Rockwood schien nicht den Eindruck zu machen. Vielleicht war der Test ja auch genau das. Ob er dazu bereit wäre, seine eigene Familie zu opfern. Und ja, das war er. Das war er definitiv. Gut, seinen Bruder würden sie wahrscheinlich nicht erreichen. Sam war sich nicht sicher, ob Jack gerade zu Hause war, aber er bezweifelte es. Normalerweise schlief er lieber unter Brücken, als daheim. Aber selbt wenn er zu Hause war... Das war ein Opfer, mit dem Sam bereit war, zu leben.
Ein Grinsen schlich sich auf Sams Gesicht. Jetzt, endlich, würden diese verdammten Monster dafür bezahlen, was sie ihm angetan hatten.
Er sah dem Todesser direkt in die Augen und sagte: "Ich wüsste da eine Familie, die sich geradezu für ein Exempel anbieten würde."
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Di Nov 26, 2013 12:53 am

»Oh wirklich?«, fragt Rhydian und starrt Donahue eine Weile einfach nur an. »Ich frage mich, wer das nur sein könnte.«
Er weiß, er kann das Halbblut aus der Reserve locken. Und er weiß, dass er gut daran tut, seine Loyalität zu testen.

Rhydian hat Erkundigungen über das Elternhaus des Donahues eingeholt. Viel hat er nicht über sie gefunden. Die beiden Eltern sind wohl Muggle, aber Donahues Vater, nach seinen Angaben zumindest, ist ein Zauberer, der es mit der Hurenmutter von Muggle getrieben hat. Kein sehr ehrenvoller Entstehungsprozess, aber immer noch besser, als von zwei Mugglen abzustammen und von Geburt an so unrein zu sein, dass er gar nicht die Chance hat, ein gutes Leben zu führen.

»Weißt du, Sammy«, sagt er und lächelt unwiderstehlich, »wir werden noch sehr gute Freunde werden, wenn du nur willst.«
Dass er Sam Donahue längst in die Dreckige Lügner-Sparte gesteckt hat, lässt er sich nicht anmerken. Denn er hat noch Großes mit ihm vor. Und er weiß, wenn er sich jetzt etwas anmerken lässt, dann wird es so viel schwerer, Donahue auszunehmen wie eine Weihnachtsgans. Nicht viel schwerer, weil das Halbblut immer noch kein ernstzunehmender Gegner ist, aber eben doch ein bisschen.
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Di Nov 26, 2013 8:19 pm

Sam überging die verhasste Verniedlichung seines Namens. Er war zu nahe am Ziel um sich jetzt noch von so einer Kleinigkeit davon abbringen zu lassen. Ein Grinsen zeigte sich auf seinem Gesicht. "Die Familie Donahue."

Nur ein paar Tage später war es soweit. Rockwood hatte noch einen Todesser mitgenommen. Crouch. Der Tagesprophet hatte von ihm berichtet. Sam fühlte sich in seiner Gegenwart nicht wohl. Todesser hin oder her, irgendetwas sagte ihm, dass der Kerl ein Monster war. Auch, wenn er es nicht wahr haben wollte.
Sie apparierten in die Wohnung seiner Eltern und landeten im Flur. Die Tür zum Wohnzimmer war offen und nichts hatte sich verändert. Es roch immer noch nach Zigarettenrauch und der Katze. Die gelblichen Wände waren nicht verwunderlich, wenn man den vollen Aschenbecher auf dem Tisch betrachtete. Seine Eltern saßen mit dem Rücken zu ihnen und sahen fern, während Dad immer wieder eine Bierflasche zu den Lippen führte. Nein, es hatte sich wirklich nichts verändert. Sam schloss kurz die Augen. Es war widerlich, wieder hier zu sein. Er schämte sich, dass sie sehen konnten, wo er aufgewachsen war. Schließlich war hier im Flur kaum Platz zu stehen, Mülltüten stapelten sich über alten Katzenstreubeuteln. Es war kaum zu übersehen, dass dies kein perfektes Elternhaus war.
Sam wusste, dass es nun Zeit war. Sie hatten sie nicht bemerkt. Besser konnte es nicht laufen. Er zog seinen Zauberstab und richtete ihn auf den Hinterkopf seines Vaters. Darauf hatte er ewig gewartet. Er dachte über die Worte nach. Zwei einfache Worte und er hätte die Rache für all die Prügel, die er hatte einstecken müssen. Für Mums Ignoranz und die Tatsache, dass er hier in der Hölle gelebt hatte. Doch aus irgend einem Grund wollten diese Worte nicht über seine Lippen kommen. Sein Atem beschleunigte sich. Er konnte doch nicht hier versagen. Seine Zauberstabhand zitterte und er ließ sie langsam sinken. Er konnte nicht. Es ging einfach nicht.
In dem Moment hörte er eine Stimme. "Hallo Mum... Dad." Die beiden standen auf. Doch kaum waren sie auf den Beinen, wurden sie von zwei grünen Blitzen getroffen und sackten wieder zusammen. Jack stand in der Schlafzimmertür. Auch wenn er kaum aussah, wie sein älterer Bruder. Etwas wahnsinniges Glitzerte in seinen Augen. Es tat einen lauten Knall und er war verschwunden und sie waren allein. Die drei Männer und die Leichen der Donahues.
Sam hatte versagt. Alles was er jemals erreichen wollte, war so nah gewesen. Doch er hatte es nicht geschafft. Jack war ihm zuvor gekommen. Doch das Schlimmste an der Sache war, dass er sich den Männern hinter sich sehr bewusst war. Sie hatten alles gesehen. Er hatte sich gerade als Schlammblut verraten.
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Di Nov 26, 2013 10:25 pm

Bartemius Crouch Jr. seufzte langgezogen. Das laute Ploppen der drei Gestalten wurde auf der Straße von niemandem vernommen. Sie war wie ausgestorben, dunkel und leer, sodass sie gar nicht auffielen, wenn sie nicht gerade in die schmutzigen Lichtkegel der zitternden Straßenlaternen traten.
Ein kalter Wind riss an ihren Umhängen, sodass Barty seine Arme verschränkte und ungeduldig hinüber zu Rhydian und seinem kleinen Haustier blickte.
Samuel Donahue. Einer der in die Welt hinaus ging, um Todesser zu werden oder besser gesagt als Speichellecker eines arroganten Bürohengstes zu werden.
Crouchs Blick glitt langsam über die beiden Zauberer neben sich, er verdrehte genervt die Augen und rieb sich kurz seine Schläfe. Wofür war er noch mal heute morgen aufgestanden?
So wie er sich zurück erinnern konnte, hatte alles mit Rockwood angefangen, der ihm durch einen routinemäßigen Auftrag über die Füße stolperte und ihn mit seinem hübschen Gesicht belästigte.
Er wäre ihm zugeteilt, hatte es geheißen. Sie müssten zusammenarbeiten, hatte er gesagt.
Wenn sich Barty jetzt an ihn damaliges Gespräch zurück erinnerte, konnte er nur abermals mit den Augenrollen und sich wünschen, dass der Tag einfach vorbei gehen würde. Er war schließlich bessere Aufträge gewohnt, als sich um die dreckige Muggelmutter Donahues zu kümmern. Die zwei hätten das schließlich auch schön allein erledigen können-

Er riss sich selbst aus seinen Gedanken und sah hinüber zu Sam, musterte ihn noch einmal scharf und zog seinen Zauberstab aus seiner Halterung.
"Können wir jetzt? Ich habe heute noch besseres zu tun, Kleines", knurrte er in seinen Schal hinein, zog diesen etwas höher über seinen Mund und betrat das Haus, vor dem sie standen.
Als sie schließlich in der Wohnung befanden breitete sich eine zähe Übelkeit in seinem Magen aus. Muggel.
Nicht nur, dass er in eine ihrer Behausungen eindringen musste, nein, es war auch noch eine der übelsten Sorte. Unaufgeräumt und versifft, überall Katzendreck und Müll, als Krönung dazu noch zwei völlig verblödete Muggel, die in eine ihrer elektrischen Kästen starrten. Prima, hoffentlich beeilte sich der Junge die zwei zu entsorgen-

Erst nachdem wieder die fremde Gestalt verschwunden war, begann Barty zu realisieren, was gerade passiert war und dass er in der Tat umsonst heute aufgestanden war.
"Rockwood." Barty runzelte seine Stirn, er presste seine Lippen aufeinander und sah nicht besonders fröhlich aus, nein, besser gesagt er war stinksauer.
"Dein kleines Äffchen hat versagt. Das ganze hier hättet ihr euch sparen können und ich!" Er holte kurz Luft und schien sich dann einen Augenblick zu beruhigen, doch er sprach in einer bedrohlicheren leiseren Stimme weiter zu Donahue, an den er heran trat und ihn am Arm packte.
"Ich hätte meinen Rausch ausschlafen können."

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»Jack Donovan. FUCKING Jack Donovan.«
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BeitragThema: Re: Sammy und Rhydian   Di Dez 03, 2013 10:07 pm

Draußen war es kalt und der Geruch von Schnee lag in der Luft. Rhydian war davon überzeugt, dass es bald den ersten Schneefall geben würde und irgendwie, wenn auch nur ein kleines bisschen, freute er sich darauf, weil er wusste, dass es dann nicht mehr lange war, bis Weihnachten. Und Weihnachten war die einzige Tradition, zu der er sich schon immer am meisten hingezogen gefühlt hatte. Ostern war fein und auch Valentinstag war unter einigen Umständen vollkommen in Ordnung, aber Weihnachten hatte etwas, das sonst kein Fest hatte. – Seinen Vater. Rhydians Vater hatte sich noch nie sonderlich dafür interessiert, viel Zeit mit seinem Sohn zu verbringen, wenn es sich nicht gerade um Todesser-Angelegenheiten handelte. Das war im Prinzip kein Problem für Rhydian, weil er nicht das Bedürfnis verspürte, seiner Familie viel Zuwendung zukommen zu lassen, aber trotzdem war Weihnachten etwas anderes. Vielleicht lag es daran, dass seine Mutter an diesem Tag ausnahmsweise einmal selbst in die Küche gegangen war, um sich um das Wohlergehen der Familie zu kümmern. Oder vielleicht lag es auch daran, dass sie ihn an diesem Tag nicht hatte von Hauselfen ins Bett bringen lassen. Sie hatte sich sogar das ein oder andere Mal neben ihn gesetzt und hatte ihm eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. Seine Lieblingsgeschichte war immer die des Hexers mit dem haarigen Herzen gewesen. Er wusste nie, warum, aber sie hatte ihn einfach angesprochen. – Der Hexer hatte ihm leid getan.

Rhydian atmete einmal tief durch und steckte seine Hände zu Fäusten geballt in die tiefen Taschen seines schwarzen Mantels. Die Todesserroben hatten sie in ihren Quartieren gelassen, weil sie nicht ganz so offiziell unterwegs waren wie sonst. Natürlich hatte er sich eine Genehmigung geholt und hatte alles getan, was getan werden musste, aber trotzdem war dies kein Besuch, um ein wirkliches Exempel zu statuieren. Donahue sollte das glauben, mehr war da aber auch nicht. Als würde diese kleine dreckige Mugglefamilie irgendeinen Unterschied machen. Als würde irgendeine dreckige Mugglefamilie einen Unterschied machen.

Das Schlimmste an der ganzen Sache war, dass er es mit Barty Creep-Crouch jr. machen musste. Es war nicht so, als hätte er es sich ausgesucht, mit einem Widerling mit ihm zusammenzuarbeiten. Schon gar nicht, wenn es darum ging, Muggle zu töten. Das konnte er auch allein tun. Aber sein Vater hatte gesagt, dass er Crouch mitnehmen solle. Dass er noch einen Todesser brauche, um zu beweisen, dass das widerwärtige Mist-Halbblut seinen Auftrag auch wirklich erledigt hatte. (Gerade so, als würde er Rhydian nicht zutrauen, die Geschichte wahrheitsgemäß zu berichten. Dabei traute sein Vater ihm doch sonst in allem.)
Eigentlich war Rhydian sehr davon überzeugt, dass Crouch dermaßen labil war, dass man ihm nicht mehr zutraute, selbst Aufträge zu erledigen oder in irgendeiner Weise Verantwortung zu übernehmen. Wahrscheinlich war er in Azkaban verweichlicht und hatte keine Ahnung, was er mit sich anfangen sollte.

Noch einmal atmete Rhydian tief durch und beobachtete einen kurzen Moment lang die Dampfwolke, die sich vor seiner Nase gebildet hatte und nun im flackernden Licht der Laterne nach oben stieg, während er dabei zuhörte, wie Creep-Crouch sprach. Er sollte aufhören, sich Gedanken über dieses Ekelpaket zu machen. Es war verschwendete Zeit und das wusste er genau. – Und Rhydian verschwendete seine Zeit nicht gerne.

Gemeinsam betraten sie das Haus und Rhydian glaubte, gegen eine Wand zu laufen. Die miefige Luft fühlte sich an, als würde sie bereits seit Ewigkeiten dort stehen und hätte nicht einmal die Chance gehabt, sich zu bewegen. Er kämpfte sich durch den Gestank, der ich an seine Kleidung heftete und ihm beinahe zu rief, dass er ihn nie wieder verlassen würde. – Es war das erste Mal, dass Rhydian sich allein vor Luft ekelte.
Auch weiterführend wurde es in der Wohnung nicht besser. Überall türmten sich Müllsäcke, in denen sich höchstwahrscheinlich schon neue Lebewesen gebildet hatten, die noch nie zuvor jemand gesehen hatte. Und bei denen Rhydian sich sicher war, dass er sie niemals würde sehen wollen.
Je weiter sie hinein gingen, desto stärker wurde die Übelkeit, die sich in Rhydians Magen eingenistet hatte. Sie kroch seine Speiseröhre nach oben und er musste sich stark zurückhalten, um nicht gleich neben einen der Katzenstreubeutel zu kotzen.
Wenn Donahue sich nicht beeilen würde, um die Menschheit (und ausnahmsweise bezog sich Rhydian auch auf die Muggle) von dieser Plage zu befreien, dann würde er es selbst tun. So schnell wie möglich. Und er würde sich keine Zeit dafür nehmen, weil er sich sicher war, dass er es in dieser Drecksbude gar nicht so lange aushalten würde.
»Na los!«, forderte er Donahue also auf und versuchte sich dabei nicht umzusehen. Gänsehaut bildete sich auf seinen Armen und kroch seinen Rücken hinunter. »Mach schon!«

Das grüne Licht bewies Rhydian, dass heute ein ganz schlechter Tag war. Und dass für Donahue ein noch schlechterer Tag werden würde. Er ließ sich nicht gerne verarschen. Und er ließ sich schon gar nicht gern vor einem seiner Kollegen verarschen. (Gleich dreimal nicht vor Crouch.)
Rhydian ballte seine Hände zu Fäusten und unterdrückte einen Fluch, der sich quer neben die Übelkeit geschoben hatte.
Er warf Crouch einen stechenden Blick zu, bevor er sich Donahue zuwandte und mit der Faust, die er gerade eben noch geballt hatte, Donahues Wange traf. Der Knochen machte ein schönes Geräusch, das sich in Rhydians Ohren wundervoll anhörte, so wie das Fallen von Schnee im Dezember. Und nachdem er ein zweites Mal zugeschlagen hatte, drehte er sich zu Crouch um und sagte schlicht: »Wir sollten gehen.«
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