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 Unser krasses hardcore RPG

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Roel Salem
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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Do Dez 12, 2013 11:59 pm

Ihre Hände sanken langsam von ihrem Kopf nach unten. Ihre Finger legten sich auf ihren Schoß, falteten sich zusammen. Roel wirkte ruhig, still und eher so als ob sie am Bahnhof auf den Zug warten würde. Dass sie gerade den letzten Rest ihrer Familie verloren hatte, sah man ihr nicht an.
Einen Moment presste sie ihre Lippen aufeinander, bevor sie dann das Gesicht verzog, fast schon als ob ihr etwas unangenehmes eingefallen wäre.

Sie wusste wer diesen Brief geschickt hatte. Die Fotos. Die Handschrift. Er musste es einfach gewesen sein und wenn auch nur ihm sie zu brechen. Immerhin war das von Anfang an Crouchs Job. Wie hatte sie das vergessen können?

Erst als Jacks Arme sich um ihren Körper schlangen und sie seinen Atem auf ihrer Haut spüren könnte, wurde sie wieder aus ihren Gedanken gerissen. Ihre Augenbrauen waren tief zusammen gezogen. Sie wirkte eher genervt oder gestresst, als das sie wie eine Trauernde wirkte und das irritierte sie am meisten.
Sie konnte nichts fühlen. Nur Wut. Diese unbändige Wut, die sie schon seit Jahren zurück gehalten hatte und nun hielt sie es kaum noch aus.

Roels Hände zitterten, als sie sie zu Fäusten ballte und schließlich Jack von sich wegstieß. Ihr Mund riss sich zu einem lauten Schrei auf, ihr Körper krümmte sich für einen Moment, während sich ihre Hände in ihren Haaren verkrallten und sie beinah in die Knie gegangen wäre, bevor sie sich wieder zitternd aufrichtete und mit einem Schlag gegen den Spiegel neben ihr, das Glas zum bersten brachte.
Einzelne Schreie stießen aus ihrer Kehle. Sie wollte sich nicht beruhigen. Sie konnte sich nicht beruhigen, ehe sie diesen Kerl gefunden hatte.

Ihr Blick fuhr fahrig herum, sie sah auf Jack hinüber mit einem eisigen Blick, dem der Kälte von Crouchs Augen glich, als ob er und nicht Rowan ihr Bruder wäre.
"Jack halt mich auf", sagte sie leise, bedrohlich klingend nachdem sie so geschrien hatte. "Jack, halt mich auf- Halt mich auf, ich bring ihn um."
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Sam Donahue
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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Fr Dez 13, 2013 12:19 am

gah


Zuletzt von Sam Donahue am Fr Dez 13, 2013 12:20 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Jack Donahue
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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Fr Dez 13, 2013 12:20 am

Als Roel ihn weggestoßen hatte, sah er sie an und wusste nicht, was er tun sollte. Sie schrie und raufte sich die Haare. Dann zerbrach sie einen Spiegel und schrie erneut bis sie ihn ansah. Der Blick brachte ihn dazu ein paar Schritte nach hinten zu gehen. Kalt. Eiskalt.
Sie sagte ihm, er solle sie aufhalten jemanden zu töten. Und auch, wenn er wusste, wenn Roel in dieser Situation jemanden Tod sehen wollte, dann würde es ihm wahrscheinlich nicht anders gehen, ging er auf sie zu. Er näherte sich nur langsam und fast behutsam hielt er sie an den Handgelenken. Er wusste, würde er jetzt einen Fehler machen, wäre die Roel, die er kannte, weg. Leise sagte er: "Hey, komm jetzt erst mal runter. Wir wissen doch nicht einmal, wer das geschickt hat. Vielleicht lügt er."
Als er sich recht sicher war, das sie erst einmal nicht weglaufen würde, ließ er ihre Handgelenke los. Er atmete einmal tief durch. Auch er war mit der Situation überfordert. Und genau aus diesem Grund, nahm er sie noch einmal in den Arm. Diesmal würde er sich nicht wegstoßen lassen. Sie würde jetzt keinen Fehler begehen, der ihren ganzen Plan und Rowans Tod sinnlos machen würde. Er sagte leise: "Wir müssen jetzt zusammen halten, hörst du? Wenn du nicht willst, dass sie sinnlos gestorben sind, dann bleibst du jetzt hier und erzählst mir, was du weißt. Wir werden diesen verdammten Krieg beenden. Das ist das was sie wollten und nicht, dass du jetzt aus Trauer alles zunichte machst."
Dann ließ er sie los und setzte sich aufs Bett und legte erneut seinen Kopf in seine Hände. Nun war auch seine Kraft aufgebraucht. Er konnte nur hoffen, dass Roel hier blieb, denn wenn sie jetzt gehen würde, würde er sie lassen. Und wenn auch alles zusammen brechen würde... dieses Mal würde es auch ein Jack Donahue nicht richten. Er wusste, trotz seiner großen Worte nicht, ob er überhaupt einmal wieder etwas richten würde.

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Roel Salem
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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   So Dez 15, 2013 7:34 pm

Roels Körper zitterte stark. Eisige Kälte durchfuhr ihre Adern, kroch ihre Kehle hinauf und bescherte ihr eine Welle von zäher Übelkeit.
Am liebsten wollte sie sich übergeben, doch das würde auch zu nichts bringen. Nichts würde sich ändern, nichts würde sich beruhigen, vokalem nicht ihr Inneres.
In ihrer Brust hatte sich ein Knoten gebildet mit den letzten Monaten, ein Knäul voller Wut und Hass, was sie zusammen geschnürt hatte, damit es nicht nach Außen gelangte, damit sie niemanden verletzte.
Sie wollte nie wieder wie ein Tier eingepfercht werden. Sie durfte niemanden einen Grund dafür geben.

Ihre Finger verkrampften und ballten sich nur langsam zu Fäusten, die sie dann erst wieder sinken ließ, als ihr schneller Atem sich beruhigte und Jack sie schließlich losgelassen hatte.
In ihrer Brust spürte sie wie ihr Herz immer noch heftig gegen das Innere ihres Körpers, sie dachte einen Moment daran, wie einfach es wäre, wenn es aufhören würde zu schlagen, doch dann sah sie auf Jack. Und konnte nicht anders, als ihre angespannten Muskeln erschlaffen zu lassen und ihn still schweigend anzusehen.

In diesem Moment erinnerte er sie nur noch an den kleinen Jungen auf dem Spielplatz, der mit seinem blauen Auge neben ihr saß, während sie an ihrem ausgeschlagenen Zahn fummelte.
Damals war die Welt trotz ihrer missbrauchsbehafteten Elternhäuser alles sehr viel einfacher gewesen und sehr viel friedlicher.
Damals war sie auch noch vollständig gewesen und hatte nicht so viele Probleme gehabt, sich wie ein normaler Mensch zu benehmen. Wieso hatte es sich alles so verändert?
"Jack", begann sie, langsam, immer noch mit einem Zittern in der stimme, "Wir müssen etwas tun."
Roel musste schlucken. Auch wenn es beinahe unmöglich war, den Plan durchzuführen, den sie sich vorgenommen hatte.
Doch bevor sie weiter reden konnte, bemerkte sie, dass ihr die Stimme dazu fehlte. Sie konnte nicht mehr. Nicht heute. Nicht jetzt.


Schnee fiel. Die leichten Flocken blieben auf ihrem Reiseumhang haften, landeten sanft auf der groben Wolle ihres Pullovers und schmolzen auf der Spitze ihrer Zigarette, die gerade zwischen ihren Lippen klemmte.
Die Bank auf der sie saß, war alt und morsch, dennoch schien sie die zwei Personen zu tragen, die sich darauf befanden.
Neben ihr saß Jack.
Es war zugegebener Maßen ungewohnt mit ihm so friedlich zusammen im Garten zu sitzen, während sie Malfoys Hund dabei zu sahen, wie er unbedarft Barty hinterher rannte, der wie ein Geisteskranker über die Felder lief, immer ein Gewehr in der Hand.
Crouch befand sich hunderte Meter entfernt auf dem weitläufigen eingeschneiten Garten vor ihnen dennoch konnte Roel erkennen dass er es war und dass einige andere Todesser heute auch auf den Ländereien arbeiteten.

Seit dem Erhalt des Briefes waren einige Tage vergangen, vielleicht auch eine Woche, Roel war sich bei solchen Dingen nicht mehr sicher. Die Zeit verging manchmal schnell, fließend und manchmal zäh, wie heute.
Natürlich hatte sie sich Barty gleich danach vorgeknöpft. Und natürlich war sie gescheitert. Er hatte nichts damit zu tun, er versicherte es ihr immer und immer wieder und sie wusste, dass es stimmen musste.
Er konnte sie nicht anlügen. Nicht nachdem, wie sie ihn kannte und was sie in ihm gesehen hatte.
Danach war Roel in ein Loch gefallen, aus dem sie bis jetzt noch nicht wieder heraus gefunden hatte. Sie lachte kaum, war eigentlich ständig abwesend und antwortete nur beiläufig wenn sie etwas gefragt wurde. Eigentlich fast schon so, wie damals in Hogwarts, als Jack und sie sich nicht mehr gesprochen hatten, nur dass sie ihn jetzt nicht mehr ignorierte.
"Wie geht es dir?", fragte sie auf einmal unvermittelt und mit ihrem kühlen Unterton, den sie sich wieder zugelegt hatte.
Dabei beobachtete sie weiterhin aufmerksam Barty, wie er nun dem Hund hinterher rannte, als er eines seiner Übungsziele weggeschnappt hatte und damit verschwinden wollte.
"Ich weiß nicht, ob…" Beinahe hätte sie ihn gefragt, ob er gehen wollte, doch dann hielt sie sich zurück. Es musste alles nach Plan laufen.
"Ich weiß nicht, ob ich es dir schon gesagt habe… aber der Lord… er will dich sehen."
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Jack Donahue
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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   So Dez 15, 2013 8:01 pm

An dem Abend, den Jack am liebsten vergessen würde, war er die halbe Nacht aufgeblieben und hatte sich stillschweigend mit Whiskey betrunken.
Ehrlich gesagt, war er seitdem kaum einmal nüchtern gewesen. Wie viel Zeit vergangen war? Er wusste es nicht. Am liebsten hätte er gar nichts mehr gewusst. Roel schien ihn einfach zu ignorieren. Vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall redete sie kaum. Das war ihm auch das Liebste. So musste er nicht antworten.
Das Schlimmste waren die Nächte. Stundenlang lag er wach und schlief erst in den frühen Morgenstunden ein, um von Alpträumen geplagt zu werden. Wenn er dann aufwachte, war das Erste der Griff nach der Whiskeyflasche. Auch nach Sammy hatte er nicht mehr gefragt. Sollte sich doch jemand anders darum kümmern.

Heute war er das erste Mal wieder draußen. Hatte das Haus verlassen. Doch er konnte sich nicht darüber freuen. Es war kalt und der Schnee schmolz auf seiner Haut. Roel saß neben ihm, doch er nahm sie kaum wahr. Sie hatte ihn wohl mit hier raus genommen. Er erinnerte sich nicht wirklich. Da war einfach nur diese Leere.
Schweigend saßen sie nebeneinander und rauchten. Diese Angewohnheit, die er eigentlich zwangsweise in dem Zimmer aufgehört hatte, war wieder gekommen. Natürlich.
Er beobachtete den Rauch, wie er langsam verblasste, als Roel auf einmal redete. Er drehte sich nicht zu ihr um, sondern starrte einen Rauchring an, der von Schneeflocken zerpflückt wurde. Sie fragte ihn, wie es ihm ginge. Seine Antwort war ein einfaches Schulterzucken. Sie hatte selbst genug Scheiße am Hals. Da musste er sie nicht auch noch weiter runterziehen. Außerdem wollte er auch nicht darüber reden. Ehrlich gesagt hatte er seit besagtem Abend kaum geredet. Warum jetzt damit anfangen?
Sie redete weiter. Stotterte fast. So, als hätte sie Angst vor diesem Satz. Jack zog noch einmal an seiner Zigarette und starrte weiter den Rauch an, als hätte er sie nicht gehört. Der Lord wollte ihn also sehen. Ein raues, trauriges Lachen drang aus seiner Kehle und er sagte heiser: "Dann bring mich zu eurem Lord. Die Show muss schließlich weiter gehen."

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   So Dez 15, 2013 8:29 pm

Roel hatte ihn noch lange angesehen, während sie ihre Zigarette weiter geraucht hatte. Sie hatte über alles mögliche nachgedacht, ob sie ihm vielleicht nicht einfach alle Einzelheiten ihrer gemeinsamen Geschichte erzählen sollte, ob er ein Recht hätte, die Geheimnisse zu erfahren, die sie vor ihm hatte. Doch sie entschied sich dagegen. Es war zu früh, es war zu gefährlich und sie war sich nicht einmal sicher, ob er es jemals erfahren sollte.
Was wichtig war, war das jetzt und dass-
Die junge Frau hielt mitten in einem ihrer Atemzüge inne und starrte auf die Person, die auf sie zu geschritten kam. Crouch.
Einen Moment fuhr ein kalter Schauer über ihren Rücken, ehe sie sich gerade hinsetzte ihre Sonnenbrille aufsetzte, die sie auf ihrem Kopf, in ihren Haaren geklemmt, getragen hatte und sah ihn dann mit einem aufgesetzten falschen Lächeln an, dass äußerst zufrieden aussah.
Fast schon so, als ob sie gestern noch guten Sex gehabt hätte.

Bartys Schritte schienen schwer zu sein, angestrengt und mit einem verbissenen Lächeln ausgestattet blieb er kurz vor Roel stehen und setzte sich dann ungefragt neben sie auf die Bank und damit direkt zwischen Jack und der blonden Todesserin.
"Ich hoffe du hast ihn schon informiert."
"Gerade eben, Mäusezahn", fügte sie rasch hinzu, zauberte damit auf Crouch Gesicht ein breites Grinsen, als sie es eigentlich beabsichtigt hatte. Er musste auch immer triumphierend aus einer Beleidigung hinaus gehen…
"Sehr gut… nun, eigentlich hatte ich mit dir allein reden wollen, aber da unser Neuzugang hier genau so ein Recht darauf hat das zu hören, sag ich es halt jetzt. Ich bin stolz auf dich, Carolyne."
Einen Moment glaubte Roel sich verhört zu haben und sah Crouch ehrlicher Weise verwirrt an.
"Was bitte?"
"Ich bin stolz… ich hätte wirklich nicht gedacht, dass du dich irgendwann noch einmal so im Griff haben würdest. Nicht nachdem, wie schlecht dir damals das ganze bekommen ist."
Einen Moment lang schwieg Roel, sah aus dem Augenwinkel hinüber zu Jack und nickte dann schließlich.
"Als ob es dir damals besser gegangen wäre. Wichtig ist, dass alles funktioniert hat. Eine weiter Herausforderung gemeistert, Donahue hier kann uns helfen einige wichtige Ziele zu erreichen. Das sollte dich eher freuen."
Bartys Antwort war ein einfacher Blick hinüber auf Jack. Im ersten Moment sah er ihn abschätzend an, ehe er ihn anlächelte und auf die Schulter klopfte.
"Hört sich doch gut an. Aber eines möchte ich doch noch wissen…"
Roels Magen drehte sich schon wieder um. Crouch versuchte Jack zu provozieren, war ja klar gewesen. Wieso hatte sie ihn auch einfach neben ihn sitzen lassen?
"Wie fühlt sich das an? Ich weiß es nicht, ich war noch nie ein Verräter." Crouchs ruhige Art verschlimmerte die Aussage seiner Worte noch. Es war nervenzerreißend ihm dabei zu zusehen, zumindest für sie.
Schließlich legte er auch noch seinen Arm um Jack und drückte ihn fast schon väterlich an sich.
"Willkommen in der Familie, Kleiner."
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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   So Dez 15, 2013 9:13 pm

Es kehrte wieder Stille ein. Roel sah ihn an, doch Jack sah bald wieder geradeaus. Er spürte ihren Blick, doch er konnte ihr nicht in die Augen sehen. Sie waren genauso leer wie seine eigenen.
Bald bemerkte er, dass jemand auf sie zukam. Crouch. Er hatte ihn einige Male aus seinem Zimmerfenster beobachtet und er konnte auch die Szene in dem Kerker nicht vergessen. Doch sofort dachte er wieder an etwas anderes. Damals hatte er Rowan das letzte Mal gesehen.

Der Mann setzte sich zwischen sie und fing an mit Roel zu reden. Jack wurde wie immer geflissentlich ignoriert. Sie redeten über ihn, als ob er nicht da wäre. Ihm war es recht so. Er bemerkte, dass seine Zigarette fast ausgebrannt war und zertrat sie im Schnee.
Die Sticheleien, die die Beiden sich entgegen warfen und die seinen Verdacht, dass sie zumindest einmal etwas miteinander hatten, fast bestätigten, ließen ihn komplett kalt. Roel konnte ins Bett mit wem sie wollte. Vielleicht hatte es ihr sogar genutzt und sie war in deren Augen vertrauenswürdiger geworden.
Aus dem Augenwinkel sah er, dass sie ihn nun Beide ansahen. Jack wandte sich nun auch an die zwei Todesser und bemerkte Crouchs abschätzenden Blick. Der Mann vor ihm lächelte auf einmal und klopfte ihm auf die Schulter. Dann fragte er ihn diese eine Frage, ruhig und sachlich, die ihn noch vor kurzem dazu gebracht hätte, innerlich aufzuschreien. Doch wenn man selbst niemand mehr war, fiel es einem um einiges leichter, eine Rolle zu spielen. Ein emotionsloses Lächeln stahl sich auf sein Gesicht und er antwortete: "Es hat seinen Reiz."
Dann legte der Ältere einen Arm um ihn und drückte ihn an sich. Jack lies es wortlos über sich ergehen.

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Sa Dez 21, 2013 6:46 pm

Crouch blinzelte. Sein Mund öffnete sich einen Moment, als ob er etwas zu sagen hatte, doch er hielt schließlich inne. Schweigend betrachtete er Jacky einen Moment lang.
Er musste endlich damit aufhören.
Sein Arm zuckte bevor er ihn schließlich langsam zurück zog. Seine Hände legten sich auf seinen Schoß, ehe sie wieder noch oben schossen und er sich aus seiner Manteltasche Zigaretten und Streichhölzer holte.
"Interessant", murmelte er vor sich hin und zündete sich ebenfalls eine Kippe an. "Du musst wissen, Donahue… Meine Wenigkeit hat die Aufgabe sich hier um die Ordnung zu kümmern. Um die Reinhaltung unserer Reihen, wenn man so mag."
Hör auf, Crouch. Nicht jedes Mal.
"Und zu diesem Zwecke…" Barty zog genüsslich an der Zigarette. "Bin ich natürlich auch für Neulinge zuständig. Ganz besonders für dich."
Sein Blick traf wieder Jack, er schien ihn quasi zu durchbohren, während er sich seine Gesichtszüge und Emotionen darin einprägte. Wie er die Augen aufschlug und wie sich seine Brust hob und senkte, während er atmete. Würde sein Puls schneller werden, wenn er ihn einer Befragung unterzog?
Ein Lächeln strich über seine Lippen. Vielleicht würde er das. Und vielleicht würde er später aufhören sich seine Lieblinge heraus zu picken...
"Vielleicht wusstest du das nicht, aber… wir Todesser sind nicht ein loser Verband von blutlüsternen Vollidioten, wie es die Greifer sind." Sein Blick huschte hinüber auf Roel, sah sie einen Moment lang schmunzelnd an, ehe er sich wieder abwandte.
"Deshalb möchte ich dich bitten", seine Tonlage hörte sich nach allem anderen an, nur nicht nach einer Bitte, "dass du mir einige Informationen über dich gibst. Am besten sofort. Ohne deine Beschützerin, in meinem Büro. Einverstanden?"
Wieder sah Barty Jack an. Sein Grinsen war verschwunden, Kälte durchzog seine Mimik, von der auch Roel einen Schauer über den Rücken bekam.
Er meinte es ernst. Er würde ihn ausquetschen, bis er auf den Grund von dieser Lächerlichkeit kam.

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Sa Dez 21, 2013 7:21 pm

Als er endlich von ihm abließ, setzte Jack sich wieder gerade hin. Crouch schien ihn zu beobachten und es lief ihm kalt den Rücken herunter. Dieser Kerl war ein hohes Tier hier und Jack wollte bei ihm eigentlich keine Aufmerksamkeit erregen. So wie er ihn ansah, schien es allerdings zu spät zu sein.
Er fing wieder an zu reden. Lobte die Todesser und seine Rolle bei ihnen. Man merkte ihm an, dass er stolz darauf war, dazuzugehören. Diesmal schien er Roel auszublenden. Jack sah ihn direkt an. Er wollte und durfte bei diesem Mann keine Schwäche zeigen. Allein bei dem Wort 'Reinheit' sah er reflexartig kurz weg. Er fragte sich, ob Crouch dieses Wort mit Absicht gewählt hatte. Schließlich wusste er, dass es mit Jacks reinem Blut nicht weit her war. Doch das wussten sie von Anfang an. Trotzdem brauchten sie ihn für irgendetwas. Jack hatte nur nicht den geringsten Schimmer für was. Doch was es auch war. Er würde sie in dem Glauben lassen, es zu erledigen.
Zuerst dachte Jack, Crouchs nächste Sätze würden wieder auf seine Herkunft abzielen. Dass er als 'Schlammblut' einer genaueren Untersuchung bedurfte. Doch die Blicke die darauf folgten, ließen ihn das in Frage stellen.
Er sah ihn nicht einfach nur an. Er sah in ihn hinein. Jack fragte sich, was er dort zu finden glaubte. Auf jeden Fall schien er damit zufrieden zu sein, so wie er lächelte.
Dann bat, oder besser befahl er ihm, sich einer Befragung zu unterziehen. Nun war jedwede Freundlichkeit aus seinem Blick verschwunden, als wäre sie nie dagewesen. Er bemerkte, dass Roel kurz zusammenzuckte. Doch Jack hielt seinem Blick stand. Er würde sich keine Blöße geben.
Darum nickte er nur und stand dann auf. Darauf wartend, dass Crouch ihn mit in sein Büro nahm. Was auch immer er mit ihm vorhatte, Jack würde seine Rolle spielen. Bevor sie gingen sah er noch einmal zu Roel und mit einem schiefen Grinsen gab er ihr zu verstehen, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchte.

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Sa Dez 28, 2013 12:27 am

Er konnte es nicht lassen oder?
Ein leichtherziges Lächeln zierte seine Lippen, während er sich an seinen Schreibtisch setzte. Sein Büro hier in Malfoy Major war dem im Ministerium nicht unähnlich, sie schienen fast identisch, obwohl das hier um eines kleiner zu sein schien.
Während er sich gegen die Rückenlehne seines Sessels schmiegte und einen Moment in das Feuer blickte, das neben ihnen prasselte, schien er über einiges nachzudenken.
Über ihn. Über Jack. Über die ganzen Menschen, bei denen er daran war ihr Leben zu zerstören und wieso es ihn so unheimlich glücklich machte. Es füllte einfach eine Lücke, die nicht mehr gefüllt werden konnte.
Auf Crouchs Gesicht hatte sich inzwischen eine Zufriedenheit ausgebreitet, die er (zumindest in letzter Zeit) durchaus nicht oft verspürt hatte. Es fühlte sich fast schon an, wie eine kuschlige Wärme, die sich in seiner Brust ausbreite, fast als ob er ein Herz hätte. Und zuletzt hatte er das gefühlt, als er seinen Rhydian besucht hatte. Hach. Da kamen Erinnerungen hoch.

Während sich sein Blick noch verklärt auf das Feuer gerichtet hatte, schien sein Körper sich langsam wieder in Jacks Richtung zu bewegen, als er sich nach vorn lehnte und sich mit seinen Ellenbogen auf der Tischplatte abstützte.
Seine Augen fixierten die von Jack. Spitze Pfeile, die sich in seinen Kopf hineinbohren wollten, doch er hielt sich zurück. Er hatte noch genug Zeit mit dem Jüngeren. Er konnte sich eigentlich zurück lehnen.
"Jacob Donahue. Schlammblut und trotzdem … Todesser?" Er begann den Satz wie die Überschrift eines der billigen Käseblätter, die im Ministerium verteilt lagen. Vielleicht sollte er sich mal mit Reeta Kimmkorn in Verbindung setzen, zumindest hatte sie einen wunderschönen Mist über ihn bei seiner Verurteilung vor einigen Jahren geschrieben…
Er riss sich wieder aus seinen Gedanken und grinste Jack schließlich breit an.
"Was geht hier vor, Jack? Was. geht. hier. vor, hm? Natürlich man hat mir 'glaubhaft' versichert, dass du uns helfen könntest. Dass du Verbindungen zu Potter hast, zu den Weasleys und dem Orden. Dass du Informationen aus dem alten Ministerium hast, die uns nützlich sein könnten und ah-" Ihm schien ein Licht aufgegangen zu sein. "Dass es vielleicht sein könnte, dass du mit gewissen Salems , mit den verdorbenen wohlgemerkt, eine tiefere Verbindung hast, als man auf den ersten Blick meinen möchte."
Barty seufzte. Das ganze war eine Komödie, eine Farce, die er dennoch mitspielte. Um zu sehen, was sie ihm vielleicht bringen könnte.
"Doch das wichtigste scheint wohl zu sein… Und da muss ich der kleinen Carolyne wirklich meine Glückwünsche aussprechen, dass sie den Lord überzeugen konnte… dass du weißt, was Potter vor hat. Und dass er die Hocruxe vernichten will, die der dunkle Lord erschaffen hat."
Sein Grinsen verschwand. Crouchs Blick haftete auf Jack und ließ ihn nicht mehr los. Vielleicht erst, wenn er glaubhafte Antworten haben würde. Doch das bezweifelte er stark.

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Sa Dez 28, 2013 1:04 am

Er war Crouch kommentarlos gefolgt und als er ihn zu seinem Büro brachte sah er sich kurz um. Es schien ein normales Bonzenbüro zu sein. Alte Regale mit noch älteren Büchern darin, ein Kamin und dieser verdammt schwere Eichenschreibtisch, der sogar einige Verzierungen aufwies. Es schien fast penibel sauber zu sein. Jack kam sich vor, wie in einem schlechten Film, als er sich vor Crouch auf einen ledernen Stuhl fallen ließ, der niedriger war, als der des Todessers und somit gleich zeigte, wer hier auf der Anklagebank saß. Doch anstatt eine Katze zu streicheln und Filmzitate von sich zu geben, schien Crouch sehr zufrieden mit sich selbst in seinen Gedanken versunken zu sein. Jack räusperte sich. Er wollte den Mist hier hinter sich bringen, um sich schnellstmöglich einer angefangenen Whiskeyflasche zu widmen, die neben seinem Bett auf ihn wartete.
Endlich schien Crouch ihn zu bemerken. Er lehnte sich näher zu ihm, sodass Jack den alten Tabak in seinem Atem riechen konnte. Er verzog kaum merklich das Gesicht und lehnte sich dann an seine Stuhllehne. Crouch spießte ihn mit seinen Blicken regelrecht auf, doch Jack war das langsam gewohnt. Niemand hier schien ihn leiden zu können. Aber er hatte auch nichts anderes erwartet.
Dann fing das Verhör an und man bemerkte, dass Crouch nicht ganz so viel Vertrauen in ihn hatte, wie der dunkle Lord. Seine Fragen drückten das nur allzu deutlich aus. Jack verschrenkte die Arme vor der Brust. Dieser Kerl schien wirklich zu denken, er würde hier Dinge aus ihm herauspressen. Doch das war kaum möglich. Mittlerweile war Jack der Meister des Pokerfaces. Der Beweis dafür, er war noch nicht in einer Irrenanstalt gelandet. Das nahm er als Pluspunkt.
Jack hörte sich den Monolog des Irren an und sagte dann, ohne eine Gefühlsregung: "Der Salem, den Sie meinen ist tot. Demnach wird das definitiv kein Problem geben." In ihm zerbrach bei diesem Satz etwas. Es auszusprechen machte es zu einer Tatsache. Doch man merkte ihm nichts an. Sein Blick blieb weiter abweisend, kalt und gefühllos. Kurz dachte er daran, dass er Roel früher für diesen Gesichtsausdruck die 'Eisprinzessin' getauft hatte. Mittlerweile war er wohl selbst nicht besser.
Nach dieser kurzen Pause sprach er weiter. "Dass ich als Schlammblut hier bin, mag ungewöhnlich sein. Doch Ihnen Grund genug, mir zu glauben, dass ich genügend Informationen vorzuweisen habe um hier geduldet zu werden. Vertrauliche Informationen, die ich mit niemand anderem als dem Lord teilen werde."
Was er dem allerdings sagen sollte, war ihm schleierhaft. Darüber würde er noch mit Roel reden müssen. Erst jetzt machte er sich darüber Gedanken. Vielleicht sollte er wirklich einmal weniger trinken.
"Was den Grund angeht, dass ich das freiwillig mache... Das sollte auf der Hand liegen, wenn sie auch nur ein wenig recherchiert haben. Alle Menschen, die mir etwas bedeutet haben sind tot. Ermordet vom Krieg. Alle außer Roel und meinem Bruder und die sind hier. Roel hat mir versichert, dass dieser Krieg vom Lord fast gewonnen ist. Wenn ich also meine Hilfe anbiete, wird er schneller vorbei sein und ich kann wenigstens die paar Menschen retten, die mir geblieben sind. Ist das ein Grund mit dem Sie leben können?"
Weiterhin emotionslos starrte er genauso auf Crouch zurück, wie dieser ihn vorher taxiert hatte. Sein Blick war kalt und leer und stechend. Wenn Crouch dachte, er würde ihn hier klein machen, hatte er sich geirrt. Jack hatte nichts mehr zu verlieren. Somit hatte der Todesser keine Chance.

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Sa Dez 28, 2013 1:56 am

"Tot also, hm? Und woher hast du diese Information?"
Seine Stimme war kalt und schwer, er ließ sich Zeit damit die Worte auszuformulieren, um genau seine Reaktion sehen zu können.
Denn Bartys Augen hafteten immer noch auf Jack. Er musterte ihn eindringlich, merkte sich jedes Detail in seinem Gesicht. Vielleicht brauchte er die Informationen später noch, vielleicht sollte er sich alles einprägen und vielleicht interpretierte er auch in die Sache zu viel hinein.
Doch er konnte nicht vorsichtig genug sein oder? Er schuldete dem Lord Treue und harte Arbeit, sodass er nichts außer Acht lassen musste. Jeder konnte ein Verräter sein. Und er wollte es nicht werden.

Mit jedem weiteren Gedanke wurde Bartemius allerdings eines klar. Wie er den kleinen Mistkerl doch hasste. Zwar bemühte er sich, es ihm nicht all zu deutlich zu zeigen, doch seine Mimik schien ihn stellenweise zu verraten.
Ein kleines Schlammblut, dass sich in ihre Reihen geschlichen hatte. Ein Lügner. Ein Verräter. Und er brauchte Beweise, dass der Lord sich geirrt hatte. Dass er von Angst und Macht besessen war und sogar Barty dieses Mal sagen musste, dass er ihn am liebsten offen kritisieren würde. Doch er konnte nicht. Niemand hatte ihn je auf seine Fehler hingewiesen ohne zu sterben. Oder ohne dass ihm gar schlimmeres widerfahren war.

Crouch seufzte. Etwas in ihm tobte, was Jack vielleicht nicht deuten konnte und vielleicht auch nicht er selbst. Ob er nun verwirrt oder wütend war, konnte er wie so oft nicht genau entziffern.
"Natürlich, uns liegen Informationen aus vertraulichen Quellen vor, dass Rowan Salem gefallen ist. Aber die sind mit Vorsicht zu genießen. Weißt du, Jack", er dehnte seinen Namen lange aus, als ob er nach einem Geheimnis darin suchen würde. "Mit diesen Daten verhält es sich genauso wie mit Gerüchten. Manche sind war. Manche nicht. In manchen steckt ein Körnchen Wahrheit."
Er grinste ein wenig, schnaubte verächtlich bei dem Gedanken auf.
"Dass Rowan Salem tot ist, mag zwar stimmen, doch liegen uns auch Informationen vor, dass ich letzten Monat mit einer Banshee nach Irland durchgebrannt bin. Und wie du siehst, bin ich immer noch hier und unbefleckt von solchen Fantasien."
Langsam lehnte er sich wieder zurück, er starrte Jack immer noch an.
"Also…? Woher nimmst du dir die Sicherheit das zu sagen? Nur aus Neugier? Wer hat dir verraten, dass dein Liebchen tot ist?"

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Sa Dez 28, 2013 2:41 am

Crouch schien ihn zu hassen. Sein Blick drückte zumindest genau das aus. Auch Jack war von dem Anderen nicht gerade angetan. Doch er durfte es sich im Gegensatz zu Crouch nicht anmerken lassen, wenn er weiter Teil dieses kranken Clubs sein wollte. Das Leben hier war manchmal wirklich nervtötend.
Jack konnte es nicht leiden, wie der erwachsene Mann vor ihm sich benahm, wie eines dieser Mitläufer - Kinder, die man immer mal wieder auf dem Schulhof beobachten konnte. Eigentlich war diese ganze Organisation nichts anderes. Der dunkle Lord war der Boss auf dem Spielplatz. Der große Schlägertyp. Und die Todesser waren die, die selbst nichts erreichten und sich an ihn hielten um ein bisschen von seiner Macht abzubekommen.
Der einzige Unterschied war, dass Schulhofschläger normalerweise weder folterten noch töteten. Hier war das ja Gang und Gebe. Er fragte sich, ob Crouch so etwas vorschwebte. Eigentlich war seine Gesellschaft jedoch schon Folter genug. Der Todesser hatte eine Art an sich, bei der man sich durchgehend irgendwie belästigt fühlte. Er strahlte einfach etwas unglaublich widerliches aus.
Doch seine Gedanken wurden unterbrochen von ein paar Sätzen, die seinen Herzschlag für einen Moment aussetzen ließen. Es gab noch Hoffnung, dass Rowan lebte? Er wusste, dass seine Mimik einen Moment lang ganz und gar nicht perfekt war. Eher irgendwo zwischen hoffnungsvoll und fassungslos. Schnell versuchte er es zu ändern und fragte sich, ob es dem Ekelpaket auffiel, dass er nun viel mehr Interesse an dem zeigte, was der Todesser zu sagen hatte. Die kurze Entgleisung hatte er mit Sicherheit nicht übersehen.
Doch das konnte er nun nicht mehr ändern. Es interessierte ihn auch nicht wirklich. Er war davon ausgegangen, dass der Brief an Roel eine Tatsache war. Unanfechtbar. Vielleicht auch nur, um nicht schon wieder den Verstand zu verlieren. Es war auf einmal viel schwieriger, Crouchs dummes Getue emotionslos zu ertragen. Schließlich waren gerade ein paar der nervigen Dinger regelrecht gewalttätig aus ihrem Winterschlaf gerissen worden.
Trotzdem versuchte er es und glaubte sogar, es einigermaßen hinzukriegen. Als das Ekel geendet hatte, fragte sich Jack kurz, woher sie wussten, dass Jack und Rowan... doch es war eigentlich egal. Wichtiger war, ob Roel Probleme bekommen würde, wenn er sagen würde, woher er es wusste. Doch er wägte das ganze kurz ab. Immerhin dachte sie ihr Burder sei gestorben und sie lebten in einem Zimmer... es wäre schwer gewesen, es vor ihm zu verheimlichen. Also sagte er zu Crouch und versuchte dabei, auch seine Stimme weiterhin emotionslos zu halten: "Roel hat es mir erzählt. Sie dachte, es würde meine Überzeugung hier zu bleiben festigen, wenn ich weiß, dass auch er tot ist." oder vielleicht auch nicht... "Außerdem scheint es eine recht glaubwürdige Quelle zu sein, wenn Roel es glaubt. Und sind wir mal ehrlich, ich weiß zwar nicht, was Sie für einen Geschmack haben, doch es würde mich wundern, wenn es wahrscheinlicher wäre, sie mit einer Banshee durchbrennen zu sehen, als dass Rowan tot ist." Jack war sich da eigentlich gar nicht so sicher, da der schmierige Typ ihm vorkam, als würde er alles vögeln, dass sich nicht wehrte. Aber das konnte er ihm schlecht ins Gesicht sagen.
Hoffentlich merkte er nicht, dass er Jack gerade die beste Nachricht überbracht hatte, die er sich vorstellen konnte. Gut, er wusste, dass es ein kleiner Strohhalm war, an den er sich da klammerte, doch es war besser als nichts. Solang es noch eine Hoffnung gab, dass Rowan da draußen war, würde er hier nicht sitzen und seine Chancen etwas zu erreichen mit Whiskey verringern. Er würde sich nun anstrengen. Dieser Krieg musste so schnell wie möglich zu Ende sein. Schließlich wollte er Rowan wieder haben, sofern es ihn noch gab.

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Sa Dez 28, 2013 3:35 pm

Er blinzelte.
Hatte er ihn? Er hatte ihn… zumindest glaubte Crouch das für einen Moment, als er etwas in Jacks Blick aufblitzen sah. Der kleine hatte angebissen und jetzt musste er nur noch seinen weiteren Plan ausführen, um alles aus ihm heraus zu kitzeln, was er brauchen würde.
Dabei hatte er gerade noch so entspannt gewirkt, fast schon gelangweilt darüber, dass er jetzt mit ihm, seinem Vorgesetzten, reden musste. Schade eigentlich, ihr Spiel hatte doch gerade erst begonnen.
Wie ihm seine Mimik entgleist war, brachte Bartemius einen Moment zum Lächeln. Er liebte es einfach, wenn das passierte, wenn sie ihre Maske abnahmen und er direkt in ihr Inneres sehen konnte. Und genau das war Donahue passiert und er würde es nicht mehr wettmachen können. Jetzt, da er seine volle Aufmerksamkeit hatte…
Doch er musste von nun an klug vorgehen, genau abwägen was er als nächstes tun würde, denn Donahue war eine Person, die nicht so leicht zu manipulieren war, wie sein kleiner Bruder.
Er war stärker.
Diese Stärke galt es erst einmal zu brechen. Etwa mit einem kleinen Anreiz, einer weiteren Provokation? Vielleicht gar keine Information, mit der er nicht gerechnet hatte und Bartemius wusste ganz genau, welche Geschichten er da aus seinem Ärmel ziehen konnte. Davon wusste er sicherlich nichts.

Gelassen faltete der Todesser langsam seine Hände zusammen, lehnte sich wieder nach vorne und lächelte den Jüngeren fast schon selig an. Er war äußerst zufrieden mit ihm, das konnte und wollte er nicht verbergen.
"Also, Jack… Natürlich möchte ich dir meine Glückwünsche aussprechen, dass du Carolyne so vertraust und ihr bis in den Tod folgen würdest", bemerkte er spöttisch an. "Aber auch wenn auch ich großes Vertrauen in sie setze, liegt sie nicht mit allem was sie sagt richtig. Immerhin hat auch Salem ihre Geheimnisse, die sie nicht mit allen teilt, nicht einmal mit dir."
Desinteressiert schien er in einigen Dokumenten vor sich zu blättern, nahm einen Stapel Pergamente und begann langsam darin zu lesen. Donahue sollte sich ruhig unwichtig fühlen, immerhin war er das auch.
"Ich konnte den Akten entnehmen, wie es zu deiner Festnahme kam. Natürlich war ich an dem Tag in den Kerkern ja auch dabei, aber die meisten Informationen habe ich von Rhydian enthalten. … Natürlich kennst du ihn als Rockwood, entschuldige." Ein weiteres Grinsen huschte über seine Lippen, ehe er bei einer Seite halt machte und diese ganz besonders genau zu studieren schien.
"Hat dir Salem erzählt, wie es dazu kam, dass sie sich wieder unseren Reihen angeschlossen hat?"

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Mi Jan 01, 2014 6:59 pm

Er bemerkte, dass er einen Fehler gemacht hatte. Oder er hatte alles richtig gemacht. Leider konnte er Crouch nur soweit einschätzen, dass er wusste, dass der Kerl ein unglaublich widerliches Arschloch war. Doch im Moment schien er sehr zufrieden mit der Situation zu sein. Er lehnte sich zu ihm und Jack widerstand dem Drang mit seinem Stuhl nach hinten zu rutschen. Schließlich musste er zumindest ab jetzt wieder den Gelangweilten geben. Doch Jack war sich unangenehmerweise darüber bewusst, dass Crouch um einiges mehr Erfahrung darin hatte, Menschen zu durchschauen, als er selbst.
Er fing an zu reden und seine Worte trieften nur so von Spott. Jack zog seine Augenbrauen zusammen. Der Kerl stellte ihn hin, wie einen jämmerlichen Idioten. Gut, der musste er aus Crouchs Sicht ja auch sein.
Die Geheimnisse von denen Crouch sprach ließen Jack kalt. Er spielte wohl auf Dinge wie ihren Vater an, oder die Nacht, in der der dunkle Lord sie zu sich geholt hatte. Viele Geheimnisse konnte Roel wohl kaum vor ihm haben. Dafür kannten sie sich zu lang und außerdem hatten sie einen Plan in dem Geheimnisse definitiv fehl am Platz waren. Zumindest die, die ihn auch etwas angingen. Crouch sollte sich viel mehr darüber Gedanken machen, was Roel ihm verschwieg. Doch er schien nicht einmal mehr großartig an ihm interessiert zu sein. Jedenfalls sah er ihn nicht mehr an, sondern konzentrierte sich eher auf ein paar Dokumente, die vor ihm auf dem Tisch lagen. Um wieder auf sich aufmerksam zu machen, damit er dieses Gespräch schnell hinter sich bringen konnte sagte er gelassen: "Jeder Mensch hat Geheimnisse, denke ich."
Crouch schien sich nun wieder auf ihn zu konzentrieren. Er sprach über seine Akten und den Tag im Kerker. Jack hatte lange nicht mehr an den Tag gedacht. Er zwang sich dazu. Rowan war seit diesem Tag verschwunden und Sam war gefoltert worden. Sam! Verdammt nochmal, er hatte seit diesem Brief nicht mehr an Sammy gedacht. Er musste den Kleinen schleunigst aufsuchen und hier rausholen. Doch zuerst musste er dieses dumme und sinnlose Gespräch über sich ergehen lassen.
Crouch riss ihn unvermittelt aus seinen Gedanken. Stimmt, vor lauter anderen Dingen hatte er das nicht mehr hinterfragt. Roel war einfach im Wald vor ihm gestanden, hatte merkwürdigerweise gesagt, er würde ihr wohl alles verzeihen und war verschwunden. Kurz kam für ihn die Frage auf, ob es wohl etwas zu verzeihen gab. Etwas, bei dem es nicht so einfach werden würde. Doch er schob diesen Gedanken beiseite. Crouch wollte ihn nur verwirren. Das konnte er heute Abend mit Roel allein besprechen.
Also sagte er: "Nein. Aber ich denke, das geht mich auch nichts an."
Er sah Crouch eine Weile lang an. Er fragte sich wie lange dieses Gespräch noch dauern würde. Dann entschied er sich für eine andere Taktik um das ganze ein wenig zu beschleunigen. Er lehnte sich zurück und verschrenkte die Arme vor der Brust. Sachlich sagte er: "Wir sind doch nicht hier um darüber zu reden, warum Roel hier ist, oder? Reden wir doch nicht mehr um den heißen Brei rum. Was wollen Sie von mir?"

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Mi Jan 01, 2014 8:27 pm

"Ach, ich denke dich geht das sehr wohl etwas an", Crouch war plötzlich aufgestanden und ging dann langsam um den Tisch herum, nur um an eines der vielen Bücherregale zu schreiten, den Rücken zu Jack gerichtet. Vorsichtig strich er mit seiner rechten Hand über die Rücken der Bücher, murmelte etwas unverständliches vor sich hin, vielleicht die Titel der alten Folianten, bis her inne hielt und seinen Körper wieder leicht zu Jack drehte, um ihn aus den Augenwinkeln zu betrachten.
Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Todessers. Er würde Jack Donahue brechen und auch wenn er normalerweise nicht sofort bei seiner ersten Sitzung mit so einer Information herausrückte, würde es dieses Mal ein riesen Spaß werden.

Die Hände der jungen Frau zitterten, während sie vor der alten Holztür in dem dunklen Gang vor Crouchs Büro auf und abging. Ihre rechte Hand fummelte immer wieder am Saum ihrer Jacke herum, die andere hatte sich zu einer geballten Faust verkrampft.
Ihre Gedanken rasten zusammen im Takt ihres Herzklopfens. Ihre Ohren waren gespitzt, ob sie vielleicht etwas verstehen könnte, was dort hinter der verschlossenen Tür vor sich ging, doch durch ihre eigenen unruhigen Schritte und ihren schnellen Atem konnte sie nichts verstehen.
Er würde es ihm sagen. Sie wusste es. Er würde ihm alles sagen.
Schon nach dem Gespräch draußen auf der Bank hatte sie gewusst, dass es jetzt vielleicht vorbei sein könnte. Barty hatte sie angesehen und ihr dieses Lächeln geschenkt, dieses wissende Grinsen mit dem er sie schon immer verspottet hatte…
Roel lehnte sich gegen die gegenüberliegende Wand, starrte auf die Tür und schloss ihre Augen. Vielleicht musste sie sich nur beruhigen. Vielleicht übertrieb sie auch nur.
"Wie redest du dich dieses Mal raus, Salem?"
Barts Stimme durchzuckte ihren Kopf, wie ein Blitzschlag. Sie riss ihre Augen auf und sprang instinktiv auf das Büro vor sich zu. Die Tür war verschlossen, egal wie fest sie rüttelte.

Crouch wandte sich um. Seine Aufmerksamkeit galt ganz Donahue vor ihm. Und wie es draußen vor dem Fenster langsam dunkler zu werden schien, die Sonne langsam unterging, veränderte sich auch Crouchs Mimik. Sein Lächeln verschwand.
"Kannst du dich noch an den Sommer erinnern, an dem sie euch verlassen hat? Es hat geregnet in Dublin, als sie mir über die Füße gestolpert ist. Wie aus dem nichts kam sie an, verängstigt wie ein kleines Reh…"
Bartemius verschränkte seine Arme und schien einen Moment lang über diesen Moment nachzudenken.
"Sie war ganz verwirrt. Natürlich ich wäre auch verwirrt, nachdem ich Monatelang mit Rowan Salem verbracht hätte. Und Gardien. Wenn man sich zulange in Gesellschaft von Muggelliebhabern aufhält, vergiftet das einem die Seele- Ach, nein Moment… Entschuldige mich, Salem hat ja keine mehr."

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Mi Jan 01, 2014 8:54 pm

Crouch wollte nicht von dem Thema Roel ablassen. Er stand auf und ging durch den Raum, während er Jacks Frage, warum er eigentlich hier war, geflissentlich ignorierte. Jack sah ihm nach und fragte sich, auf was der Todesser rauswollte. Das Lächeln auf seinem Gesicht jedenfalls schien nichts Gutes zu bedeuten. Trotzdem wurde er nun neugierig. Konnte es etwas geben, das er nicht wusste. Etwas wichtiges in Roels Leben, dass sie ihm verschwieg. Er konnte es sich eigentlich sehr gut vorstellen, wenn er so darüber nachdachte. Wann war Roel jemals komplett ehrlich zu ihm gewesen? Jahrelang hatte sie ihn ignoriert und selbst später... wenn es etwas zu wissen gab, hatte es ihm eigentlich immer Rowan mitgeteilt. Erst seit sie hier waren, redete sie offen mit ihm. Vielleicht... Nein! Das waren nur Crouchs dumme Psychospielchen. Da musste er drüber stehen. Gelangweilt und doch gebannt sah er sein Gegenüber an. Crouch Lächeln war nicht verschwunden und in dem Moment rüttelte es an der Tür. War das Roel?
Jack drehte sich kurz um, doch Crouch sah ihn mit einem Blick an, der es ihm unmöglich machte, nicht auf seine nächsten Worte zu hören. Und wenn Roel verhindern wollte, dass er es wusste, was auch immer es war, musste es dann nicht wichtig sein?
Draußen wurde es langsam dunkel, doch Jack achtete nicht darauf. Sein Blick war starr auf Crouch gerichtet, dessen Lächeln verschwunden war. Jack nickte auf seine Frage hin, ob er sich noch erinnern könne. Seine Art zu reden hätte Jack im Normalfall genervt. Diese arrogante Art und seine sinnlosen Metaphern. Doch im Moment wollte er nur wissen, was ihm Crouch sagen würde. Warum war Roel damals zurück gegangen? Jack hatte immer gedacht es hätte taktische Gründe gehabt. Gründe, die sie ihm noch nicht erzählen konnte. Vielleicht, falls der dunkle Lord ihn ausquetschen würde. Oder wie auch immer er es machte, dass jeder ihm die Wahrheit sagte. Doch dann hätte Crouch nichts davon gewusst.
Endlich redete der Todesser weiter. Rowans Name versetzte ihm kurz einen Stich, doch er schluckte nur und hörte dann wieder zu und was folgte ließ ihn die Augenbrauen hochziehen.
"Wie meinen Sie das? So schlecht, dass sie keine Seele hat, ist sie auch wieder nicht. Außerdem wüsste ich nicht, dass sie stumm und sabbernd in Askaban sitzt."
Da fiel ihm etwas auf. Crouch hatte sich damals als Moody ausgegeben und sie hatten ihn gefasst. Er war ein treuer Todesser gewesen. Hatte wahrscheinlich viele Menschenleben auf dem Gewissen. Den Schülern hatten sie nie gesagt, was für eine Strafe er erhalten hatte. Doch eigentlich hätte er den Kuss des Dementors bekommen müssen, wenn Jack sich nicht vollkommen verschätzte. Er starrte den Mann vor sich irritiert an. Er konnte nicht fassen, was er da eben entdeckt hatte. Es war auch zu irreal um wahr zu sein. Er fragte: "Was für eine Strafe haben Sie damals bekommen, als man Sie in Hogwarts erwischt hat? Müssten sie nicht... seelenlos sein?"

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Fr Jan 03, 2014 3:39 pm

Die Sonne verschwand und Crouch begann zu schmunzeln. Der Zauberer vor ihm belustigte ihn einfach zu sehr.
"Dass Roel ein schlechter Mensch ist, würde ich nicht bestreiten. Sie hat einiges getan, wovon du wahrscheinlich keine Ahnung hast, aber bravo - Ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass du jetzt erst darauf kommen würdest.
Aber ja, du hast recht. Roel besitzt keine Seele. Ich selbst habe auch keine mehr. Ob das jetzt positiv oder negativ behaftet ist, möchte ich jetzt nicht weiter ausführen…" Kurz hielt er inne und räusperte sich, für die nächsten paar Sätze durfte er nicht heiser sein, das würde doch nur den Pathos in seiner Stimme ruinieren.
Das Rütteln an der Tür hatte er bemerkt, überging es geflissentlich. Wenn Roel hier eindringen wollte, sollte sie es ruhig tun. Er wusste nur zu gut, wie er dann mit ihr umzuspringen hatte, damit sie spurte.
Also fuhr er lieber mit seinen Ausführungen fort, denn wie man vielleicht schon bemerkt hatte, mochte er es, wenn er sich selbst beim Sprechen zu hören konnte. Und das erschien ihm kein bisschen eine negative Eigenschaft zu sein.

"Der dunkle Lord brachte mich, seinen treuesten Diener zurück. Das ist mein Geschenk und dafür bin ich ihm ewig schuldig, solche kleinen Lügner wie dich aus dem Verkehr zu ziehen. Ich dachte lange genug, dass Salem mir endlich treu wäre und ich sie gut erzogen hätte, nach alldem was wir gemeinsam durchgestanden haben, aber da habe ich mich wohl geirrt."
Um seine Lippen kräuselte sich ein fahles Lächeln. Es erschien ihm furchtbar ironisch, dass er schon wieder vor dem Schlammblut stehen musste und wieder so nah dran war, ihn umzubringen. Mit dem kleinen Unterschied, dass ihn nun niemand aufhalten würde.
"Weißt du, Jack", er sprach seinen Namen mit einem besonderen Genuss aus, leckte sich kurz über seine Lippen. "Ich hätte es damals sehr genossen dich und deine kleinen Gryffindorfreunde zu quälen. Ich hätte euch gerne gefoltert, ja und im Hinblick auf die vergangenen Stunden 'Verteidigung gegen die dunklen Künste' erscheint mir das eigentlich auch für angemessen.
Ihr habt keinen Respekt. Weder vor dunkler Magie noch vor euch selbst.
Eine richtige schwarzmagische Erziehung hätte euch vielleicht gut getan und vielleicht hätte ich damals wirklich dich und die Weasley Zwillinge als Versuchskaninchen benutzen sollen, anstatt dieser langweiligen Spinnen."

Crouch faltete seine Hände zusammen und ließ seine Knöchel knacken, just nachdem er seine Hemdärmel nach oben gerollt hatte. Gleich würde es so weit sein, so laut wie das Wummern an der Tür inzwischen war.
"Und jetzt, Mr. Donahue, werde ich dich dazu bringen, mir alles zu erzählen. Was ihr vorhabt. Warum mich meine kleine Roel so hintergeht und was zum Teufel sie an dir findet." Crouch war nur noch weniger Zentimeter von Jacks Gesicht entfernt, während sich sein Lächeln schließlich vergrößerte und hinter ihm die Türe aufflog.

Als Roel das Zimmer betrat dachte sie einen Moment, dass Crouch Jack foltern würde. Dass er seinen Trieben wieder einmal nicht Einhalt geboten hatte und alles an ihm ausgelassen hatte, aber sie schien rechtzeitig da zu sein. Wenigstens dieses Mal.
"CROUCH-" Sie richtete ihren Zauberstab auf Bartys Rücken und obwohl sich ihre Hände anfühlten, als sie gleich anfangen würden zu zittern, hielt sie sich zurück. Sie war bereit, wenn es nötig wäre, würde sie ihn auch umbringen.
"Carolyne, nett dass du dich auch zu uns gesellst. Wir sprachen gerade über dich." Er drehte sich nicht um, Roel konnte erkennen, wie sein Kopf nur leicht nach hinten gezuckt war, sodass er sie desinteressiert aus dem Augenwinkel sehen konnte.
Unter seinem Blick fühlte sich wieder wie das kleine Mädchen, was sie gewesen war, als sie sich kennen gelernt hatten. Schnell blinzelte sie, kniff ihre Augen zusammen und presste ihre Lippen aufeinander.

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Fr Jan 03, 2014 4:29 pm

Mittlerweile hatte Jack seine Zurückhaltung fast vergessen. Irgendwann während Crouchs Unterstellungen Roel gegenüber war Jack aufgestanden. Er sah den Zauberer mit hasserfülltem Blick an. Sie war kein schlechter Mensch. Was auch immer sie getan haben mochte, sie war kein schlechter Mensch.
Doch dann redete Crouch weiter und was er sagte, lies Jack den Kopf schütteln. Verwirrt und ungläubig sah er sein Gegenüber an. "Das macht überhaupt keinen Sinn. Ohne Seele kann man nicht... es geht einfach nicht."
Jeder hatte schon Bilder im Tagespropheten gesehen. Bilder der Menschen, die den Kuss eines Dementors bekommen hatten. Wenn man sie überhaupt noch Menschen nennen konnte. Sie konnten nicht sprechen und schienen gar nicht von dieser Welt zu sein. Eigentlich wie tot, nur dass sie noch atmeten. Und dann diese leeren Augen... Jack schluckte. Roels Augen.
Mit vor Schock geweiteten Augen sah er Crouch an. "Das kann nicht sein. Du lügst doch! Sag mir, dass du lügst!"
Doch Crouch redete einfach weiter. Erzählte, wie der dunkle Lord ihn zurück gebracht hatte, nannte ihn einen Lügner und Roel eine Verräterin. Jack kniff die Augen zusammen. Das konnte nicht sein. Das war verdammt nochmal nicht möglich. Er weigerte sich, diese Geschichte zu glauben. Auch, wenn ihm ein Blick in Crouchs Gesicht sagte, dass es die Wahrheit war.
All diese verdammten Jahre in denen er sich gefragt hatte, was mit Roel nicht stimmte und in denen er alles auf ihren Aufenthalt bei den Todessern geschoben hatte. Diese ganze verdammte, verlorene Zeit.
Jack hörte nur mit halbem Ohr zu, was Crouch als nächstes von sich gab. Einen Crucio, auf den es wohl gerade hinauslief, hatte er erwartet. Die vorherige Geschichte nicht.
Das hämmern an der Tür wurde fast ohrenbeteubend. Zumindest für Jack. Er fragte sich, was Roel ohne Seele wohl überhaupt noch mitbekam. Kannte sie soetwas wie Freundschaft überhaupt wirklich? Oder verfolgte sie nur ganz andere Ziele mit ihm, die sie ihm noch nicht mitgeteilt hatte. Ziele, die ihr selbst nützlich waren?
Abwesend schloss er die Hand um seinen Zauberstab. Crouch machte sich anscheinend schon bereit, einen unverzeihlichen Fluch auszusprechen. Dann redete er weiter. Jack horchte auf. Was sie an ihm fand? Crouch ging es also auf die Nerven, dass Roel so viel Zeit mit ihm verbrachte, was bedeutete, dass es kein Plan der Todesser war. Kurz schämte er sich für seine vorherigen Gedanken. Es war immerhin Roel. Auch wenn er nun wusste, was mit ihr los war, veränderte sie das nicht. Schließlich hatte er ihr schon einmal misstraut und man hatte ja gesehen, wohin das geführt hatte. Diesen Fehler würde er nicht noch einmal begehen.
Er grinste und schüttelte dann den Kopf. "Ich werde dir nicht auch nur das Geringste erzählen, du krankes Monster. Egal was man mit ihr gemacht hat, im Gegensatz zu dir ist sie ein Mensch geblieben."
Dann zog er seinen Zauberstab und richtete ihn auf Crouch. Er würde nichts, aber auch gar nichts aus ihm rauskriegen. Außerdem hatte er es jetzt sowieso schon versaut. Da musste er auch keinen Crucio mehr über sich ergehen lassen.
In dem Moment krachte es und die Türe flog auf. Roel stürmte herein, schien mit einem Blick die Lage zu erfassen und richtete ihren Zauberstab ebenfalls auf Crouch.
Dieser schien sich allerdings kaum darum zu kümmern. Er begrüßte sie nur, als würden sie hier gerade ein Kaffeekränzchen feiern und sie wäre zu spät dazu gestoßen.
Ein Blick zu Roel zeigte Jack, dass die sonst doch recht selbstbewusste Frau hier definitiv Schwierigkeiten hatte, ihren Mann zu stehen. Gut, dann musste er das eben übernehmen. Seine Gedanken flogen regelrecht an ihm vorbei. Was sollte er tun? Schließlich hatte Crouch ihn durchschaut. Plötzlich kam ihm eine Idee. Er hob seinen Zauberstab und sagte: "Obliviate!" Dann packte er Roel am Arm und zog sie mit sich aus Crouchs Büro und wieder zurück in den großen Garten Malfoy Manors. Etwas außer Puste blieb er stehen, als er sich sicher war, dass sie weit genug gelaufen waren. Grinsend sagte er: "Er kann sich an das Gespräch heute nicht erinnern. Zumindest hoffe ich das. Wenn alles geklappt hat, habe ich das Ruder nochmal rumgerissen."
Mit Absicht erwähnte er nicht, was Crouch ihm anvertraut hatte. Er wollte nicht darüber reden und wie er Roel kannte, ging es ihr da nicht anders.

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Fr Jan 03, 2014 10:44 pm

Noch bevor Crouch reagieren konnte, flog er nach hinten und knallte direkt gegen die Bücherwand, mit der er sich vorhin noch so interessiert beschäftigt hatte. Einige Bücher und lose Seiten fielen aus den Regalen, direkt auf seinen bewusstlosen Körper, der zu Boden sackte und dort erst einmal liegen blieb.
Einen Moment lang dachte Roel noch er wäre tot, hätte sich den Kopf aufgeschlagen und hätte sie von ihrer Last erlöst, doch dann bemerkte sie wie seine Brust sich langsam hob und senkte.
Ruckartig wandte sie sich zu Jack um und schritt rasch auf ihn zu. Ihr ganzer Körper spannte sich an, während sich auch ihre Finger um ihren Zauberstab krallten, sodass das Blut ihre Knöchel verließ und sie weiß anliefen. Gedanken rasten, der Körper zitterte, als sie schließlich nach Jacks Oberarm griff und ihn unsanft an diesem packte.
Sie konnte nicht anders. Sie konnte sich nicht kontrollieren.
"Was hat er gesagt, Jack?" Sie presste ihre Zähne aufeinander, sie sprach gedrückt und schien noch zu versuchen sich zurück zu halten. "Was ist passiert?"
Der Griff der jungen Frau wurde stärker, vielleicht hätte man ihr diese Kraft und Wut nicht zugetraut, die sie nun ausstrahlte. Aber ihr Griff lockerte sich nicht.
"Jack… Ich meins ernst, was hat er gesagt?"
Gedanken durchzuckten sie, während sie mit hämmerndem Herzen auf Jack sah. Ihre Blicke trafen sich und sie schluckte bei dem Gedanken, was vor einigen Tagen passiert war.

Langsam war Bartemius auf Roel zugeschritten, er hatte sie eigentlich immer wieder umkreist, als sie gesprochen hatten. Langsam, gefährlich und abschätzig betrachtete er sie von oben bis unten, sodass sie sich fühlte, als ob er sie mit seinem Blick ausziehen würde. Sie hasste das und die meiste Zeit hasste sie ihn.
Er war ekelerregend, sodass sie wegsehen musste. Seine Stimme hörte sich unangenehm in ihren Ohren an, sodass sie sie am liebsten zugehalten hätte.
Aber sie konnte nicht. Wenn sie ihn verärgerte, würde sie dafür bezahlen und Jack auch.
"Der Lord spürt eine gewisse Unsicherheit in dir, Spätzchen", murmelte er. Seine Finger glitten in seine Jackentasche, um dort nach etwas zu fischen, dass aussah wie ein Beutelchen Tabak, doch Roel war sich nicht sicher. Sie sah auf große Gemälde links von sich, das eine der hohen Wände der Bibliothek schmückte.
"Tut er das?", antwortete sie unbeeindruckt, versuchte ihre innere Erregung zu verbergen. Doch ihre Stimme zitterte leise auf, als sie die letzte Silbe beendete.
"Ja, tut er. Er bezweifelt, dass du es durchziehen kannst, Donahue einzuwickeln. Er befürchtet du könntest verschwinden, wie damals. Und das wollen wir doch nicht oder? Nicht nachdem wir uns so viel Mühe gegeben haben, dass alles wieder aufgebaut wird."
Sie schloss ihre Augen und spürte eine schwere Müdigkeit, die langsam über sie herein fiel. Bald würde sie nicht mehr können. Es war eigentlich ein Wunder, dass sie jetzt noch stand.
"Du magst ihn. Er mag dich. Ihr seid sehr süß zusammen-"
"Wir sind Freunde. Aus Kindertagen, weswegen es mir wohl so leicht fallen würde, ihn zu überreden mit uns zu arbeiten, Bartemius", plötzlich wurde Roels Stimme scharf, sie wandte sich zu Crouch um und verengte ihre Augen misstrauisch zu schlitzen. "Hör auf mir Dinge zu unterstellen, die du nicht verstehst."
"Die ich nicht verstehe? Du meinst Gefühle. Echte richtige Gefühle und nicht nur das leere dumpfe Gefühl, dass du in dir brennen spürst? Ich denke du verstehst sie auch nicht, weshalb sollte ich dann noch an deiner Fähigkeit glauben, klar zu denken? Du vergisst, was du bist Salem!"
Crouchs Stimme wurde lauter, er hatte es wohl satt mit ihr zu spielen und wollte Klartext reden. Er hatte genug, genau wie sie.
"Du bist kein Mensch. Nicht mehr", knurrte er ihr entgegen, während sich sein Körper näher auf den ihren zubewegte, sie konnte seinen Atem auf ihrer Haut spüren, ehe er einige Zentimeter vor ihr zum Stehen kam und sie bedrohlich von oben herab betrachtete.
"Voldemort will Donahue. Er ist die perfekte Marionette, um näher an Potter zu gelangen und du bringst ihn unserem Lord. Verstanden?"
Roel starrte einen Moment ins Leere.
"Verstanden?"
Langsam nickte sie. Etwas zerbrach in ihr, was sie nicht genau deuten konnte. Immerhin, was sollte denn da noch zerbrechen, wenn sie sowieso nichts mehr hatte?

Roels fester Griff erstarb. Immer noch zitterten ihre Hände, als sie schließlich von Jack abließ und einige Schritte zurück ging, um Abstand zu gewinnen. Sie schien verwirrt und verängstigt von sich selbst zu sein. Sie fühlte sich wie ein Monster.
"Entschuldige- Ich weiß nicht", murmelte sie vor sich hin und fuhr sich schnell durch ihre Haare. "Wir müssen hier weg, Jack, sofort… Crouch darf uns nicht sehen, wenn er aufwacht, sonst reimt er sich noch alles mögliche zusammen", das Thema zu wechseln erleichterte sie um ehrlich zu sein mehr als man ihr ansah. Sie wollte nicht darüber reden, jetzt zumindest noch nicht und hoffte, dass Jack nichts von Barty erfahren hatte. Er durfte es nicht wissen, sonst waren die letzten Jahre allesamt umsonst gewesen.
"Wir gehen hier weg. Zumindest für ein paar Tage. Ich habe einen Auftrag in London zu erledigen und ich glaube, dann fällt es nicht auf, wenn wir dort übernachten. Irgendwo. In einer Herberge. Irgendwo in einem Muggelviertel."
Roel Stimme überschlug sich, genauso wie ihre Bewegungen. Hastig wandte sie sich von Jack ab, wirbelte herum, nur um dann wieder in Richtung von Barts leblosen Körper zu gehen, um ihn unter den Schultern zu packen und ihn hinüber auf ein Sofa zu verfrachten. Er war schwer, doch sie konnte ihn wenigstens unsanft darauf ablegen, nur um ihn dann fast vorsichtig die Haare aus dem Gesicht zu wischen.
Sie hasste den Kerl. Sie hasste den Kerl einfach.
Einen Moment schüttelte sie den Kopf leicht, strich ihm eine letzte Strähne aus der Stirn und winkte Jack hinüber zur Tür.
"Los, schnell - raus hier."
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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Fr Jan 03, 2014 11:56 pm

Der Zauber, der da aus seinem Zauberstab geschossen kam, hatte ihn selbst überrascht. Crouch schlug es regelrecht gegen das Bücherregal und Jack konnte machen, was er wollte, er empfand kein Mitleid.
Auch Roel starrte auf das Bündel Mensch am Boden. Kurz schien etwas hoffnungsvolles in ihrem Blick aufzuflackern (und Hoffnung war ein Gefühl. Seelenlose Menschen hatten keine Gefühle!), dass aber sofort wieder erstarb. Jack konnte es nicht genau nachvollziehen. Konnte es sein, dass sie gehofft hatte, er sei tot? Doch darüber wollte er sich jetzt keine Gedanken machen.
Roel kam auf ihn zu und packte ihn grob am Arm. An ihrer Stimme erkannte er, dass sie Angst hatte. Angst, dass er von ihrem... nennen wir es Zustand, wusste (Was nebenbei bemerkt ebenfalls als Gefühl gilt.) Er war kurz zu perplex von dieser unerwarteten Situation um zu Antworten. Dann fragte sie erneut, was passiert war. Ihr Blick wurde kurz abwesend, als würde sie über etwas nachdenken. Sie sah ganz und gar nicht glücklich aus. Ihrem Gesichtsausdruck nach, war sie kurz davor einfach durchzudrehen. Jack fasste kurzerhand einen Entschluss. Er sah mit schuldbewusstem Blick an ihr vorbei. "Dieses Arschloch wusste alles. Wirklich alles. Ich musste sein Gedächtnis löschen, sonst hätte er mich wahrscheinlich hier und jetzt umgebracht. Gut, ich hab wohl Scheiße gebaut. Wir sind aufgeflogen. Aber ich hab's ja in Ordnung gebracht, also hör bitte auf, mich zu behandeln, als hätte ich den 3. Weltkrieg ausgelöst."
Er wusste, dass sie ihm diese Geschichte nicht abnehmen würde. Sie kannte Crouch und wusste wahrscheinlich wie er tickte. Heute hatte er alles daran gesetzt, sie schlecht dastehen zu lassen. Also fügte er mit leicht angewidertem Lächeln hinzu:"Aber eins find' ich wirklich krank, Roel. Wie konntest du mit sowas vögeln?"

Sie ließ ihn los und ging ein paar Schritte zurück. Ihr Blick gefiel ihm nicht. Ganz und gar nicht. Er musste sich zusammenreißen, sie nicht einfach in den Arm zu nehmen. Ihr zu sagen, dass es okay war. Dass sie ja nichts dafür konnte (zumindest hoffte er das). Doch er durfte nicht. Er musste weiter so tun, als hätte er keine Ahnung. Schließlich war er sich ziemlich sicher, dass Roel nicht mehr viele schlechte Nachrichten ertragen würde. Also würde er zumindest die von ihr fernhalten, die er verheimlichen konnte.Die Panik, die er vorher in ihren Augen gesehen hatte, allein weil sie dachte er könnte etwas wissen, gab ihm genug Vorgeschmack davon, wie sie reagieren würde, wenn er ihr die Wahrheit sagte.
Sie schien sich wieder ein wenig zu sammeln und schlug vor, wegzugehen. Jack nickte. Ja, das wäre wohl das Beste. Auch, wenn sie sich selbst nicht ganz so sicher schien, was sie eigentlich sagte. Sie hatte etwas leicht wahnsinniges an sich, so fahrig und verwirrt wie sie war.
Es schien fast schon planlos, wie sie auf Crouchs ohnmächtigen Körper zuging und ihn aufs Sofa hiefte. Jack fiel erst auf, als sie ihn abgelegt hatte, dass er ihr hätte zur Hand gehen können. Ehrlich gesagt war er viel zu beschäftigt gewesen, sie zu beobachten. Verwirrt wegen des neuen Wissens, dass ihm Crouch heute so liebenswert ins Gesicht geschleudert hatte.
Als sie ihn endlich mehr hingeworfen, als abgelegt hatte, strich sie ihm eine Strähne aus dem Gesicht und Jacks Mimik fror kurzzeitig ein. Das war ziemlich widerwärtig. Doch er konnte sie schlecht verurteilen. Was wusste er schon von ihrem Leben? Das war ihm heute ein weiteres Mal klar geworden. Ehrlich gesagt fragte er sich schon seit dem Zeitpunkt, als er mitbekommen hatte, dass Roel eigentlich nie wirklich zu den Todessern gehört hatte, wie oft sie ihn belogen hatte und vor allem bei was? Er glaubte zwar immer, sie einschätzen zu können, aber vielleicht war das auch nur Wunschdenken. Er wusste so gut wie nichts über sie. Doch es war eben Roel. Ein kurzes, etwas trauriges Lächeln huschte über sein Gesicht.

Dann ging er ihr nach durch die Tür. Als sie endlich in einem Bereich angekommen waren, in dem man apparieren konnte, ergriff er, nachdem sie vorhin so abwesend gewirkt hatte, die Initiative und tauchte mit ihr in einer kleinen Gasse in Surrey wieder auf. Es war nicht gerade die beste Gegend, aber definitiv auch nicht die schlechteste. Die untere Mittelschicht konnte man sagen.
Er ging um ein paar Häuserecken und drehte sich immer wieder um, um zu sehen, ob Roel ihm auch folgte. So wie sie heute drauf war, wollte er sie am liebsten gar nicht aus den Augen lassen. Es war wenig los auf den Straßen. Doch das hier war auch nicht die belebteste Gegend der Stadt. Nur ein paar Autos und ein Radfahrer kamen ihnen entgegen.
Nach ein paar Straßen kamen sie vor einem kleinen Hotel an, das von außen nicht gerade den besten Eindruck machte.
Entschuldigend drehte er sich zu Roel um. "Innen sieht es besser aus. Es ist billig und sauber und hier vermuten sie uns eindeutig nicht. Ich hab' hier manchmal in meiner Zeit als Phönix übernachtet", erklärte er.
Sie betraten das Foyer und Jack sah sich um. Es war immer noch gleich wie früher. Eine winzige Rezeption in einem winzigen Raum mit einem Tisch und zwei alten, verblichenen Ledersesseln. Jack ging zu dem etwas angegrauten Tresen und klingelte. Nach kurzer Zeit erschien ein Mann, der aussah, als hätte man ihn gerade aus dem Bett geklingelt. "Wir würden gerne hier übernachten."
Der Mann nickte und fragte: Einzel - oder Doppelzimmer?" Da Jack wusste, wie es in seiner Geldbörse mit Muggelgeld aussah entschied er sich für Zweiteres.
Er drehte sich zu Roel um und sagte: "Ich hoffe, dass ist auch für dich ok. Ist einfach billiger und du weißt ja, du hast bei mir nichts zu befürchten." Er endete mit einem schwachen Grinsen. Für ein breiteres reichten auch seine Nerven nicht mehr aus.
Der müde dreinblickende Mann nahm Jacks Geld und erklärte dann, wo ihr Zimmer lag. Jack ging voran, öffnete die Tür und fing sofort damit an, den Inhalt der Minibar rüber zu dem kleinen Tisch zu räumen, der mit zwei Stühlen, der Bar, einem kleinen Bad und einem Doppelbett die einzigen Möbelstücke des Zimmers bildete. Als er damit fertig war klopfte er auf den Platz neben sich und sagte nach einem erleichterten Seufzen, dass sie endlich angekommen waren: "Ich denke, nach diesem Tag haben wir uns beide eins verdient", und streckte ihr eine Flasche Bier entgegen.

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Roel Salem
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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   So Jan 05, 2014 3:32 pm

Bevor sie aus dem Raum gehen konnte, sah sie Jack noch einmal an, musterte ihn genau, bis sie realisierte, was er gerade gesagt hatte.
"Ich hab nicht-", murmelte sie verwirrt, dann aber gab sie auf.
Was hatte es noch für einen Sinn Jack weiterhin zu belügen? Er wusste es schon und so wie Crouch ihm vorhin nahe gekommen war, hatte er ihm sicherlich einiges erzählt. Verdammt.
Roel biss sich auf ihre Unterlippe und stürmte dann vor Jack aus dem Raum. Sie mussten hier weg, keine Zeit für irgendwelchen Beziehungskram, denn eigentlich wollte sie nicht darüber nachdenken, wie es zu allem dem gekommen war.


Ihre Glieder zuckten unwillkürlich, ließen sich nicht mehr kontrollieren, wie ihre Muskeln gegen ihren Willen anfingen sich bewegen, während sich alles so weit weg anfühlte.
Vorsichtig fuhren ihre Finger über den rauen kalten Steinboden, sie kratzte mit ihren Nägeln darüber, fühlte wie einige davon abbrachen. Doch es schmerzte nicht, als warmes Blut aus ihren Fingerspitzen sickerte. Es fühlte sich immer noch surreal an. Es war nicht wirklich da. Sie war nicht da.

Wie lange war sie weg gewesen? Wie lange hatte sie geschlafen, ohne es zu wollen?
Einen Moment lang musste Roel sich zwingen ihre Augen zu öffnen, während sich ihr Körper immer noch unkontrolliert bewegte, ihr Kopf zitternd gegen die Wand neben ihr stieß und sie leise aufzuwimmern drohte, doch das Geräusch von etwas anderen übertönt wurde.
Jemand anders schien ebenfalls hier zu sein.
Heiße Tränen schossen die Wangen der Hexe hinunter, sie wollte sie abwischen, aber ihre Arme gehorchten ihr nicht und sie konnte sie nicht richtig anheben.
"Was-?" Sie presste ihre Lippen aufeinander, ihr Blick war verschwommen sie konnte kaum etwas sehen. Ob es an der Dunkelheit lag oder dass ihr Körper gerade aufzugeben drohte, konnte sie nicht sagen, aber es fühlte sich an, als ob sie sterben müsste.
Oder als ob sie gerade wieder von den Toten auferstanden wäre.

Ein undefinierbares Geräusch, das einem Knurren ähnlich kam, entrann ihrer Kehle, ehe ein lautes Wimmern folgte.
Er hatte sie nicht schon wieder benutzt oder etwa doch? Als Versuchskaninchen?
Jaque hatte ihr versprochen, es würde aufhören. Dass sie keine Tränke mehr schlucken musste, keine qualvollen Zauber über sich ergehen lassen müsste. Er hatte gesagt, er würde sie beschützen. Aber so wie es aussah, hatte er da wohl kläglich versagt.
Dass sie überhaupt noch lebte, war immerhin ein Wunder und wenn man bedachte, wo sie jetzt wieder gelandet war, wollte sie sich gar nicht daran erinnern, was überhaupt passiert war.

Oder vielleicht doch. Denn sie wusste nicht, wie sie hier her gekommen und vor allem nicht, warum sie jemand in den Armen hielt. Fest, als ob sie gleich wieder anfangen würde um sich zu schlagen. Als ob sie sich gleich aufbäumen und versuchen würde sich zu befreien. Als ob sie sich beruhigen müsste und jemand sie beschützen wollte.

Roels Mund öffnete sich ohne ihren eigenen Willen zu konsultieren. Ihre Lippen waren trocken und rissen an einigen Stellen schmerzend auf, ehe sie einen lauten Schrei ausstieß.
Er hallte noch eine gefühlte Ewigkeit an den Kerkerwänden nach, ehe sie bemerkte wie ihr Beschützer sie näher zu sich zu zog und etwas zu sagen schien. Stotternd und unsicher, er zuckte dabei selbst unkontrolliert mit seinem Körper, sodass sie sich unwillkürlich fragen musste, wie er dann seine Arme so unter Kontrolle hatte, sie auch noch festzuhalten.
Fast schon beneidete sie ihn um seine Willensstärke, um seine Fähigkeit sich fast normal zu bewegen und vielleicht darum, dass er wusste, was hier vor sich ging.

Jetzt, im Nachhinein, wo sie wusste, was damals in den Kerkern vorgefallen war, erschien es ihr nicht seltsam, dass sie jemanden gehabt hatte, der sie beschützt hatte. Immerhin waren Bartemius und sie seit damals die einzigen gewesen, die wussten, wie es sich anfühlte. Ohne Seele.


Erst als die Gedanken der jungen Frau wieder im Foyer der kleinen schäbigen Hotels ankamen, schien sie sich einigermaßen beruhigt zu haben. Alles fühlte sich geordneter an, sicherer, jetzt da sie einige Dinge in ihrem Kopf klargestellt hatte.
Dennoch sah sie langsam zu Jack hinüber, reagierte erst spät auf das, was er sie gefragt hatte.
Natürlich würde es ihr nichts ausmachen ein Doppelzimmer mit ihm zu teilen, vielleicht auch deshalb weil sie ein Auge auf ihm behalten wollte und immer noch sicher gehen musste, dass er nicht allzu viel von Crouch erfahren hatte. Es erschien ihr zwar wie reines Wunschdenken, dass er vielleicht gar nichts über ihren Zustand wusste, aber sie konnte nicht aufhören daran festzuhalten. Es beruhigte sie fast schon.
"Nein, es macht mir nichts aus. Wir sollten sowieso zusammen bleiben", hauchte sie ihm entgegen, sodass der Mann an der Rezeption nichts in den falschen Hals bekam. Oder zumindest nicht mehr als nötig.
"Aber du solltest nicht-" Eigentlich hatte sie ihn aufhalten wollen, dass er bezahlte. Immerhin war er so etwas wie eine Art Gefangener und sollte jetzt auch noch für sein Gefängnis bezahlen?
Roel fasste sich an die Schläfe und massierte sich kurz dort, während sie die Augen zusammen kniff und die Treppen hinauf auf ihr Zimmer lief, direkt Jack hinterher. Ihr kam es so vor als ob sie ganze Situation von Tag zu Tag komplizierter und seltsamer wurde.

Nicht einmal als sie schließlich ihr Zimmer betraten, fühlte sie sich ein Stück besser. Immer noch nagten diese Erinnerungen an ihr, die sie Jahrelang erfolgreich verdrängt hatte und die sich jetzt wieder ihren Weg an die Oberfläche frei kratzten. Gerade jetzt, fühlte es sich nämlich an, als ob ihr Kopf bald platzen würde.
Vielleicht hatte Jack ja recht. Vielleicht half Alkohol dabei, dass sie sich einmal besser fühlte. Normalerweise umging sie das Zeug, mied es wie die Pest, weil sie nicht schon wieder die Kontrolle über ihren Körper verlieren wollte, aber das hier war eine Situation die besondere Maßnahmen erforderte, sodass sie wortlos die Falsch von Jack entgegen nahm und sie rasch öffnete, nur um einige große Schlucke zu sich zu nehmen.
"Es tut mir Leid", sagte sie noch einmal, spürte schon jetzt, wie ihre Wangen heiß wurden, obwohl sie noch nicht einmal die halbe Flasche getrunken hatte. Sie war es sichtlich nicht gewohnt.
"Ich hätte dich nicht anschreien sollen, Jack. Du…" Einen Moment hielt sie inne und setzte sich schließlich aufs Bett. "Du hättest nicht einmal hier bleiben müssen und ich…" Wieder schien sie keine Worte zu finden, ehe sie dann wieder zu Jack blickte und ihn fragend ansah. "Bitte Jack, sag mir was er dir erzählt hat. Bitte."
Verzweiflung lag ihn ihrem Blick, die sie von sich selbst nicht gewohnt war. Schon lange hatte sie sich nicht mehr so hilflos gefühlt und vokalem nicht, wenn sie mit Jack zusammen gewesen war. Normalerweise hatte sie in seiner Nähe immer gewusst, was zu tun war.
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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   So Jan 05, 2014 4:53 pm

Roel schien sich langsam wieder zu fangen. Zumindest redete sie wieder mit ihm. Sie wollte ihn sogar davon abhalten, das Zimmer zu bezahlen, aber er winkte ab. Schließlich war er sich nicht einmal sicher, ob sie überhaupt Muggelgeld dabei hatte.
Als sie schließlich im Zimmer angekommen waren, nahm Roel wortlos die Flasche entgegen und leerte fast das halbe Ding in einem Zug runter. Jack sah sie etwas irritiert an, da sie jetzt schon rote Wangen bekam. "Das hier ist kein Wettbewerb."
Dann fing sie zu reden an. Als sie sich entschuldigte, sagte er grinsend: "Schon ok. Du hattest gerade eine Tür aufgebrochen. Da ist man eben bis oben hin voll mit Adrenalin."
Er versuchte fast krampfhaft, das Thema in eine andere Richtung zu lenken, als die, in die sie steuerte. Tat so, als wäre alles ok. Doch wie er schon vermutet hatte, schaffte er es nicht. Sie nahm ihm nicht ab, dass Crouch ihm nichts erzählt hatte. Gut, das hätte er sich denken können. Trotzdem hatte er darauf gehofft.

Er überlegte, ob er weiterhin darauf beharren sollte, nichts zu wissen. Ihm kam das um einiges vernünftiger vor. Doch dann sah er in ihr Gesicht und fragte sich, ob er sie überhaupt schon einmal so gesehen hatte. Als die Nachricht von Jaque und Rowan gekommen war, war sie eher wütend geworden. Dann verschwiegen. Diese pure Verzweiflung war neu. Jack seufzte. "Du willst es also wirklich wissen?" Er biss sich kurz auf den Lippen herum, sah sich hilfesuchend im Zimmer um und gab dann wohl auf. Schließlich stellte er sein Bier zur Seite, griff nach einem Whiskey, der ebenfalls auf dem Tisch stand und nahm davon ein paar kräftige Schluck. Für den Scheiß musste er sich jetzt Mut antrinken. Nach einem kurzen räuspern sagte er: "Gut. Nur tu mir einen Gefallen. Glaub mir, dass mir diese Geschichte komplett egal ist, ok? Du bist und bleibst Roel und es ändert sich überhaupt nichts. Ich weiß jetzt nur ein bisschen mehr über dich..." Noch einmal fragte er sich, ob er es aussprechen sollte. Doch eigentlich war es jetzt sowieso egal. Nach dieser kurzen Ansprache würde sie es sowieso schon wissen. Trotzdem fügte er, einen Punkt hinter Roel fixierend hinzu: "Ich kenne die Geschichte mit... naja, deiner Seele?"

Jetzt war es draußen und er sah besorgt zu Roel. Hoffentlich würde sie das ganze gut aufnehmen.
Nachdem sie nun endlich angekommen waren, nirgends mehr hinrennen mussten, hatte Jack nun auch Zeit darüber nachzudenken. Vorhin war ihm nur die Frage gekommen, wie zur Hölle das möglich war. Doch wenn er jetzt darüber nachdachte erschien ihm etwas anderes viel wichtiger. Was musste Roel mitgemacht haben? Schließlich hatte man ihr nicht einfach nur einen Zahn gezogen. Man hatte ihr ihre Seele ausgesaugt. Jack fröstelte es allein bei dem Gedanken und er wollte sich die Situation gar nicht vorstellen. Und jetzt wurde sie auch noch daran erinnert. Wenn man soetwas überhaupt jemals ganz ausblenden konnte. Seine Fragen stellte er somit erst einmal zurück. Die Antworten sollte sie ihm selbst erzählen, wenn sie das wollte. Wenn nicht, war das auch in Ordnung. Jetzt war es erst einmal wichtig, diese verdammte Panik aus ihrem Blick zu kriegen.
Er sagte leise: "Wenn du darüber reden willst, hör ich dir gerne zu. Wenn nicht, ist das auch ok."
Noch einmal nahm er einen Schluck des Whiskeys. Die Situation war einfach... komisch. Das ganze hörte sich an, wie der Anfang eines Gesprächs zweier ganz normaler Leute, über Beziehungskrisen oder Geldsorgen. Banale Probleme, die jeder einmal zu spüren bekam. Wenn er darüber nachdachte, um was es wirklich ging... Manchmal fragte er sich, warum sie nicht einfach auch dieses banale, langweilige Leben eines Vorstadtspießers leben konnten.
Kurz hatte er ein Bild vor Augen, wie Rowan und er Roel besuchten, zu irgendeinem Feiertag vielleicht, die mit ihrem (in Jacks Kopf gesichtslosem) Mann dasaß und ihr gemeinsames Kind auf dem Schoß hatte. Doch er schüttelte leicht den Kopf und wischte damit diesen Gedanken weg. Er musste sich endlich damit abfinden, dass es nur noch darum ging, diesen Krieg zu beenden, nicht darum, ein gutes Leben zu führen. Rowan war wahrscheinlich tot, Roel hatte man die Seele gestohlen, Mann und Kind gab es nicht und er selbst war sowieso nur noch ein Whiskey trinkendes Wrack.
Noch einmal nahm er einen Schluck aus der Flasche und sah dann zu Roel. Vielleicht war es ganz gut für sie Beide, sich heute Abend einmal gemeinsam voll laufen zu lassen.

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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Mo Jan 06, 2014 3:10 pm

Roel schnappte nach Luft als sie die Flasche schließlich absetzte und sah dann Jack zum ersten Mal an diesem Tag ein wenig schmunzelnd an. Im ersten Moment fühlte es sich sogar ganz gut an, aber es war kein zufriedenes Lächeln. Es war kühl und falsch wie das Gesicht, das sie schon seit Jahren aufsetzte und nun schien die Maske endgültig zu bröckeln.
Ihre blassen Lippen schienen zu versteinern, während sie ihm zuhörte und pressten sich immer fester aufeinander bis das fahle Grinsen verschwand und eine leblose Mimik übrig blieb. In Roels Kehle stieg eisige Kälte auf von der sie nicht wusste, ob es Übelkeit oder Furcht war. Wahrscheinlich wohl ein Mix aus beidem.

"Wenn ich darüber reden möchte?", murmelte sie schließlich langsam, ihr Körper schien sich wieder zu versteifen, während sie von Jack wegsah und begann vor ihm hin und her zu laufen. Sie konnte sich jetzt nicht setzen, sie musste in Bewegung bleiben. In ihrem Nacken saß urplötzlich wieder die alte Angst, dass sie sich nicht mehr rühren konnte und wieder um sich schlagen würde.
"Er hat es dir gesagt", murmelte sie unkontrolliert vor sich hin, fuhr sich durch die Haare und begann dann leise zu lachen. "Einfach so, weil es keine große Sache ist, nicht wahr? Weil es dich vielleicht interessieren könnte, dass Roel Salem schon seit Jahren tot ist oder? Ich weiß nicht mal, ob ich noch sie bin oder nur den Körper den sie zurück gelassen hat. Ich weiß es nicht!"
Ihre Stimme wurde lauter, brach das ein oder andere Mal ein, weil sie heiser wurde je mehr sie anfing zu schreien, bleib ruckartig stehen. Ohne Vorwarnung schlug sie mit ihrer bloßen Faust gegen die Vitrine neben sich. Das Glas barst unter dem Druck ihrer Knöchel, riss dabei ihre Haut auf und hinterließ Blutflecken, die direkt auf den Boden tropften.
Sie schien sich nicht daran zu stören, starrte nur einige Momente schweigend auf ihre Hand und atmete schwer.
Das alles war so lächerlich.

"Es ist alles meine Schuld, Jack", sagte sie schließlich. Sie nuschelte nicht mehr. Ihre Stimme war klar und deutlich, während sie sich zu ihm umdrehte und ihn mit einem emotionslosen Blick ansah. "Ich war zu langsam und konnte ihn nicht mehr retten und deswegen mussten wir beide sterben."
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Jack Donahue
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BeitragThema: Re: Unser krasses hardcore RPG   Mo Jan 06, 2014 3:41 pm

Ihre Panik war definitiv nicht weg. Der Blick, den sie ihm zuwarf, als er geendet hatte, ließ ihn das erste Mal erkennen, dass Crouch Recht hatte. Irgendetwas in ihr war weg. Sie sah leer aus. Doch es dauerte nicht lange und sie begann zu schreien. Er sah ihr stillschweigend dabei zu, zuckte nur kurz zusammen, als sie sich selbst als tot bezeichnete.
Ihre Faust traf die Vitrine, die unter dem Schlag in tausend Stücke zersprang und er dachte schon, sie wäre fertig. Doch dann gab sie sich wieder an irgendetwas unverständlichem selbst die Schuld. Er sah, dass ihre Hand blutete, stand wortlos auf, flüsterte im vorbeigehen ein "Reparo!" in Richtung Vitrine, zwang sie dazu, sich aufs Bett zu setzen und setzte sich dann daneben. Mit ein paar leisen Zaubern heilte er notdürftig ihre Hand und ging erst dann auf das ein, was sie gesagt hatte. "Crouch hat es mir erzählt, damit ich dir nicht mehr vertraue und ihm alles erzähle, was er über dich wissen will. Ganz davon abgesehen kann es dir egal sein, warum er es getan hat. Er ist einfach ein Arschloch.
Und was soll das ganze Gerede, ob du noch sie bist? Glaubst du vielleicht ich bin noch der kleine Junge vom Spielplatz, oder der, der ich in Hogwarts war? Roel, wir alle verändern uns. Falls du dich daran erinnerst, es gab Zeiten, in denen ich dich gefangen gehalten und gefoltert hab', genauso wie es Zeiten gab, in denen ich fast vor Angst krepiert bin, weil ich einen Todesser gesehen hab'."

Er nahm noch einmal einen Schluck aus der Whiskeyflasche, die langsam halb leer war. Dann sah er sie wieder an. "Und an was gibst du dir jetzt schon wieder die Schuld? Du musst damit aufhören, dich immer für alles verantwortlich zu fühlen. Irgendwann bringt dich das noch um."
Er musste fast Grinsen, als er bemerkte, was er da gerade gesagt hatte. Ja, genau von ihm sollten solche Ratschläge kommen.
"Ich weiß, ich bin nicht gerade das beste Beispiel für sowas, aber du musst versuchen, manchmal auch ein wenig egoistisch zu sein. Wenn du irgendwann komplett durchdrehst, vor lauter Selbsthass und Schuldgefühlen, bringst du auch niemandem mehr was."
Er sah sie seufzend an. "Also, was hast du Schlimmes verbrochen?"

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