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 Zukunftsrpg, Haupterzählstrang

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Finley Avery
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BeitragThema: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Fr Sep 27, 2013 2:45 pm

Die Druckertinte hatte inzwischen seine Finger verfärbt. Der Tagesprophet lag fest in seinem Griff, während er die letzten Zeilen las, die er sich gerade verinnerlicht hatte.
Der Junge, der an einem der Fenster in diesem großen Raum saß, der früher einmal eine Art Bibliothek gewesen sein musste, zitterte leicht und warf die Zeitung schließlich von sich weg, sodass sie neben einem der anderen Kindern landete, die entweder auf dem Boden lagen und schliefen oder sich schweigend mit irgendetwas beschäftigten.
Schweigen lag wie eine schwere Decke über ihnen. Es war still, es war kaum etwas zu hören, außer vielleicht der Atem der Kinder und die tapsigen Schritte der Hauselfen, die zwischen ihnen hindurch liefen und versuchten sie zu versogen, mit dem was sie noch übrig hatten.
Essensrationen waren knapp geworden, es lag kaum noch etwas in der riesigen magisch versiegelten Vorratskammer, die von ihren Eltern zurück gelassen worden waren.
Eigentlich hatten sie doch versprochen bald wieder zurück zu sein.
Seine Mutter hatte ihm gesagt, dass er keine Angst haben müsste, jetzt wo er auch richtig offiziell dazugehörte, sie würden den Krieg gewinnen und dann rauschende Feste feiern.  
Aber das war bald 5 Monate her.
Dass sie überhaupt solange durchgehalten hatten, ohne zu verhungern und ohne ihre Tarnung auffliegen zu lassen, die schützend und vor allem magisch über ihnen lag, war ein Wunder gewesen, doch allein den treuen Dienern zu verdanken, die zurück geblieben waren, um nach den Kindern zu sehen.
Nach den Kindern der Todesser, die wie er bis jetzt vermutet hatte, wohl den Krieg nicht gewonnen hatten. Aber jetzt, nachdem er erfahren hatte, was in der Zeitung stand, hatte er keine Hoffnung mehr, dass seine Eltern je wieder zurückkehren würden.
„Zaubererwelt enthüllt – Muggel verfallen in Massenpanik.“
Finley Avery wimmerte kurz auf und vergrub sein Gesicht zwischen den angezogenen Knien, die er mit seinen Armen umklammert hielt.
Gedanken rasten durch seinen Kopf, schlimme Dinge, die er sich unwillkürlich ausmalen musste, genauso wie die Angst hier zu sterben, die Angst nie wieder nach Hause gehen zu dürfen-
Mit einem lauten Knall wurde seine Aufmerksamkeit von seinen Gedanken entrissen und auf etwas anderes gelenkt.
Laute Geräusche schreckten die Kinder auf, schnelle pochende Schritte, laut gebrüllte Befehle und Schreie von Hauselfen, die gnadenlos umgerannt wurden.
Der junge Zauberer rappelte sich auf und sah panisch zur großen doppelten Eingangstür der Bibliothek, von der von einige seiner Freunde begannen weg zu rennen, als diese sich schlagartig öffnete und mehrere Männer in schwarzen Uniformen hinein stürmten.
Die Taschenlampen, die an ihren Waffen angebracht waren, blendeten Finley, er zuckte zurück und blinzelte noch einmal, ehe er versuchte weg zu rennen.
Er schaffte allerdings nicht einmal ein paar Meter, bevor er einen dumpfen Schlag auf den Kopf bekam und alles schwarz wurde.
 
Finley hatte nicht gewusst, wie lange er bewusstlos gewesen war. Oder wie die Muggel in Malfoy Manor eindringen konnten, doch als er die Augen wieder öffnete, breitete sich ihn ihm wieder kalte Angst aus.
Kurz musst er blinzeln, rieb sie die Augen, ehe er bemerkte, dass er sich in einer Art Fahrzeug befand, einer mechanischen Kiste der Muggel, die ihm seine Mutter einmal auf der Straße gezeigt hatte.
Um ihn herum befanden sich die Kinder, die mit ihm die letzten Monate allein gewesen waren, aber auch einige unbekannte Gesichter.


Zuletzt von Finley Avery am So Nov 03, 2013 9:55 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Jason West
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Fr Sep 27, 2013 4:02 pm

Die Tropfen knallten laut gegen das Fenster und die Kälte drang durch jede Ritze in das kleine Haus. Der Winter stand vor der Tür.
Es war der erste Tag, an dem sie wieder normal zu Abend aßen. Selbst Joanna hatte eingesehen, dass die Party irgendwann ein Ende haben musste. Auch wenn sie es wohl nicht gerne zugab. Jasons älteste Schwester war in der zweiten Klasse in Hogwarts und ließ sich seit Wochen wie einen Helden feiern. Sie hatte wohl dazu beigetragen, Hogwarts vor dem dessen Namen nicht genannt werden darf zu beschützen. Zumindest tat sie so, als hätte sie ihn fast alleine erledigt. Auch wenn alle Welt wusste, dass das Harry Potter war. Selbst als Mary, ihre beste Freundin, ihr vorhielt, sich die ganze Zeit nur hinter der Statue von Gunhilda von Gorsemoore versteckt hatte, beharrte sie darauf, die Zaubererwelt gerettet zu haben.
Jason war ziemlich froh, dass sie endlich wieder in die Normalität zurückkehren konnten. Er nahm sich ein wenig Kartoffelbrei und fing sofort damit an, diesen herunter zu schlingen. Wendy, seine andere Schwester fragte sich währenddessen wieder einmal in welches Haus sie kommen würde. "Mama? Hörst du mir überhaupt zu? Ich will nicht nach Ravenclaw wie Joe. Ich will nach Hufflepuff oder Gryffindor. Da sind die Leute nicht so eingebildet."
Doch Mama schien nicht bei der Sache zu sein. In letzter Zeit schien sie etwas zu beunruhigen. Doch wenn man sie fragte, was los war, schwieg sie. Sie war nicht mehr so still gewesen, seit Papa vor zwei Jahren plötzlich verschwand. Er war ein Muggel gewesen und mittlerweile sah es so aus, als wäre er eines von den zahllosen Opfern der Todesser. Auch, wenn man seine Leiche nie gefunden hatte.
Jason sah Mama fragend an. Doch die Erwachsenen behielten immer das meiste für sich. Das hatte er schon gemerkt.
Auf einmal hörte man Schritte draußen. Schritte von vielen Personen. Mama fuhr herum und zog ihren Zauberstab, doch es war zu spät. Jason hörte einen lauten Knall und eine rote Blume zeichnete sich auf Mamas Brust ab. "Versteckt euch!", keuchte sie und fiel schließlich krachend zu Boden.
Jason drehte sich um. Im Küchenfenster war ein kleines Loch zu sehen. Er wusste nicht, was das war und er wusste nicht, was passierte.
Eine Sekunde stand er bewegungslos im Raum während Joe ebenfalls nach ihrem Zauberstab griff und Wendy weinte. Dann rannte er zu Mama. "Mama? Mama, wach auf? Was ist los? Mama? Sag doch was!"
Die Tür wurde laut aus den Scharnieren gerissen und mehrere Männer füllten den Raum. Einer zeigte auf Joanna und sagte: "Zu alt." Dann zeigte er auf Wendy. "Zu weinerlich."
Als er Jason sah grinste er. "Den da könnten wir gebrauchen."
Jason hörte noch zwei Mal diesen lauten Donner, sah wie seine Schwestern in sich zusammensackten und dann wurde alles schwarz.
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Finley Avery
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Fr Sep 27, 2013 4:24 pm

Das ungleichmäßige Ruckeln und Wippen des Fahrzeugs, wurde immer stärker. Finley musste sich an den blechernen Innenwänden festhalten und setzte sich so tief auf den Boden wie es nur ging, damit er nicht umkippe oder ihm noch schlechter wurde, als es ihm ohnehin schon war.
Seine Augen waren halb geschlossen, er presste seine Lider immer wieder aufeinander, um entweder eine Träne oder einen Schub von Übelkeit zu unterdrücken, ehe er sie wieder ganz aufmachte und sich etwas in dem kleinen Innenraum ansah, in dem sie alle transportiert wurden.
Das Licht war schummrig und grell, eine einzelne Lichtquelle, die zittern über ihren Köpfen an der ebenfalls aus Blech bestehenden Decke befestigt wurde und mit jedem Schlag des Fahrzeugs wieder anfing kränklich zu flackern.
Dadurch wirkte die Umgebung nur noch kälter und bedrohlicher, fast schon so als ob jeden Moment die Wände näher kommen, sie so von diesem Albtraum erlösen würden.
Der junge Zauberer schüttelte verneinend seinen Kopf. Er durfte so einen Blödsinn nicht denken. Das würde ihm nur noch mehr Angst machen.
Gedankenverloren flog sein Blick über die anderen wimmernden Kinder, einige jünger wie er, aber kaum einer älter als 10, bis er an dem Jungen ihm gegenüber hängen blieb.
Sofort rappelte er sich vorsichtig auf, kroch drauf bedacht, nicht von dem nächsten Schlagloch ausgeknockt zu werden, auf ihn zu und schüttelte ihn etwas an der Schulter.
Der schwarzhaarige Junge lag auf dem Bauch, seine Augen schienen geschlossen und nach der Beule an seinem Kopf und den blauen Flecken zu urteilen, war er genauso unsanft hier her verfrachtet worden, wie Finley selbst.
Kurz sah er sich noch einmal um, blickte hinter sich und presste seine Lippen aufeinander. Er war sich unsicher, ob er den Kleineren wecken sollte, doch er machte sich Sorgen. Er atmete doch so schwach…
Finley rüttelte ihn darauf hin fest entschlossen etwas kräftiger und öffnete dann seinen Mund, um etwas zu sagen.
„Hey… lebst du noch?“
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Fr Sep 27, 2013 4:51 pm

Wo war er? Diese Frage beschäftigte ihn. Doch er konnte die Augen nicht öffnen. Er hatte Kopfweh und er fror. Alles bewegte sich. Ein leichtes Übelkeitsgefühl machte sich in ihm breit. Da hörte er etwas. Es waren gedämpfte Kinderstimmen. "Joe... Wendy?", murmelte er. Doch dann kam ihm wie im Zeitraffer die Erinnerung zurück. Das laute Donnern, die rote Blume auf Mamas Bluse und die Männer...
Etwas rüttelte an ihm. Er öffnete die Augen wie im Schock und schlug reflexartig dem Ding vor ihm auf die Nase. Dann krabbelte er Rückwärts nach hinten, bis er an einer Wand anstieß. "Wer bist du? Wo ist meine Familie?" Er sah sich kurz um. Sie waren in einer Art Lastwagen. "Wo bin ich?"
Nun nahm er das Ding in Augenschein, dass ihn 'angegriffen' hatte. Es war ein Junge. Etwa in Wendys Alter. Er schien genauso verwirrt zu sein wie er selbst und seinen feuchten Augen zu urteilen war auch er nicht gerade glücklich über diese Situation. Trotzdem blieb Jason misstrauisch auch wenn sich seine Miene nicht mehr ganz so feindselig zeigte. Vielleicht saß der Junge ja im selben Boot wie er. "Weißt du, wo wir hier sind?", fragte er etwas freundlicher.
Sein Blick wanderte hoffnungsvoll über die anderen Kinder, aber weder Joe noch Wendy schienen hier zu sein. Also sah er zurück zu dem Blondschopf vor ihm. "Meinst du, wir dürfen wieder nach Hause?"
Er wusste tief in sich drin, dass er wahrscheinlich kein zu Hause mehr hatte, aber trotzdem... Er wollte wieder zurück. Er wollte wieder zu Mama. Vielleicht sah er das alles falsch. Vielleicht erlaubte sich nur jemand einen Scherz mit ihm. Vielleicht würde er bald darüber lachen, wie über einen schlechten Scherz. Hoffentlich würde ihm dieser Junge das bestätigen. Denn wenn nicht, wusste Jason nicht, wie lange er die Tränen noch zurück halten konnte.
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Finley Avery
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Fr Sep 27, 2013 5:19 pm

Seine Hände zitterten leicht, als er sie langsam von der Schulter des anderen Jungen nahm. Er versuchte sich zu beruhigen, zusammen zu reißen, dass er dem Kleineren keine Angst machte, doch er schaffte es nicht ganz. Er tat ihm wirklich Leid, so verwirrt wie er zu sein schien.
Es war ja nicht so, als ob Finley selbst alles im Griff hatte. Doch er hielt sich irgendwie dafür verantwortlich als Älterer sich um den anderen zu sorgen.
„Ähm…“, er schluckte kurz und lächelte dann leicht. „Ich bin Finley… eine Wendy oder einen Joe kenn’ ich nicht, sind das deine Freunde?“
Wieder musterte er den anderen, rückte ein kleines Stückchen zurück, als er bemerkte, dass er dem anderen viel zu nah auf die Pelle rückte und schmunzelte ihn entschuldigend an.
„Also wo wir sind“, fing er schließlich wieder an, sah sich noch einmal in dem seltsamen Ding um, in dem sie gefangen waren und runzelte dabei leicht die Stirn, ehe er kurz den Mund öffnete, um etwas zu sagen, dann aber lieber schwieg.
Genau. Wo waren wie überhaupt? Natürlich hatte er keine Ahnung, aber das jetzt vor dem anderen zu zugeben, erschien ihm dann doch etwas zu gemein.
Sein Blick wandte sich so schnell wieder hinüber zu dem Jüngeren und senkte nachdenklich seinen Blick.
Was sagte man überhaupt in so einer Situation? Als sie die letzten Monate allein gewesen waren, waren da immerhin noch ein paar Erwachsene dagewesen, die ab und an nach ihnen gesehen hatten. Ein paar der Greifer zum Beispiel, die in vorherigen Kämpfen verletzt worden und nicht mit den anderen Erwachsenen mitgegangen waren.
Wie es denen jetzt wohl erging, konnte sich Finley überhaupt nicht ausmalen. Die Männer in schwarz hatten böse ausgesehen und gewalttätig wie diese Muggel waren, konnte er sich gut vorstellen, dass er sie auch nie wieder sehen würde…
Schließlich sah Finley wieder auf und lächelte wieder schwach, versuchte sich selbst und den anderen Jungen zu beruhigen.
„Ich weiß nicht genau wo wir sind, aber mach dir keine Sorgen… uns passiert bestimmt nichts. Weißt du, mein Papa ist ein richtig mächtiger Zauberer, der holt uns hier dann bestimmt raus und schützt uns vor diesen Muggeln. Ich versprechs dir! Und dann dürfen wir nachhause.“
Mit einem breiteren Lächeln beendete er schließlich seine letzten Worte und hob dann leicht die Augenbrauen, sah ihn noch einmal neugierig an.
„Wie heißt du überhaupt? Wenn wir hier schon zusammen sitzen, sollte ich vielleicht deinen Namen wissen oder?“
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Jason West
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Fr Sep 27, 2013 5:55 pm

"Das sind meine Schwestern."
Jason sah den anderen gespannt an. Erst dachte er, er hätte genauso wenig Ahnung wie er selbst, doch dann erzählte er von seinem Vater. Ein breites Lächeln zog sich über Jasons Gesicht und er sagte: "Gut. Hoffentlich kommt dein Papa bald." Dann streckte er dem Fremden seine Hand entgegen. "Ich bin Jason."
Plötzlich blieb der Wagen stehen. Das ruckeln hatte aufgehört. Die Kinder sahen sich verängstigt um und die Heckklappe wurde geöffnet. Ein schwarz gekleideter Mann stand davor. "Aussteigen!"
Jason sah fragend zu Finley und stand dann auf. Er hielt sich hinter dem blonden Jungen und ging den anderen Kindern hinterher. Als er an dem Mann vorbei lief blieb sein Herz fast stehen. Er hatte Angst. Wahnsinnige Angst. Er hoffte wirklich dass Finleys Papa sich beeilen würde.
Draußen warteten noch mehr dieser Männer und führten sie zu einem großen Haus, das durch und durch weiß erschien. Es sah aus wie das Krankenhaus, in dem Jason einmal wegen seinen Windpocken gewesen war.
Einer der Schwarzjacken öffnete eine Tür und die Kinder liefen in das Gebäude. Auch drinnen war alles weiß. Es roch frisch geputzt und so sauber, dass es nicht mehr gemütlich war. Sie standen in einer großen Halle, die wohl die Eingangshalle war. Dann wurden sie noch eine Tür weiter geschleust. Hier standen einige Stühle und vorne machte sich ein Mann an einer Maschine zu schaffen, die Bilder an die Wand warf. Die Kinder sahen sich fragend um und einer der Männer sagte: "Setzen!"
Jason setzte sich neben Finley auf einen der Stühle und fragte: "Was wollen die von uns? Wo sind wir?" Der Junge war normalerweise nicht sonderlich ängstlich, aber er hatte durchgehend Angst, dieses Donnern wieder zu hören. Vielleicht würde sich dieses Mal auf seinem T-Shirt eine Blume abzeichnen. Er sah auf seine Brust, doch nein, der Stoff war immer noch blau.
Als er aufsah stand einer der Männer vor der Bilderwand und fing an zu sprechen. "Hallo Kinder. Ihr fragt euch sicher, wo ihr hier seid und wann ihr wieder nach Hause kommt. Zweiteres könnt ihr euch gleich abschminken. Da ihr hier seid, sind eure Familien höchstwahrscheinlich tot."
Ein raunen ging durch die Menge und Jason sah Finley an. "Der lügt doch. Oder? Der muss doch lügen." Doch dann dachte er wieder an die Blume und langsam sickerte das verstehen durch. Jason war allein. Er hatte niemanden mehr. In dem Moment begann er hemmungslos zu schluchzen.
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Fr Sep 27, 2013 6:17 pm

Schmunzelnd nahm Finley die Hand des anderen und schüttelte sie zum Gruß.
„Ok, Jason. Er kommt bestimmt. Bis jetzt, war er immer da, um mich zu beschützen. Er ist ein Held weißt du“, er lächelte noch einmal breit und dachte an seinen Vater.
Aus irgendeinem unerfindlichen Grund begann es sich plötzlich nicht mehr so schön anzufühlen, wie in den letzten Wochen, wenn er Trost suchend an ihn dachte. Er spürte etwas wie einen Stich in seiner Brust, der ihn unendlich traurig machte.
Vielleicht würde sein Papa ja nie wieder kommen…
Finley hatte jedoch keine Zeit sich weiterhin Gedanken darüber zu machen, denn der abrupte Halt des Fahrzeugs und das Öffnen der hinteren Luke, rissen ihn aus seinen Tagträumen.
Fast schon automatisch stellte er sich schützend vor seinen neuen jüngeren Freund und ging dann langsam und vorsichtig an den dunklen gekleideten Männern vorbei.
Jetzt, da er sie genauer betrachten konnte, bemerkte er, dass sie wirklich Muggel sein mussten. Die seltsame Kleidung, die glänzend polierten länglichen Dinger, die er als Waffen wiedererkannte und die metallenen Helme, die sie trugen, erschienen ihm fast schon surreal.
So nah war er noch nie Muggeln gewesen und wenn sie nur halb so gefährlich waren, wie in seinen Kinderbüchern, dann…
Finley brach den Gedanken beinah gewaltsam ab. Er wollte nicht daran denken. Wenn er sich weiter damit beschäftigte, würde er noch anfangen zu weinen und da wollte er nicht.
Er war mutig und stark, genauso wie sein Dad und das wollte er diesen Monstermuggeln auch zeigen.
So nahm er beschützend die Hand von Jason, drückte ihn hinter sich und ging mit leicht erhobenem Blick, in die Eingangshalle des steril wirkenden Gebäudes, musterte seine Umgebung rasch und sah die Bilder, die schon an die Wand geworfen wurden.
Abermals wirkte alles so seltsam und irreal. In so einem durch und durch sauberen Raum war er noch nie gewesen und auch wenn hier nichts bedrohliches außer die Männer in Schwarz zu sehen war, fühlte er sich jetzt schon eingeengt und gefangen.
 
"Hallo Kinder. Ihr fragt euch sicher, wo ihr hier seid und wann ihr wieder nach Hause kommt. Zweiteres könnt ihr euch gleich abschminken. Da ihr hier seid, sind eure Familien höchstwahrscheinlich tot."
 
Finley durchfuhr es fast wie einen Donnerschlag. Er wurde kreidebleich, hielt zwar immer noch vor Jason, dass ihm auch niemand etwas anhaben konnte, doch seine Beine fühlten sich an, als ob sie aus Flubberwürmern bestehen würden.
„Natürlich lügt der, diese blöde Muggel können ja nichts anderes“, murmelte er zu Jason und starrte den Mann vor ihnen an, der sich vor den Reihen von Stühlen aufgestellt hatte und die Dreistigkeit solche Märchen zu verbreiten.
Das konnte nicht wahr sein. Sein Vater und tot? Seine Mutter? Nein! Die beiden waren nicht tot und vielleicht musste er das diesen blöden Muggeln auch nur erklären!-
Bevor er allerdings nur reagieren konnte und selbst protestieren, stand ein Mädchen in der hinteren Reihe auf, die genauso alt zu sein schien, wie er selbst.
„Du lügst! Meine Mama ist nicht tot, sie ist nicht tot, sie ist NICHT TOT-„
Das Mädchen stampfte wütend mit ihren Füßen auf, weinte und wollte gerade wegrennen, als ein Knall auch die anderen Kinder zum schweigen brachte und sie in sich selbst zusammen sackte.
Eine rote Flüssigkeit befleckte den weißen Boden, während die Männer in Schwarz sie wegtrugen.
Finley hielt sofort Jason die Augen zu, das er das nicht mit ansehen musste, doch er war zu ablenkt, die grellrote Spur auf den Fliesen anzustarren, die sich nach dem Verschwinden des kleinen Körpers gebildet hatte, um es ordentlich zu erledigen. Er ließ Jason nach einigen Momenten los.
Wo waren sie hier nur gelandet…?


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Herr Gott, Katrin D: Wenn das jemals verlegt werden sollte, die Geschichte, dann bitte nicht als Kinderbuch!!! T__T
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Jason West
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Fr Sep 27, 2013 6:41 pm

Jason fand die Aussage, dass Muggel nur logen ziemlich dämlich. Er sagte trotzig: "Mein Papa war ein Muggel und der hat nie gelogen."
Trotzdem hoffte er, dass Finley recht hatte und wischte sich die Tränen weg. Er bemerkte, wie sein neuer Freund unruhig wurde und er dachte schon, er würde aufstehen und es diesen Idioten ins Gesicht sagen, als das ein anderes Mädchen übernahm. Jason bewunderte sie für ihren Mut. Sie würde sicher nach Gryffindor kommen.
In dem Moment hörte er wieder das Donnern. Kurz sah er den geschockten Gesichtsausdruck des Mädchens, doch dann versperrten ihm schon Finleys Hände die Sicht. Doch nur kurz, dann sah er das Blut und ein kurzer Aufschrei entfuhr ihm. Er presste sich die Hände auf den Mund und sah zu den Männern, doch er war nicht der einzige, der geschrien hatte. Anscheinend würden sie sie nicht alle töten.
Jasons aufgerissene Augen starrten wieder nach vorne. Er hoffte, er würde nicht auffallen. Er durfte nicht auffallen. Er wollte nicht sterben und sein ganzer Körper zitterte vor Angst, es doch zu müssen.
Er krallte sich regelrecht in Finleys Hand, wagte es aber nicht einmal wieder in seine Richtung zu sehen. Wie hypnotisiert klebten seine Augen an dem Mann, der nun wieder zum sprechen ansetzte.
"So, nun habt ihr gesehen, was passiert, wenn ihr Ärger macht. Also benehmt euch besser. Wir wollen ja nicht, dass sich das wiederholt, oder?"
Ein paar der Kinder schüttelten den Kopf. Unter anderem auch Jason.
"Dann ist ja gut. Also, ihr seid hier, weil ihr uns vielleicht helfen könnt. Wie ihr wisst, seid ihr Zauberer. Viele von euch sogar reinblütige. Wir wollen nun unter anderem sehen, in wieweit sich die Gene von Nichtmagiern und Magiern unterscheiden. Vielleicht werden wir es so eines Tages schaffen, dass entweder jeder Zaubern kann oder eben keiner."
Sogar Jason wusste, wie absurd das klang. Als hätte man nicht versucht, Squibs das zaubern zu lehren. Aber das ging eben nicht. Doch er starrte nur weiter starr geradeaus. Darum bemüht, sich ncihts anmerken zu lassen.
"Nun fragt ihr euch sicher, warum ich euch das erzähle. Nun, wir wollen euch hier nicht anlügen und wir wollen euch sicher nichts tun. Solange ihr tut, was wir euch sagen. Wenn ihr uns also unsere Arbeit machen lasst, werden wir euch am Leben lassen." Der Mann setzte ein fröhliches Lächeln auf, dass Jason eine heindenangst einjagte.
"Für heute wollen wir euch nur noch Blut abnehmen, dann könnt ihr in eure Zimmer."
Eine Tür öffnete sich und ein paar Männer und Frauen in weißen Kitteln kamen herein. Sie sahen wie Ärzte aus und gingen auf die ersten Kinder zu um ihnen Blut abzunehmen. Manche der Kleinsten wehrten sich und wurden mit einem Schlag ins Gesicht ruhig gestellt.
Als Jason an der Reihe war, kniff er nur die Augen zusammen und hoffte, das alles war nur ein böser Traum.
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Fr Sep 27, 2013 7:15 pm

Dass Jasons Dad ein Muggel gewesen war, hatte er zwar verstanden, überging es aber vorerst.
Von dem Tod des fremden Mädchens immer noch geschockt, wandte er sich stattdessen ebenfalls nach vorn und sah zu dem Mann, der sie versuchte zu instruieren.
Er bemerkte wie Jason zitterte, nahm seine Hand etwas fester, um ihn zu beruhigen, doch auch Finley selbst musste sich anstrengen, um nicht gleich anfangen Tränen zu vergießen.
Mutig wollte er doch sein, Stark und ein Beschützer. Er hatte es versprochen. Er hatte es seinem Vater versprochen, die anderen Kinder zu beschützen, bevor er gegangen war… mit dem Lord nach Hogwarts.
Ein kurzer Schluchzer entfuhr seiner Kehle, als er zuhörte, was der Fremde ihnen noch alles zu sagen hatte und biss dabei fest seine Zähne zusammen, um nicht noch einmal einen Ton von sich zu geben.
Dieser Irre hatte Pläne mit ihnen, mit denen Finley nun wirklich nicht gerechnet hatte. Natürlich, er hatte sich nicht vorstellen können, was sie sonst noch mit ihnen angestellt hätten oder besser gesagt, hatte es nicht gewollt, doch zu erfahren, was ihn jetzt erwartete, war schon sehr viel für ihn.
Der junge Zauberer schluckte hart, kniff kurz seine Augen zusammen, bevor sie an die Reihe kamen, um ihnen Blut abzuzapfen.
Eine der Weiß angezogenen Männer und Frauen packte seinen linken Arm und zog ruppig den Ärmel seines Pullovers hinauf, sodass er einen kurzen abwehrenden Laut ausstieß, der allerdings leise war und von ihm unterdrückt wurde.
Das Gesicht der Frau schien hinter ihrer Atemschutzmaske kurz erschrocken oder erstaunt, als sie auf sein dunkles Tattoo hinabblickte, dass seinen Unterarm zierte.
Natürlich. Es war das dunkle Mal. Kurz vor der Abreise ihrer Eltern, hatten alle Kinder seinem Alter eines bekommen. Und er war sogar einer der wenigen gewesen, welcher seines vom Lord selbst bekommen hatte.
Bei dem Gedanken an sein altes Leben, zog sich in ihm einen Moment alles zusammen. Er hatte vor dem dunklen Lord auch eine wahnsinnige Angst gehabt, doch jetzt wünschte er sich sogar eher dort zu sein, als hier zu stehen und sich von diesen Muggeln gefangen gehalten zu lassen.
Eiskalte Angst breitete sich in seinem Körper aus, seine Nackenhaare stellten sich spürbar auf und sein Herz schlug so heftig gegen seinen Brustkorb, dass er fast glaubte dieser würde gleich platzen.
Er hörte nur seinen eigenen schnellen Atem und bemerkte erst gar nicht, wie die großen Fenster, die weit oben an den hohen Wänden installiert waren, anfingen zu zittern und das Glas klirrend aufeinander traf.
Einige der schwarz gekleideten Männer blickten nach oben, runzelten verwundert ihre Stirn.
Gemurmel kam zwischen ihnen auf, sie fragten sich wohl was jetzt passierte, ob draußen ein Sturm tobte oder warum plötzlich der Raum begann sich zu verdunkeln.
Als die Spritze mit einem stechenden Schmerz in seine Venen eindrang, sog Finley scharf die Luft ein und über ihm zerbarsten einige Glasscheiben.
Andere Kinder schienen ebenfalls aufregt, erschraken bei dem Anblick der zerstörten Fenster und fingen an zu weinen.
Der Boden fing an zu zittern, allerdings unbemerkt von Finley, der von einem der schwarzen Männer an den Schultern gepackt und aus der Vorhalle geschleift wurde.
„Nein! Lasst mich los! Jason-!“, zischte er ihnen entgegen, strampelte hilflos gegen den viel größeren und stärkere Mann, gegen den er nichts ausrichten konnte.
Nur wenige Momente nachdem er die Halle verlassen hatte, wurde er in ein kleines Zimmer geschoben, das von einer einzigen Glühbirne erleuchtet wurde und aus dessen winzigen Fenster, das sich hoch oben an der Wand befand, gedämmtes Licht von draußen herein schien.
Noch nie in seinem Leben hatte sich der junge Avery so allein gefühlt.
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Jason West
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   So Sep 29, 2013 10:46 pm

Sie lebten nun schon seit fünf Jahren in diesem Gebäude, dass immer noch nicht viel mehr war, als ein Krankenhaus. Jason fragte sich heute noch, wie er es geschafft hatte, bis jetzt zu überleben. Sie waren noch zu fünft. Am Anfang hatten sie jeden getötet, der ihnen nicht geeignet erschien. Und wenn es nur hieß, dass sich ein Kind gegen eine Wahrheit versperrte.
Später hatten sie Versuche gemacht. Grausame Versuche. Sie wollten wissen, ob in den Zauberergenen ein Heilmittel für allerlei Krankheiten steckte. Also infizierten sie die Kinder damit. Natürlich gab es so etwas nicht. Aber es brauchte viele Menschenleben um ihnen das zu beweisen. Jason selbst hatte mittlerweile so viele Krankheiten hinter sich, dass er sie gar nicht mehr zählen konnte. Natürlich hatte das seine Folgen gehabt. Auch wenn sie bei ihm recht gering ausgefallen waren. Durch eine Mittelohrentzündung war er auf dem linken Ohr fast taub und eine breite Narbe an seinem Rücken zeugte noch heute von einem zu spät entfernten Tumor.
Die Forschung, Zauberei für Muggel möglich zu machen, gaben sie immer noch nicht auf. Auch wenn sie bisher nicht den geringsten Erfolg hatten. Immer wieder schlossen sie die Kinder an Schläuche an, machten Tests und entnahmen ihnen alles von Blut bis Rückenmark.
Nachdem es viele Fluchtversuche gegeben hatte, war das ganze Gebäude nun nicht nur durch einen Alarm gesichert, der schon losging, wenn man nur seinen Arm aus dem Fenster streckte, sondern auch die Kinder selbst hatten einen eingebauten Fluchtschutz. Einen Peilsender im linken Oberarm. Also selbst wenn es ihnen gelingen sollte zu fliehen, würde es nur eine Frage der Zeit sein, bis man sie wieder einfing.
Ein Gutes hatte es, dass sie nun so wenige waren. Im Gegensatz zu vorher, bewohnten sie nun nicht mehr ganze Matratzenlager. Nun gehörte ein Zimmer den drei Mädchen und eines gehörte den Zwei Jungs.
Jason teilte sich seines mit Finley, der mittlerweile eine Art großer Bruder für ihn geworden war. Und gleichzeitig sein bester Freund.
Auch im Unterricht, der vor drei Jahren eingeführt wurde, saßen sie nebeneinander. Im Moment hatten sie jedoch eine der seltenen freien Stunden des Tages und Jason saß in seinem Zimmer auf dem Bett und las in einem der Schulbücher.
Es hatte lange gebraucht, bis er sich damit abgefunden hatte, nicht mehr nach Hause zu können und noch länger, bis er begriff, dass er dieses Gebäude wahrscheinlich nicht mehr lebendig verlassen würde. Aber er hatte sich damit abgefunden. Er hatte eine andere Möglichkeit gefunden, einen Sinn in seinem Leben zu sehen. Er bestand im nackten Überleben. Seiner Meinung nach überlebte man hier drin am besten, wenn man sich unentbehrlich machte. Also lernte er fast jede Minute und beherrschte Mittlerweile weit mehr Zauber, als die anderen. Und das, obwohl er der Jüngste war.
Er fragte sich zwar selbst, ob ihm das auf Dauer etwas nützen würde, aber wenn er nicht daran glauben würde, würde er wahnsinnig werden.
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   So Sep 29, 2013 11:17 pm

Gedankenverloren strichen die Augen des jungen Zauberers durch den kleinen kahlen Raum.
Hin und wieder schien er an etwas hängen zu bleiben, doch sein Blick wanderte hauptsächlich über den Rücken des Buches, das sein bester Freund in der Hand hielt und eifrig studierte. Der Anblick des weißen Einbands, der beinah den hellen Ton der Wand hinter ihm und der ihrer Uniformen traf, ließ ihr erschaudern.
Er empfand dieser Farbe gegenüber nur Ekel und um der ganze die Krone aufzusetzen, musste er auch noch Tag für Tag zusehen wie sein "kleiner Bruder" immer lernwütiger wurde und versuchte den weißen Männern immer mehr zu gefallen.
Natürlich, er selbst hatte auch die Aufgabe seine magischen Fähigkeiten so weit auszubauen, dass er vielleicht irgendwann einmal in einem jetzt noch nicht vorauszusehenden Kampf gegen seine eigene Art antreten musste, doch etwas in ihm sträubte sich damit auch noch seine kostbare Freizeit zu verbringen.
Da gab es doch wesentlich interessantere Dinge…
Finley runzelte schließlich seine Stirn, als ob er zu einem sehr außergewöhnlichen Schluss gekommen wäre und formte seinen Mund zu einem kleinen O.
Seine Hand, die bis jetzt die ganze Zeit an seinem Hals verweilt und sich immer wieder über die Narbe an seiner Kehle bewegt hatte, war zum stehen gekommen.
Das alte Zeugnis einer hässlichen Wunde, war schon sehr alt und stach an manchen Tagen rotglühend von seiner hellen Haut hervor, dass man manchmal meinen könnte, sie würde wieder aufplatzen und anfangen zu bluten, doch das tat sie natürlich nicht. Sie stammte aus einer Zeit, in dem die geschätzten Doktoren dachten, dass Finley vielleicht die Fähigkeit hätte Wunden von selbst heilen zu lassen und nachdem ihnen das bei einigen kleineren Schnitten auf seinen Armen und Beinen nicht gelungen war, dachten sie wohl sie müssten zu härteren Mitteln greifen…
Ob es damals allerdings der junge Zauberer selbst oder doch eine Notoperation gewesen war, die ihm das Leben rettete, wusste er nicht.
Finley war nach kurzer Zeit seiner Verletzung erlegen und war in einen tiefen Schlaf gefallen, aus dem erst wieder erwacht war, als sie ihn mit Hilfe von Medikamenten und Drogen wieder aufgeweckt hatten.
Ein kurzes Lächeln huschte über seine zusammen gepressten Lippen.
Ha, alte Zeiten, was?
Von diesen alten Erinnerungen aus seinen Gedanken gerissen, sah er auf und blickte seinem Freund direkt in die Augen.
Jasons Lernwut machte ihm immer noch Magenschmerzen, doch er sagte nichts, was in diese Richtung ging und begann das Gespräch mit einer zumindest seiner Meinung nach leisen und unverfänglichen Bemerkung.
"Wann war das letzte Mal, als ich ausgebüchst bin?"
Sein Lächeln verbreitete sich mit einem Mal und er ging hinüber zum Fenster, an dem er kurz stehen blieb und mit seinen Fingern darüber strich.
Es war nie abgeschlossen. Die Doktoren, die Wachleute, sowie die Gefangen selbst, wussten dass es sinnlos war hinunter zu springen.
Klar, vielleicht würde man sich nichts brechen, sie befanden sich schließlich nur im 1. Stock, doch der Alarm würde sofort losgehen und es drohten drakonische Strafen, sowie der gefürchtete Einzelhaft in einem völlig abgedunkelten Zelle.
Seine kurz geschorenen Nackenhaare stellten sich auf, während er daran dachte, ließ seine breites Grinsen dennoch nicht dabei untergehen.
Einen Moment glitzerte etwas kindliches in seinen Augen, bevor er sich am Griff zu schaffen machte.
Mit einem kräftigen Schwung, schob er das Fenster nach oben, sodass es ächzend in seiner Fassung hängen blieb und trat unter dem lauten Gepiepe der Alarmanlage auf das Fensterbrett.
"Wird mal wieder Zeit, was?"
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Jason West
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   So Sep 29, 2013 11:59 pm

Jason war völlig darauf konzentriert darauf, einen Trank auswendig zu lernen, mit dem man seine Gestalt umwandeln konnte. Und das in jedwede Person, von der man nur ein winziges Stück DNA besaß. Vielsafttrank. Das ganze hörte sich ziemlich kompliziert an, doch es schien ihm äußerst nützlich zu sein.
Gerade war er bei dem Bestandteil Baumschlangenhaut angekommen, als ihn eine Stimme in die Realität zurückholte.
Ohne von seinem Buch aufzuschauen antwortete er: "3 Monate und 7 Tage." Ja, er merkte sich Finleys durchgehende Ausbruchsversuche. Denn jedes Mal, auch wenn er es nie zugeben würde, konnte er nächtelang nicht schlafen, weil er sich ausmalte, was sie wohl gerade mit ihm anstellten. Und er wunderte sich immer wieder, warum sie Finley nicht schon lange getötet hatten. Vielleicht waren ihnen die paar Kinder, die ihnen geblieben waren, zu wichtig. Trotzdem konnte er nicht darauf vertrauen. Und das machte ihm die meiste Angst an Finleys Ungehorsam.
So, sein Freund hatte es mal wieder geschafft. Jason hatte komplett den Faden verloren. Er legte sein Buch seufzend zur Seite, nicht ohne sorgfältig ein Lesezeichen hineinzulegen und sah auf. Finley stand am Fenster und strich wohl gedankenverloren darüber.
Als er es öffnete seufzte Jason erneut und fragte sich, ob Finley wohl jemals dazulernen würde. Als die Alarmanlage losging stand Jason langsam auf, packte Finley am Kragen und zog ihn vom Fenster weg. Tonlos sagte er: "Wenn du nicht langsam mit dem Mist aufhörst, verfluche ich dich so lange, bis du nicht mal mehr vom abhauen reden kannst, klar?"
Er schubste seinen Freund auf dessen Bett und schloss das Fenster. "Wann siehst du endlich ein, dass es sinnlos ist? Nach drei Versuchen hab' ich dir das schon gesagt. Jetzt sind es neun. Irgendwann bringen sie dich um. Selbst ich denke langsam darüber nach."
Er schwächte seinen letzten Satz mit einem Grinsen ab und fragte sich, wann die panischen Muggel auftauchen würden, um zu sehen, ob auch keines ihrer Laborrättchen abhanden gekommen war.
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Finley Avery
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Mo Sep 30, 2013 11:31 am

Finley keuchte kurz auf. Seine Narbe an seinem Hals zog unangenehm, als sein Freund ihm am Kragen zurück zog und hustete noch einen Moment ehe er sich wieder aufs Bett setzte.
Ein kehliges Lachen drang zwischen seinen Lippen hervor, er unterdrückte es zwar und hustete dabei ab und an, konnte es sich aber nicht nehmen zu seinem Freund aufzusehen und nur ungläubig den Kopf zu schütteln.
„Sind wir jetzt schon so weit gekommen, dass du mich auch aufhalten willst? Ich hab dir doch versprochen, dass ich dich irgendwann mitnehme. Dann sehen wir uns London an. Wir suchen deinen Dad und glaub mir, inzwischen hab ich nichts mehr gegen ihn... zumindest nicht mehr so viel- Und vielleicht finden wir sogar Hogwarts, was sagst du dazu? Wenn unser geliebter Doktor das noch nicht auf die Reihe gekriegt hat, dann vielleicht wir?“
Er schien sich etwas beruhigt zu haben, sein Lachen wurde weniger und leiser. Er strich sich noch einmal nebensächlich über seine Narbe, ehe ihn sein Lächeln gänzlich verließ.
„Oder hast du das aufgegeben?“
Seine Stimme klang bitter und enttäuscht, er sah ihn an, als ob Jason ihm gerade berichtet hatte, dass Weihnachten ausfallen würde. Nicht, dass sie Weihnachten hier feierten, aber Finley konnte sich noch etwas an vergangene Winternächte in seiner Kindheit erinnern...
Das ganze war zu traurig. Nicht nur, dass Jason immer mehr in den Sumpf der Wissenschaftler geriet, sondern dass er selbst, Finley Avery, so langsam vergaß, wer er einmal gewesen war.
Dass er früher seinen Vater vergöttert hatte, das hatte er nicht vergessen. Und dass er den alten Sack und seine ganzen Freunde jetzt mit Inbrunst hasste, auch nicht.
„Ich hoffe doch nicht“, murmelte er mit einem leichten Schmunzeln, das allerdings ziemlich armselig wirkte. Genauso armselig wie er sich gerade selbst vorkam.

Es dauerte allerdings nicht lange, bis sich seine Stimmung wieder aufhellte. Finley straffte die Schultern, hörte wie seine Knochen und Gelenke krachten und setzte abermals ein breites Grinsen auf. Sie hatten ihn also doch nicht vergessen.
Laute Schritte hallten durch den Flur hinter ihrer schweren stählernen Tür, die sie in ihr Zimmer ein- und von der Außenwelt abschloss, immer noch gefolgt von dem penetranten Alarm, der Finley inzwischen in den Ohren hallte, als ob er tausend Mal lauter geworden wäre.
Sie traten die Tür beinah ein, sahen sich hastig um, erst auf Jason, dann auf Finley der sie mit erhobenen Händen begrüßte und von ihnen auf die Füße gezogen wurde.
„Wie aufmerksam“, kicherte er noch zu Jason gewandt, ehe sie ihn hinaus schleiften.
„Wir sehen uns morgen, Schatz und vergiss die Kinder nicht ins Bett zu bringen-“
Ehe er den Satz zu Ende bringen konnte, hatte ihm einer der Pfleger mit einem ebenfalls strahlend weißen Gummiknüppel über den Kopf geschlagen, sodass Finley seine Klappe hielt und sich brav abführen ließ.
Das hieß wohl wieder Einzelhaft. Fantastisch.
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Mo Sep 30, 2013 2:47 pm

Jason zog nur eine Augenbraue nach oben. Er glaubte weder an die Flucht seines Freundes, noch daran dass sein Vater noch lebte. Geschweige denn an seine eigene Rettung.
"Das Zimmer hier wäre für mich allein einfach viel zu groß okay?"
Mehr sagte er dazu gar nicht mehr. Finley wusste, wie er mittlerweile über diese Pläne dachte. Er wollte einfach nicht, dass sie ihn auch noch töteten und er fand, dass Finley einsehen musste, was real und was Traum war. "Find' dich endlich damit ab, wo wir sind. Selbst wenn Hogwarts noch existieren sollte, wir kriegen es sicher nicht zu Gesicht. Mach einfach das Beste draus und versuche, zu überleben."
In dem Moment kamen die Muggel. Finley gab natürlich wie immer einen seiner Sprüche ab, die sie nur weiter provozieren würden. Jasen zog noch einmal eine Augenbraue nach oben und vergrub seine Nase dann wieder in seinem Buch. Er wusste, dass die nächsten Tage für seinen Freund nicht einfach werden würden, auch wenn er das nicht zugab. Doch er wollte es ja nicht anders. Die Regeln in diesem Haus waren wirklich nicht gerade schwer zu verstehen. Man musste hier bleiben, durfte nicht aufmucken und musste tun, was sie einem sagten. Das war alles. Gut, es war vielleicht nicht die beste Kur fürs Ego, aber was brachte einem sein Ego, wenn man tot war? Jasons Leben verlief um einiges unkomplizierter, seit er diese Regeln befolgte und er fragte sich, wann Finley endlich auch verstand, auf was es wirklich ankam.
Ja, auch Jason wollte weg von hier. Natürlich hasste er diese Muggel, die ihm seine Familie und seine Kindheit gestohlen hatten. Aber der Unterschied war, dass er wusste, je mehr sie ihm vertrauen würden. Desto mehr Freiheiten würden sie ihm geben. Und irgendwann würde er sich an ihnen genauso rächen, wie an den Zauberern, wegen denen sie überhaupt erst auf die Idee kamen, Kinder fest zu halten. Jason freute sich auf diesen Tag.
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Mo Sep 30, 2013 3:07 pm

"Das Zimmer hier wäre für mich allein einfach viel zu groß okay?"
Die Tür schloss sich und Finley konnte nicht einmal mehr darauf antworten, was Jason ihm gerade gesagt hatte.
Für einen flüchtigen Moment hatte er etwas in seinen Augen wahrgenommen, das er nur zu gut kannte. Diese nackte Angst, die der Avery eigentlich glaubte abgelegt zu haben.
Er presste seine Lippen aufeinander, kassierte abermals einen harten Schlag auf seinen Nacken ein, der ungesund ächzte. Sein Körper brannte von der groben Behandlung von voraus gegangenen Bestrafungen.
Gedanken wirbelten statt Worten durch seinen Kopf, Bilder und Erinnerungen von vergangen Jahren, wie sie sich gegenseitig beschützt hatten.
Bilder aus der Zeit, in der sie geglaubt hatten, hier wirklich rauszukommen, Stimmen der Kinder, die wohl schon seit langer Zeit tot waren.
Einige von ihnen waren einfach nie wieder gesehen worden. Kein Schuss, kein Blut. Einfach nur das dunkle Unwissen darüber, was mit einem passierte, wenn sie dich erst einmal wirklich diskret entsorgen wollten.
Finley schluckte bei dem Gedanken und krächzte ein schwächliches „Autsch!“, nachdem sie die größte Tür am Ende des Ganges geöffnet hatten und ihn hinein warfen.
Der harte Boden machte eine schmerzhafte Bekanntschaft mit seiner Schulter, die sich sofort heulend zu Wort meldete, ehe er die Augen öffnete und bemerkte wie um ihn herum das Licht ausging.
Sie kannten das schon, wie sie mit ihm umzugehen hatten, wenn einmal wieder nicht spurte. Schließlich hatte er seit seiner Kindheit wahnsinnige Angst vor kleinen Räumen und ewiger Dunkelheit...
Das einzige was er jetzt nur noch wahrnehmen konnte, war sein eigener Atem und das Schlagen seines Herzens. Beides legte eine enorme Geschwindigkeit an den Tag, sodass er erst einige Momente brauchte um sich zu beruhigen.
Komm schon, Finn. Du kennst das schon. Es ist nur die Dunkelheit. Du bist immer noch da. Jason und du, ihr existiert noch.
Es dauerte einiges an Zeit, bis er bemerkte, wie sein Herzschlag langsamer wurde und sich zu beruhigen schien. Langsam kniff er die Augen zusammen und keuchte, rieb sich kurz seine Augen, die im Moment sowieso nichts wahrnehmen konnte.
Vielleicht war es ja heute soweit. Heute Abend. Und wenn er es nicht schaffte, konnte er genauso gut aufgeben, wie sein jüngerer Freund.
Was zögerte er überhaupt noch? Das ganze Vorhaben hatte er so lange vor sich aufgeschoben, dass er schon gar nicht mehr wusste, wann er dafür angefangen hatte zu trainieren.
Es mussten Jahre sein.
Und schließlich hatte er vorhin auch mit Absicht den Grundstein dafür gelegt... Er hatte etwas verbrochen, um sich selbst hier her zu verfrachten, damit er ungestört seiner Flucht nachgehen konnte.
Der junge Zauberer grinste kurz in sich selbst hinein und lachte ein unterdrücktes Lachen, ehe er seine Gesichtszüge entspannte und sich konzentrierte, darauf was er niemals hätte lernen dürfen.
Und gefühlte zwei Stunden später vor der Stahltür apparierte, hinter der er eigentlich sitzen sollte.
Geräuschvoll spuckte er Blut auf die weißen Fliesen vor sich, zitterte und krümmte sich einen Moment, ehe er weiter rannte und dabei abermals versuchte noch einmal zu apparieren.
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Mo Sep 30, 2013 4:34 pm

Jason hatte sich wieder seinem Buch gewidmet um sich von seinen düsteren Gedanken abzulenken. Die typischen Geräusche füllten das Haus. Mr. York, der darauf achtete, dass das Haus sauber blieb, schien draußen zu kehren, wie immer zu dieser Tageszeit. Ein paar Krähen saßen auf dem Baum vorm Fenster und krächzten ihr typisches Lied und im Zimmer der Mädchen hörte man leises Kichern. Verhaltene Fröhlichkeit war sogar hier möglich. Zumindest ab und zu.
Jason dagegen konnte sich nicht konzentrieren. Er war dieses Mal nicht gegen die Muggel vorgegangen, die seinen besten Freund aus dem Zimmer geholt hatten. Dieses Mal hatte er das alles einfach ignoriert. Ihm war klar, dass er nichts daran hätte ändern können, trotzdem fühlte er sich schlecht bei dem Gedanken, nichts unternommen zu haben.
Auf einmal ging die Sirene wieder los. Das Kichern im Nebenzimmer verstummte. Jason riss die Augen auf. Das konnte nur Finley sein. Die Mädchen hatten noch nie einen Versuch gestartet auszubrechen. Dazu waren sie viel zu verängstigt. Hoffentlich war es nur ein Fehlalarm. Wenn dieser Idiot nun schon wieder einen Versuch gestartet hatte, hier weg zu kommen, würde es nicht so glimpflich für ihn abgehen. Jason schmiss sein Buch ins Eck und sprang auf. Dann lief er schnell zur Tür und öffnete sie.
Auch das Zimmer der Mädchen war offen. Drei Köpfe sahen heraus. Jason fragte wider besseres Wissen: "Rose, ward ihr das?" Doch das Mädchen schüttelte den Kopf. Natürlich.
Mr. York sah die Kinder und sagte: "Geht lieber wieder rein. Sie werden bald kommen und nachsehen, ob ihr noch da seid."
Jason sah ihn an und da er wusste, dass York nicht so schlimm war, wie die anderen nahm er es sich heraus eine Frage zu stellen. "Wissen Sie, wer das war?"
York sah ihn vielsagend an. "Da ihr alle noch da seid tippe ich auf deinen Ausreißerfreund."
Jason nickte und schloss die Tür. Er setzte sich auf den Boden daneben und legte sein gesundes Ohr an die Wand. Schon bald würde man Schritte hören. Viele Schritte. Suchende Muggel. Und wenn Jason sie nicht falsch einschätzte würde der Tag mit einem lauten Donnern enden, wie er es früher genannt hatte. Eine Kugel, direkt durch Finleys Kopf. Und dann würde Jason allein sein. Wie er das aushalten sollte, wusste nicht einmal er.
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Mo Sep 30, 2013 4:56 pm

Schneller, komm schon, Finn.
Noch einen Meter, komm schon, noch zwei.
Finleys Herz hämmerte gegen seine Brust. Hart und stählern, sodass er manche Momente sogar Angst hatte, dass es einfach aufgeben würde. Doch es schlug weiter, genauso wie seine Beine nicht aufgaben zu rennen.
Er hatte die Wachen verwirrt, indem er einmal direkt nach seinem Ausbruch aus der Einzelhaft im Kreis gelaufen war, direkt an seinem und Jasons Zimmer vorbei, nach rechts, nach links. Gerade aus.
Und ehe sie um die Ecke gebogen waren, hatte er noch einmal seine volle Kraft zusammen genommen und apparierte.
Direkt vor Jasons Nase und vor dem er sich zum wiederholten Male krümmte, beinah umgekippt wäre, sich aber mit aller Gewalt auf den Beinen hielt und bemerkte wie Blut aus seiner Nase lief.
Er hatte nicht genug trainiert. Die Hitze, die sich in seiner Magengegend ausbreitete konnte nichts gutes heißen, vielleicht hatte er irgendwo auf dem Weg ein Stück seiner Innereien vergessen.
„Fuck-“, er stieß die Worte aus, stützte sich plötzlich gegen Jasons Schulter und hob schließlich etwas seinen Kopf, um ihm in die Augen zu sehen.
Ein glückliches Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Endlich würde dieser Albtraum vorbei sein. Sie wären frei und zwar wirklich. Keine Mauern mehr und keine hohen elektrischen Zäune, Schluss mit dem Albtraum in Weiß.
„ ...Lass uns verschwinden, Kleiner. Ich bring uns hier raus.“
Er umarmte Jason und hielt sich noch einen Moment lang an ihm fest, ehe er wieder Schritte und laute Stimmen hörte.
Der Alarm hatte inzwischen aufgehört und war in ein anderes schrilles Geräusch übergegangen.
Der Notfallalarm.
Finley kannte ihn, doch hatte er ihn noch nie wirklich in Aktion gehört. Bis jetzt war er nämlich mit seinen Ausbrüchen noch nie so weit gekommen, dass sie wirklich Panik hatten.
Wenn sie ihn jetzt kriegen würden, wäre er tot. Länger würden sie seine Spielchen nicht mitmachen.
„Komm schon, Jason – Wir müssen los.“
Er trennte sich vom Körper des Jüngeren und sah ihn erwartungsvoll an.
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Mo Sep 30, 2013 8:13 pm

Er starrte einfach nur auf sein Gegenüber. Das Blut, dass sich in kleinen Sprenklern auf seinem Gesicht und seiner Kleidung verteilt hatte und dieser Gesichtsausdruck irgendwo zwischen Panik und Triumph. Der Körper, dem man ansah, dass es zu viel war und der Griff an seiner Schulter, der ihm gleichzeitig zu schwach und zu stark vorkam.
Der Anblick vermischte sich mit dem schrillen Ton der Sirenen und das reine weiß des Lebens hier war auf einmal blutrot geworden.
Als Finley ihn losließ stolperte Jason ein paar Schritte zurück. Die Angst hatte sich nun wohl auch in seinen Blick geschlichen. "Was hast du getan? Sie werden dich töten.", flüsterte er.
Er hatte die Situation erkannt. Apparieren war kein Fremdwort für ihn. Doch es war ihnen eingetrichtert worden, dass jemand, der es lernen würde, nicht mehr gebraucht wurde. Und jeder wusste, was das bedeutete.
Tausend Gedanken schwirrten durch seinen Kopf. Sie würden sie beide töten, wenn er mitkam. All seine Arbeit wäre umsonst gewesen. Doch was war sein Leben schon, wenn er allein hier war? Hoffnung, dass sie es schaffen könnten? Ja, vielleicht ein kleines bisschen. Wunschdenken. Das wusste er. Doch egal was nun geschah, er würde Finley nicht alleine lassen und das bedeutete, dass er genauso von ihnen behandelt werden würde, als hätte er die verbotene Kunst gelernt.
War da Wunschdenken nicht angebracht?
Egal was heute geschah, seine abnormale Normalität wäre Vergangenheit. Etwas neues begann. Etwas altes endete.
Jason sah seinen Freund an, nahm ihn bei der Hand und trotz dem Wissen um die Konsequenzen sagte er: "Bring uns hier weg." Auch wenn er wahrscheinlich ein anderes 'weg' meinte, wie es Finley vorschwebte.
Er sah, wie die Tür aufgerissen wurde und er sah die Muggel, die hereinrannten. Waffen in ihren Händen. Dann sah er zu Finley und schloss die Augen. Gleich würde er woanders sein. So oder so.
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Finley Avery
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Mo Sep 30, 2013 8:52 pm

Langsam begann das Adrenalin in Finleys Körper Wirkung zu zeigen. Wie eine heiße Droge durchflutete es seine Glieder, seinen Kopf, der sich plötzlich federleicht und entspannt anfühlte und seinen Verstand, der nicht mehr klar zu denken schien.
Er spürte die Wunden beinah nicht mehr, er spürte das warme Blut kaum noch, wie es an seinem Kinn hinunter lief und bemerkte fast nicht mehr wie seine Lungen drohten aufzugeben.
Er wollte weitermachen, er wollte weg, er musste mit Jason hier weg.
„Vielleicht, aber sicher nicht, wenn wir vorher verschwinden“, sein Grinsen wurde breiter, die Euphorie hatte nun die Zügel in der Hand und nicht mehr der Zauberer.
Fast wie automatisiert, überging er die Angst von Jason, er bemerkte sie nicht einmal mehr, seine eigene schien sich weit weg zu befinden, irgendwo in den hintersten Ecken seiner Gedanken.
Alles würde funktionieren, sie würden sich hier in Luft auflösen, als ob sie diesen Ort niemals betreten hätten und würden wieder den blauen Himmel sehen, ohne dabei Gitter oder Glas vor sich zu haben.

Doch gerade als sich ein zufriedenes Grinsen auf seinem Gesicht ausbreitete, wurden Finleys Tagträume unterbrochen.
Es ging schnell, wahnsinnig schnell, sodass er gar nicht bemerkte, wie die Wachmänner hinein gestürmt kamen, wie das Holz der Türe an einigen Stellen barst und einer von ihnen ihm mit seiner Waffe wohl als Warnung hart gegen die Brust stieß, ihn so gegen die Wand neben dem Fenster pinnte. Dabei wurde er von seinem Freund getrennt, ihre Hände wurden auseinander gerissen.
Finley konnte ihn gerade noch ansehen, ehe er ein Ziehen in seinem Bauchnabel spürte und er fast wie von allein nach draußen apparierte.  Direkt unter ihr gemeinsames Fenster.
Er landete hart und erst auf seinem Rücken auf der Wiese, ehe er bemerkte, wo er sich befand.
Panisch rappelte er sich auf, scannte seine Umgebung und blickte dann auf die anderen Bewaffneten, die ihm aus beinah allen Richtungen entgegen kamen.
„JASON!“, er schrie sich die Kehle aus dem Hals, ballte seine Hände zu Fäusten.
Ein roter Punkt leuchtete auf seinem Gesicht auf. Sie zielten auf ihn und alles war zu spät.
Er wollte einfach nur noch etwas sehen, etwas bekanntes, auf das er vertrauen konnte, bevor er starb.

Als Finley Avery wieder aufwachte, lag er auf dem Bauch.
Grillen schienen um ihn herum zu zirpen, die Sonne war schon längst untergegangen. Die Wiese, auf der er sich befand sah aus, als ob sie bald das zeitliche segnen würde. Braunes trockenes Gras wog langsam im Wind, der zwischen seine kurz rasierten Haare fuhr und über seine Kopfhaut kitzelte. Er musste weit weg appariert sein. Es roch nach Stadt und Abgasen, die nicht weit weg zu sein schienen. Das Hospital war auf dem Land gewesen. Wo also war er hingeraten...?
Und dann hörte er es. Stimmen. Und sie waren ihm nicht fremd.
Ehe er sich versah, wurde er auf den Rücken gedreht und blickte in das Gesicht einer blonden Frau.
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Mo Sep 30, 2013 10:29 pm

Finley war weg. Jason stand in dem Raum, den sie sich seit Jahren teilten und starrte auf die weißen Wände, auf die weißen Betten, auf die weißen Regale, auf die weißen Lampen. Er schrie, spürte, wie seine Zauberkraft sich andere Wege suchte, als seinen Zauberstab. Spürte wie es aus ihm heraus brach. Explodierte regelrecht. Als es aufhörte, sah er sich um. Das Zimmer gab es nicht mehr. Genauso wenig wie die umliegenden. Das ganze erste Stockwerk war verwüstet. Ein Kinderarm ragte aus den Trümmern wie eine makabere Skulptur. Er hatte sie alle getötet. An diesem Abend hörte er die Stimme des Doktors zum ersten Mal.

Schweißgebadet wachte er auf. Er hatte wieder von diesem Tag geträumt. Kurz schüttelte er den Kopf, als könnte das seine Gedanken vertreiben und wischte sich dann mit dem Handrücken über die Stirn. Fünf Jahre war es nun her, seit er unter die persönliche Aufsicht Sullivans gekommen war. Ja natürlich, der 'Doktor', wie sie ihn damals nannten, war immer wieder in dem weißen Haus aufgetaucht, aber nur kurz, als wollte er sehen, ob sie noch lebten. Gut, Jason wusste sogar, dass das der Grund war. Er suchte nicht nach Möglichkeiten den Muggeln das zaubern beizubringen. Er suchte nach dem einen Zauberer, der diese Suche unnötig machen würde. Er suchte nach dem Stärksten. Und dieser Stärkste war er.
Er hatte damals gedacht, er würde gute Fortschritte machen, doch das alles war nur Geplänkel gewesen. Ein kleines Vorspiel für den wirklichen Plan.
Mittlerweile konnte er töten, ohne den Zauber auszusprechen. Er konnte Schmerzen zufügen, die so schlimm waren, dass seine Opfer ihn anflehten, von dieser Fähigkeit Gebrauch zu machen. Ja, Jason war sehr bewandert in den sogenannten dunklen Künsten. So bewandert, dass ihm nichts verweigert wurde. Er konnte haben was er wollte. Zumindest so lange er auch Sullivans Wünsche respektierte.
Doch das war einfach. Er musste nur üben. Ein paar Menschen töten, dann und wann. Ein paar foltern. Ab und zu war auch ein anderer Trick nötig gewesen, aber schlussendlich hatte alles geklappt. Sullivan hatte Macht. Große Macht. Und Jason hatte er diese Macht zu verdanken.
Der junge Mann stand aus seinem Bett auf, zog sich einen Morgenmantel über und verließ sein Zimmer. Er wanderte durch die große Villa auf dem Weg zu dem großen Büro, in dem Sullivan schon am arbeiten sein musste. Er würde sich abmelden. Nach draußen gehen. Mittlerweile durfte er das. Jason konnte sowieso nicht verschwinden.
Wenn das geklärt war, würde er sich dem einzigen geheimen Zeitvertreib widmen, den er noch hatte. Er würde mal wieder nach Finley sehen.
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Joseph Morgan Sullivan
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Mo Sep 30, 2013 11:18 pm

Joseph Morgan Sullivan.
Dieser Name bedeutet Autorität, Macht und Disziplin. Man sollte denken, dass es einen eindrucksvolleren Namen braucht, um Menschen in ihre Schranken zu weisen. Aber das stimmt nicht. Das hat er bewiesen.
Immer und immer wieder.

Joseph lächelt und betrachtet seine weißen Zahnreihen in einem kleinen Taschenspiegel, den er immer in der linken unteren Schreibtischschublade aufbewahrt. Penibel und ordentlich. Kein Gegenstand in seinen Räumen darf am falschen Ort liegen, das macht ihn verrückt. Es macht ihn wütend, wenn er nicht weiß, wo sein Besitz sich gerade befindet. (Dabei muss es sich noch nicht einmal um Gegenstände oder ähnliches handeln. Auch bei seinen Experimenten war er sehr eigen. Sie mussten sich abmelden, sie mussten Bescheid geben. Er musste die Kontrolle über sie behalten, sonst verlor er die Kontrolle über sich selbst.)
Das kleine, misslungene Experiment (Nummer 445, das Elendige) hatte es einmal gewagt, an seine Tür zu klopfen. Klopf, Klopf, Klopf. In ewigem Stakkato. Das hatte ihn so wütend gemacht und er hatte sich ihrer entledigt. Sie war kein gutes Experiment gewesen. Hatte einen eigenen Kopf gehabt und hatte versucht, sich seinen Anordnungen zu widersetzen. Aber er ist der Doktor. Er weiß (wusste), was gut für seine kleinen Lieblinge war. (Und er ist noch immer der Einzige, der es weiß!)

Mit einem Schnappen schließt er den Taschenspiegel und legt ihn dorthin, wo er liegen muss. Linke, untere Schublade. Neben dem bräunlichen Briefpapier und der guten Flasche Scotch. (Das Glas ist in der Schublade darüber.)
Seine Ordnung ist disziplinarisch und es tut nicht gut, sie zu zerstören. (Diese dumme 445 war einmal an seinen Schreibtisch gegangen und hatte das Siegel um einen halben Zentimeter verrückt. Er hätte sich damals schon denken können, wie missraten sie gewesen war. Dann hätte er seine Bemühungen auf eins seiner anderen Kinder konzentrieren können. Aber nein. Er hatte sich gedacht, dass er ihr eine Chance gibt, es wieder gut zu machen. Sie hatte versagt, wie er es eigentlich schon von ihr erwartet hatte.)

Seine Hoffnungen liegen auf Nummer 629. Jason West.
Er macht gute Fortschritte. Er ist loyal. Er ist das, was sich ein guter Wissenschaftler wünscht. (Und manchmal betrachtet Joseph sich wirklich ein bisschen wie sein Vater. Schließlich hat er sich schon seit frühester Kindheit um diese Bälger gekümmert. Auch wenn er nur noch 629 hat.)
629 ist vielversprechend. Und 629 kann Dinge vollbringen, an denen viele andere Experimente gescheitert sind. (Natürlich hat es das ein oder andere Experiment ebenfalls soweit gebracht. Aber meist haben sie sich selbst disqualifiziert. Durch schlechtes Benehmen. Oder durch Disziplinlosigkeit. – Darauf legt Joseph viel wert. – Und er muss natürlich Konsequenzen walten lassen. Er kann solches Benehmen nicht ungestraft lassen. Auch wenn er es manchmal für eine Sekunde in Erwägung zieht, weil das Experiment sich eigentlich gut schlägt, weiß er, dass Nachlässigkeit sich niemals bewährt.)

Sanftes Klopfen an der Tür. (Wohin ist die Zeit gegangen? Joseph ist sich sicher, dass er eigentlich schon seit ein paar Minuten auf einem Rundgang sein sollte. Um nach seinen kleinen, flauschigen Lieblingen zu sehen. Und seinen ganzen anderen Experimenten, chemischer Natur.)
Das »Herein« bringt den Klopfenden dazu, die Tür zu öffnen und Nummer 629 (Jason West) betritt das Zimmer.
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Mo Sep 30, 2013 11:56 pm

Jason öffnete die Tür. Kurz senkte er den Kopf. Er wusste, dass es Sullivan wichtig war. "Guten Morgen. Ich wollte Sie kurz um etwas bitten.", sagte er. Dann lief er ein paar Schritte nach vorne und wartete darauf, dass man ihm anbot, sich zu setzen.
Sullivan war der Einzige, bei dem er sich benahm. Er wollte nicht glauben, dass es Angst war, die er verspürte, wenn Sullivan in der Nähe war. Er selbst sah es so, dass er zum einen vorsichtig und zum anderen gerissen war. Solange er tat, was Sullivan sagte, ging er den meisten Problemen aus dem Weg und zusätzlich wiegte sich Sullivan in Sicherheit.
Jason wusste nicht, ob Sullivan auch nur eine Ahnung davon hatte, wie sehr er ihn hasste. Er hasste ihn fast noch mehr wie das Zaubererpack, dass Menschen wie Sullivan erschaffen hatte. Doch sein Verhalten ihm gegenüber war tadellos. Wie immer.
Der Doktor wusste alles über ihn. Alles bis auf diese eine Kleinigkeit. Sein einziges, kleines Geheimnis. Die Ausflüge zu Finley, den er wahrscheinlich für tot hielt und die Art und Weise wie er sie bewerkstelligte.
Schon vor Jahren hatte er angefangen zu üben. Finley selbst hatte ihn darauf gebracht. Obwohl sich Jason nicht einmal sicher war, ob er von dieser Art der Zauberei wusste.
Und heute hatte er wieder einmal vor, seinen Freund aus Kindertagen unbemerkt zu besuchen. Circa einmal im Monat machte er diese kleinen Ausflüge. Sullivan würde es wohl nie erfahren und das ließ Jason ein Gefühl der Genugtuung erfahren, das ihn sonst selten ereilte. Diese eine Rebellion ließ ihn den Rest ertragen.
Obwohl er zugeben musste, dass sein Leben schlechter sein könnte. Er hatte, was er brauchte. Er durfte seinen Zauberstab mittlerweile immer bei sich tragen, er bekam Essen, Trinken und sogar seine Freizeitgestaltung wurde ihm bezahlt. Wenn er nicht gerade Aufträge für den Alten ausführte oder sich in einer Kneipe zuschüttete um mit einem hübschen Mädchen nach Hause zu kommen, malte er. Füllte Leinwand um Leinwand mit Farbe. Fast fanatisch malte er das weiß aus seinem Leben.
Doch nun war nicht die Zeit zu philosophieren. Er brauchte eine Genehmigung, das Haus zu verlassen. Und die würde er sich jetzt holen.
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Di Okt 01, 2013 12:19 am

Rasch zuckten seine Finger von der glühend heißen Tasse zurück und steckte sie hastig in seinen Mund, um die kleine Verbrennung reflexartig zu lindern.
In seiner anderen Hand hielt er die Zeitung, die im übrigen für seine Unachtsamkeit mit dem glühenden Getränk verantwortlich war. Unter einem bewegten Bild, auf denen einige Muggelpolizisten zwischen den Trümmern eines ehemaligen magischen Unterschlupfes zu sehen waren, stand in großen Lettern, die heutige Schlagzeile des Tagespropheten.

Weitere Attentate auf die magische Gemeinschaft – Rita Kimmkorn ermittelt verdeckt!

Dass dieses Schundblatt immer noch mit dieser alten Ziege warb und dass es überhaupt noch existierte, erschien Finley schon seit Jahren seltsam. Eigentlich hatte er damit gerechnet, dass sie aus dem Untergrund heraus nicht mehr die Auflage hätten halten können, doch sie taten es immer noch... Das einzige was das Ministerium überlebt hatte, eine billige Tageszeitung.
Gedankenverloren warf er das Papier weg und betrachtete lieber seine Tasse.
Der Kaffee dampfte eifrig vor sich hin, hinterließ in der vollgestellten Küche eine kleines Wölkchen das erst bis an die hölzerne Decke schwebte, ehe sie dort verpuffte. Der junge Zauberer war ihr mit seinem aufmerksamen Blick gefolgt, hatte sie beobachtet, bis er an der Uhr hängen geblieben war, die über seinem Kopf tickte. Sofort weiteten sich seine Augen und er nahm seine Finger aus dem Mund, der sich zusammen mit seiner restlichen Miene, überrascht in die Länge zog und ein überraschtes Keuchen ausstieß.
„Verdammt-“, mit einem letzten Blick auf die magisch tickende Uhr, die statt zwei Zeigern insgesamt 14 aufweisen konnte und auf jedem ein kleines Abbild seines jeweiligen Besitzers prangte, stand er hektisch auf und riss seinen dunkelblauen Mantel von der Stuhllehne.
Doch bevor er hinaus auf den Flur des alten Stadthauses rennen konnte, in dem er sich befand, wurde er unsanft von jemand kleinerem aufgehalten und bekam grob ein Stück Marmeladentoast zwischen die Lippen gesteckt.
„Hmpfmolly!“, nuschelte er, biss widerwillig von dem warmen Brot ab und kaute es hastig. „Ich bin spät dran-“
„Ohne Frühstück verlässt mir niemand das Haus, schließlich weißt du nicht, wann du dein nächstes bekommen könntest!“ Die alte Dame lächelte neckisch, ehe sie ihm auf die Schultern klopfte und ihn in den Flur schob. „Na dann los und sei vorsichtig. Heute hab ich schon drei Streifenwagen die Straße rauf und runter fahren sehen... sie suchen etwas und ich hoffe es sind nicht wir.“
Finley lächelte Mrs. Weasley ein letztes Mal an, biss zu ihrer Zufriedenheit ebenfalls noch einmal von seinem Frühstück ab.
„Keine Sorge... ich muss nur ein kleines Packet besorgen, ich werde bald wieder da sein.“
Mit diesen Worten schloss er die Tür hinter sich, sah zu wie der Zauber das Haus wieder vor neugierigen Blicken versteckte und in selbst zusammen klappen zu schien bis nichts mehr zu sehen war.
Doch während er sich auch noch so sicher war, dass der Zauber dieses Mal halten würde, verblasste sein Lächeln augenblicklich.
Er machte sich Sorgen um die Bewohner des alten Hauses der Blacks, nicht nur um Molly, die ihn manchmal behandelte als ob er einer ihrer vielen Söhne wäre, nein eigentlich um alle. Sogar um diejenigen, die er partout nicht Leiden mochte.
Potter zum Beispiel.
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Jason West
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Fr Nov 01, 2013 5:00 pm

Langsam verließ er das Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Sullivan schöpfte keinen Verdacht. Natürlich nicht. In dieser einen Sache war er immer schon sehr penibel gewesen. Er war sich nicht einmal sicher, ob Sullivan von der Existenz einer solchen Fähigkeit wusste. Auch, wenn es wahrscheinlich war. Der alte Mann hatte fast genauso viele Bücher über Zauberei gewälzt, wie Jason selbst.
Noch einmal führten ihn seine Schritte zurück in sein Zimmer, oder besser, seine Wohnung. An sein Schlafzimmer grenzte noch ein Bad und ein kleiner Wohnbereich. Doch diese beiden Zimmer ließ er erst einmal außer acht. Er ging zum Schrank und zog den abgetragenen blauen Hoodie heraus, den er zu diesen Gelegenheiten meistens anzog. Schließlich wollte er auf keinen Fall auffallen. Und dieses Ding war so unauffällig, dass es einem vorkam wie ein Tarnumhang. Dann schlüpfte er noch in eine ausgewaschene, schwarze Jeans, ging noch einmal kurz ins Bad und sah kurz in den Spiegel. Abgesehen von den dicken schwarzen Ringen unter seinen Augen sah er aus wie der typische Jugendliche. Und selbst die konnte man mit einem Kater erklären. Gut.
Jason verließ seinen Wohnbereich und kurz darauf auch das Haus. Jedes Mal schwor er sich, dass es das letzte Mal war. Dass er Finley und diese ganze Geschichte hinter sich lassen würde. Doch spätestens nach vier Wochen kamen die Alpträume zurück. Eine unerklärliche Angst davor, diesem Menschen, den er eigentlich nicht mehr kannte, könnte etwas zugestoßen sein. Dann ging er wieder los. Nur um zu sehen, dass der junge Mann noch lebte. Mehr brauchte es nicht.
Als er an der alten Bruchbude angekommen war, drehte er sich noch einmal um. Doch er schien allein zu sein. Er öffnete die Tür zu dem verfallenen Haus, dass er vor einiger Zeit gefunden hatte, als er einen Platz zum üben gesucht hatte und schloss die Tür dann wieder hinter sich.
Er schloss die Augen und spürte, wie er sich verwandelte. Wie spitze Federn aus seiner Haut wuchsen und Krallen an seinen Füßen. Als er die Augen wieder aufschlug war er kein Mensch mehr. Er breitete seine Flügel aus und der Rabe flog aus einem Loch im Dach in Richtung Grimmauldplatz.

Der Weg war lang in dieser Gestalt. Doch so hatte er Zeit zum nachdenken. Er erinnerte sich daran, wie er das erste Mal von Animagi gelesen hatte. Es hatte ihn sofort an Finley erinnert. Wie er ohne dass irgendjemand davon wusste, gelernt hatte zu apparieren. Er selbst beherrschte diese Fähigkeit nicht. Sullivan hatte es ihm verboten. Doch davon, sich in ein Tier zu verwandeln, hatte er nie gesprochen. Wenn er überhaupt davon wusste, dachte er wahrscheinlich, Jason würde so etwas sowieso nicht schaffen. Doch da hatte er ihn mal wieder unterschätzt.
Fast ein Jahr hatte Jason in dem verfallenen Haus geübt, bis er überhaupt einmal Fortschritte gemacht hatte. Ein weiteres Jahr, bis der Vogel, in den er sich verwandelte, fähig war, zu fliegen. Es war nicht leicht gewesen. Aber möglich.

Der Grimmauldplatz kam in Sicht und Jason machte sich darauf gefasst, zu warten. Das Haus, in dem Finley nun lebte, schien geschützt zu sein. Jason konnte es nicht sehen. Doch er sah die Menschen, die es verließen.
Er ließ sich auf einer alten Eiche nieder und wartete. Die Augen immer auf den Punkt gerichtet, an dem er die Tür vermutete. Heute wartete er nicht lange. Nur eine halbe Stunde nach seiner Ankunft tauchte aus dem nichts ein brauner Haarschopf auf. Gut. Finley schien in Ordnung zu sein. Er lächelte sogar.
Jason wollte sich schon wieder auf den Heimweg machen, als Finleys Lächeln auf einmal verschwand. Er sah besorgt aus.
Jason legte den Kopf schief. War etwas passiert? Nein. In diesen Zeiten hatte niemand Zeit zu Lächeln. Trotzdem. Ein irrwitziger Gedanke schoss ihm in den Kopf. Was, wenn er hinunter fliegen würde? Neben Finley landen? Schließlich sah er aus wie ein gewöhnlicher Rabe, den man überall sehen konnte.
Jason wusste selbst nicht, warum er das tat. Doch er verließ zum ersten Mal seinen Posten auf dem alten Baum und landete direkt vor Finleys Füßen.
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Finley Avery
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BeitragThema: Re: Zukunftsrpg, Haupterzählstrang   Fr Nov 01, 2013 5:27 pm

Gerade hatte Finley die Treppen hinunter laufen wollen, hatte sogar schon den ersten Schritt gemacht, landete ein kleiner schwarzer Ball vor seinen Füßen, der ihm kurz die Luft aus seinem Brustkorb drückte.
Normalerweise war er nie so schreckhaft, doch immer wenn er daran war, die sicheren Häuser zu verlassen, die ihnen noch geblieben waren, war er übervorsichtig und durchaus sensibel.
Aber schließlich stellte er dennoch jetzt seufzend fest, das es sich um den Besucher zu seinen Füßen, um einen Raben handelte und nicht etwa um ein durchaus gefährliches Wurfgeschoss.
"Ach du-" Finley schloss kurz die Augen und ärgerte sich sichtlich über sich selbst, presste kurz seine Lippen zusammen und sah das kleine Tier zu seinen Füßen schließlich wieder an.
Immer noch mit Misstrauen in seinen Augen, trat er einige Schritte die steineren Treppen hinunter, immer wieder mit einem kurzen Seitenblick auf das Tier hinter sich, blieb schließlich unten auf dem Gehweg stehen.
Das ganze hatte sich schon einmal so ähnlich zu getragen. Wie aus dem Nichts, war ein Fuchs damals vor ihm aufgetaucht und sich ohne Vorwarnung in Weasley verwandelt, was ihm im übrigens bis heute unnötig vorkam.
Kurz sah Finley sich um und knurrte etwas unverständliches unter seinem Atem und steckte seine Hände in die Taschen seiner Tweedjacke.
"Falls die anderen dich schicken, um mir etwas mitzuteilen, dann tu es schnell und auffällig, mein Freund."
Der junge Zauberer lächelte einen Moment lang gequält auf und sah den Raben aufmerksam an. "Oder bist du nur ein ganz normaler Vogel und ich bekomme solangsam Wahnvorstellungen? Bin ich paranoid, Kleiner?"
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