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 Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!

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AutorNachricht
Phil Kelly

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Anzahl der Beiträge : 36
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BeitragThema: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   So Okt 15, 2017 5:41 pm

Phil(lip) Kelly 23
Michael Kelly 20

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Nicholas Howlett 32

Maurice; White; Simpson; Barret; Haydn; Murphy; Hudson


Zuletzt von Phil Kelly am So Okt 15, 2017 9:50 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Phil Kelly

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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   So Okt 15, 2017 5:42 pm

Jaque Gardien, Inhaber Antique Trade Co.
Becktonstreet 225
London

Liebster Vater,
die Monate seit meiner Hochzeit vergingen wie im Flug und erst heute morgen musste ich feststellen, dass ich mich bald bereits ein Jahr eine verheiratete Frau nennen darf. Leider noch immer ohne Nachwuchs. Doch du weißt, wie sehr ich mir eigene Kinder wünsche und hoffe, das dies auch bald eintreffen wird. Immerhin ist Bartemius ein Mann hohen Ansehens und wird sich sicherlich auch sehr gut als Vater eignen, doch wir beide sind ratlos, was unseren Wunsch noch weiter hinaus zögern könnte…

Carolyne legte die Feder nieder und betrachtete das beschriebene Papier, auf dem gerade die dunkle Tinte erst feucht glänzte, dann rasch trocknete. Diese Worte passten zu ihr, aber nicht zu einem Brief an ihren Vater, nicht wenn ihn erst Crouch oder eine seiner Haushälterinnen lesen würde. Oder der Butler.
Sie seufzte und nahm ihn in ihre Hände, stand auf strich mit einer Hand ihr Kleid glatt und warf das Papier in das Feuer im Kamin. Es knisterte kurz, dann verschwand es in den Flammen, unbeachtet von Carolyne, die weiter das Zimmer auf und ab ging und einige Sachen zusammen legte, bevor sie das Zimmer verließ und den Gang entlang bis zur großen Treppe ging, die hinunter zum Eingangsbereich und zum Salon führte.
„Mr. Banks?“, fragte sie, der Butler kam nach einen Momenten aus einer hinteren Tür, abseits der Treppe aus der Richtung der Küche und sah sie fragend an. „Ja, Mrs. Crouch?“
„Kam… ehm… kam Post für mich oder meinen Mann?“
„Ja, allerdings eine telegraphische Antwort auf ihre Anfrage bei ihrem werten Herr Bruder.“
Carolyne hastete schnell auf den Butler zu, der ihr eine Karte in die Hände legte.

Gerne. Komme in ein paar Tagen zu dir. Freue mich.
In aller Liebe.

Auch wenn Sam immer wieder sagte, sie sollten sich nicht so sehr darauf versteifen, er hatte seine Sachen gepackt. Es war sowieso nicht viel. Nur Kleidung zum wechseln und ein paar persönliche Dinge, die es wirklich wert waren, mitgenommen zu werden. Sam mochte vielleicht denken, dass es nicht sicher war, dass sie diese Stelle bekommen würden, aber wann würde sich so eine Chance sonst wieder auftun? Es musste einfach klappen.
Allein der Gedanke, jeden Tag etwas zu essen auf dem Tisch zu haben. Nie wieder weglaufen. Sich nie wieder verstecken, wenn ein Gläubiger vor der Tür stand. Nicht so enden wie Dad.
Nein, Jack würde alles daran setzen, dass sie sie einstellen würden. Irgendwie würde er sie davon überzeugen, falls Rowan es nicht schaffte.
Rowan. Seit er vor etwa einem Jahr hier aufgetaucht war, hatte sich einiges geändert. Sam hatte er das Lesen und Schreiben beigebracht. Sodass er sich ein wenig Geld mit Briefen und Urkunden die er aufsetzte verdienen konnte. Und mit ihm und seinen Umgangsformen hatte auch Jack einen Job gefunden. Nichts großes. Natürlich nicht. Nur eine Stelle in der Fabrik. Aber es war besser, als immer von der Hand in den Mund zu leben und sich hier und dort ein wenig zusammen zu stehlen oder als Tagelöhner über Wasser zu halten. Er half ihnen sogar jetzt noch, obwohl sie nicht einmal mehr miteinander schliefen.
Und nun hatte er ihnen eröffnet, dass seine Schwester in einem der Stadtteile lebte, aus denen man Menschen wie ihn immer hinaus gescheucht hatte. Dort wo die Reichen lebten. Die, die nicht einmal arbeiten mussten. Und ihre Angestellten. Und dass es vielleicht eine Chance gab, dass er und Sam dort unterkommen würden.
Jack legte sich seine alte Tasche um die Schultern. Nein, diese Chance würde er ergreifen und sie nicht mehr loslassen. Koste es, was es wolle.

So wie Carolyne ihren Bruder kannte, war Rowan bereits unterwegs oder kam erst in einigen Wochen an. Ein dazwischen gab es bei ihm nicht und wenn sie sich nicht vollkommen irrte, glaubte sie sogar an ersteres. Immerhin hatte sie Rowan seit einem Jahr nicht mehr gesehen, nicht mehr seit er nach Paris gezogen war und sich dort die Künstlerszene angesehen hatte. Dort hatte er arbeiten wollen hatte er gesagt, inmitten der Kreativen, die er hier in London so gemisst hatte. Sie selbst hatte sich nur schwer vorstellen können, wie er es bewerkstelligen wollte, doch irgendwo hatte sie immer vertrauen in Rowan gehabt. Und nun hoffte sie nur, dass sie Recht behalten und er nicht wegen des Geldes zu ihr kommen würde.
Sie hatte sich in den Salon zu Tee gesetzt und blickte immer wieder nervös hinauf zur Standuhr, die leise in der Ecke tickte. Ihr Mann war nicht zugegen, gewissermaßen auf wichtiger Geschäftsreise oder was auch immer er jetzt schon wieder zu tun hatte. Also hatte sie nichts anderes zu tun… natürlich hätte sie einige Briefe aufsetzen können und wieder die Korrespondens mit Bartemius‘ Mutter beginnen können, aber lieber würde sie sich wohl davor die Hand von einem tollwütigen Hund abbeißen lassen, als das sie noch einmal den Brief las, den sie als letztes erhalten hatte. Geschweige denn zu beantworten, ob ihr Uterus schon wie eine welke Blume verfault war und deswegen keine Nachkommen unterwegs waren.
Sie murmelte etwas unverständliches vor sich hin oder dem Blick der alten Haushälterin nach, die gerade Staub wischte, musste es etwas wüstes gewesen sein.
Dann klingelte es und Carolyne war so schnell aufgesprungen bevor auch nur die Bediensteten auf die Tür reagieren konnten und riss selbst die Tür auf. Und da stand er.
Rowan grinste seine Schwester mit einem breiten Lächeln an, er trug einen leichten Bart, der wohl zu etwas größeren werden sollte, wobei doch gerade das glatte Kinn so modern war. Tickten in Paris die Uhren doch etwas anders? Carolyne war es egal, sie fiel ihm in die Arme und zog ihn fest zu sich.
„Ich hab dich so vermisst-“
„Ich dich auch... Schwesterchen...“, sagte er sanft, dennoch ein wenig irritiert und legte seine Hand auf ihren Rücken, bevor er sich wieder von ihr löste und erst dann erkannte Roel, dass er nicht allein gekommen war. Da standen noch zwei Herren.
„Was… du hast nicht erwähnt, dass du Freunde mitbringst?“
Rowan zuckte ein wenig verlegen mit den Schultern und nickte ins Innere des Hauses. „Wollen wir uns erst mal setzen? Die zwei sind gute Freunde von mir und ich hatte gehofft, dass ihr Arbeit für sie habt. Du weißt schon wie‘s in London manchmal ist...“
Carolyne hatte etwas erwidern wollen, doch ehe sie nach Luft holen konnte, hatte sie schon den Entschluss gefasst, dass es ohnehin nichts brachte. „Kommt rein. Im Salon steht Tee.“ Sie lächelte und ging hinein, voraus in das besagte Zimmer, während der Butler die Tür aufhielt.

Sam war sich nicht sicher,  was er von der ganzen Sache halten sollte. Er vertraute Rowan. Aber er wusste auch, dass er ein Traumtänzer war. Er lebte davon, sich einzureden, dass alles gut würde und Sam war viel zu viel Realist um nicht darüber nachzudenken, dass er wohl kaum so lange in Whitechapel gelebt hätte, wenn seine reiche Schwester so viel für ihn übrig hätte. Und wenn sie schon ihm nicht geholfen hatte, warum sollte sie es für zwei völlig Fremde tun?
Trotzdem war er mitgekommen. Viel mehr als ablehnen konnte sie nicht. Doch als die Gegend immer besser und die Rasen immer gepflegter wurden, bis die Straße sauberer war, als ihr Zimmer zu Hause, wurde ihm klar, dass er die kleine Hoffnung, die in ihm aufgekeimt war, begraben konnte.
Heute Abend würde er wieder in dem Zimmer liegen, dass er sich mit seinem Bruder und den McKenzies teilte. Alles würde so weitergehen wie vorher. Nur dass er dann vielleicht keinen Rowan mehr hatte, der ihn in seinen Büchern lesen lies. Der Gedanke fühlte sich wieder einmal so an, als wäre es auf einmal Winter geworden und ihn fröstelte.
Endlich kamen sie vor einer Tür zu stehen. Ein großes Haus mit kleinem Vorgarten. Wahrscheinlich noch ein größerer dahinter. Rowan zog an einer Schnur und drinnen hörte man eine Glocke schellen.
Nur ein paar Augenblicke später öffnete sich die Tür und etwas warf sich in die Arme des Mannes. Es dauerte einen Moment bis Sam klar wurde, dass es Rowans Schwester sein musste. Sie löste sich von ihm und er konnte sie nun richtig sehen.
Die Mädchen bei ihnen in der Straße waren anders gewesen. Ordinär, unwissend, mit dreckigen Kleidern und einfachen Gedanken. So eine wie sie hatte er noch nie gesehen. Es lag nicht nur an dem sauberen Kleid und der aufwändigen Knoten, indem ihre blonden Haare steckten. Es war ihr Gesicht. Der Ausdruck in ihren Augen. Sie stierte nicht in die Welt. Sie schien sie zu sehen.
Auf einmal bat sie sie herein und Sam wusste nicht was er sagen sollte. Ihm wurde bewusst, dass er sie anstarrte, also wendete er schnell seine Augen ab und folgte Jack durch die Tür in einen Vorraum, von dem mehrere Türen abgingen und in einen Raum, auf dessen Tisch heißer Tee aus einer Kanne dampfte.
Sam sah aus dem Augenwinkel um, bemerkte die teure Einrichtung, die dunklen Möbel und den Teppich auf dem Boden. Dann blieb sein Blick an einem Regal hängen, dass am anderen Ende des Raumes stand und in dem Bücherrücken,an Bücherrücken stand. Bisher hatte er nur die paar von Rowan gelesen. Immer und immer wieder. Aber da standen neue Geschichten. Geschichten, die er noch nicht kannte.

„Ich hab dir so viel zu erzählen aus Paris!“, rief Rowan, bevor er sich mit großem Schwung auf das Canapé warf, das daraufhin nur unter seinem Gewicht quietschte und Carolyne wider erwartend nicht verärgerte sondern zum kichern brachte: „Hast du viele Künstler kennen gelernt? Erzähl mir von der Stadt! Wie war die Saine, wie waren die Leute?!“
Sie setzte sich neben ihn und bat nur kurz den Butler um neuen Tee und mehr Gedecke („Ja, auch für die zwei jungen Herren!“), bevor sie sich wieder zu Rowan wandte.
„Nun ja die Leute dort sind so viel inspirierter wie hier, es gibt dort so viele freie Geister, so viel Energie, dass sie ganze Stadt nur davon zu strahlen scheint, o Roel!“
Carolyne lachte wieder, scheinbar belustigt von ihrem alten Spitznamen, bevor Rowan sich wieder aufsetzte und sie direkt ansah. „Es hätte dir gefallen.“
„Das glaube ich dir“, entgegnete sie gleich, doch dann verfinsterte sich ihre Miene für einen Moment, bevor dann wieder lächelte, ein wenig bitterer als zuvor. „Aber du weißt ja… die Hochzeit und alles… kam nun einmal dazwischen. Bartemius hat mir versprochen einmal mit mir reisen zu gehen. Vielleicht nimmt er mich auch auf eine seiner Expeditionen mit.“ Rowan lächelte über Roels Worte ein wenig, doch sie wusste, dass das nicht böse oder belustigt gemeint war. Es war ein warmes und wohlwollendes Lächeln, eines das sie sehr vermisst hatte.
„Bestimmt, denn sonst gehen wir gemeinsam auf Reisen.“
Der Tee wurde eingeschenkt und Roel strich sich eine lose gewordene Haarsträhne hinter ihr Ohr, bevor sie sich dann endlich zu ihren anderen Gästen umwandte. „Entschuldigt, ich habe meinen Bruder zu letzt vor einem Jahr gesehen und ihn jetzt wieder vor mir zu haben, ist ein wenig… überwältigend.“
„Wenn man es so ausdrücken möchte“, murmelte der Butler, Roel hatte es bemerkt, doch sie erwiderte darauf nichts. Stattdessen sah sie zu den zwei Fremden und lächelte diese an.
„Mrs. Carolyne Rosalind Crouch“, stellte sie sich vor und hielt den Herren jeweils die Hand hin, wartete ab bis sich jeweils beide vorgestellt hatten. „Und darf ich fragen wie ich zum Vergnügen kam Ihre Bekanntschaft zu machen-?“
Doch Rowan unterbrach sie jedoch sofort: „Es ist… meine Schuld. Allein meine...“
Sie sah ihn verwirrt an, wandte sich wieder leicht zu ihm. „Was denn?“
„Es ist… das Geld. Es… ich konnte damit nicht zu Jaque gehen, wie du weißt, ich... konnte ihn nicht so enttäuschen und auch nicht Großvater und Großmutter. Ich konnte einfach nicht… ich...“
Roel nahm seine Hand, drückte sie, erst wenig dann vielleicht auch zu fest. „Schon in Ordnung. Das klären wir später. Sag mir erstmal wer die beiden sind, ja?“

Jack lächelte Rowans Schwester zu, als sie seine Hand nahm. „Ich heiße Jack Donahue“ Als sie Sams Hand nahm, folgte einen Moment nichts und Jack sah seinen Bruder verwirrt an. Dieser stand einfach nur da wie ein Ölgötze und starrte die Frau an, als hätte er noch nie eine gesehen. „Das ist Sam. Mein Bruder. Entschuldigung, er verträgt die Hitze nicht so gut.“ Jack stieß ihn unter dem Tisch unsanft an. Wenn er diese Chance mit seinen Verrücktheiten kaputt machen würde, musste er ihn wahrscheinlich umbringen.
Endlich nickte er und murmelte: „Ja. Entschuldigung.“

„Oh… ja, ist aber auch sehr schwül, nicht wahr?“, antwortete sie immer noch, wenn auch verwirrt lächelnd, bevor sie noch einmal fest Sams Hand drückte. „Freut mich dich kennen zu lernen, Sam.“
„Ich bin den zwei Abends in einem Pub begegnet, als ich vor kurzem zurück nach England gekommen bin – ich weiß nicht gerade der beste Ort und ich weiß, ich hätte mich früher melden müssen… aber sie waren mir auf Anhieb sympathisch und wir haben uns ewig eine Wohnung geteilt bis… nun ja bis ich mich durchringen konnte dir zu schreiben und… zuzugeben, dass ich versagt habe.“
Rowan senkte seinen Kopf und Roel legte ihre Hand auf seine Schulter. „Das hast du nicht. Manchmal ist das Leben eben so, manche Dinge funktionieren sofort, andere… hingegen eher nicht. Aber das ist kein Problem! Du bleibst so lange bei uns und ich werde Bartemius schon irgendwie überzeugen, dass deine Anwesenheit gut für mich ist. Wir möchten schließlich Nachwuchs und da ist es doch nur hilfreich wenn ich gute Laune habe oder?“ Sie grinste ihn ein wenig neckisch an, bevor sie ihren Mund kurz mit der Hand bedeckte, um den kritischen Blick der Haushälterin auszuhalten, die nun den Tee servierte.
„Das hört man gern“, sagte Rowan und nickte langsam, bevor er dann zu Jack und Sam sah. Er wartete noch einen Augenblick und lächelte dann wieder, allerdings bitter, als ob er über das gerade Gesagte noch einen Moment nachdenken müsse. „Und was die beiden angeht… ich habe ihnen Arbeit versprochen. Bei euch. Immerhin haben sie mir geholfen und da möchte ich mich nun revanchieren, verstehst du?“
Einen Moment sah Roel ihren Bruder kritisch an, dann senkte sie ein wenig ihren Blick und schien nachzudenken, bevor sie ihre Hände in ihrem Schoß faltete.
„Von mir aus würde nichts dagegen sprechen. Wir suchen gerade eine Küchenhilfe oder jemanden, der dem Butler zur Hand geht. Immerhin ziehen wir bald für einige Monate auch aufs Land, zumindest sobald ich… du weißt schon… damit ich es ruhiger habe. Und dort werden wir auch einen Stalljungen brauchen.“
Rowan sah sie hoffnungsvoll an. „Das heißt…?“
„Ich muss Bartemius noch überzeugen, aber ich denke… Ja.“ Sie lächelte ein wenig. „Ich lasse ein Gästezimmer für die beiden herrichten und dann kümmern wir uns um den Rest. Auch um deine finanziellen Schwierigkeiten. Bartemius wird ohnehin erst in ein paar Tagen wieder hier sein.“

Sam sah sie noch einen Moment an und bemerkte, dass er dabei wahrscheinlich aussah, wie der letzte Vollidiot, bevor er auf seine Hände starrte, die nun die Teetasse umklammerten und sie zu seinem Mund führten, damit er etwas zu tun hatte.
Er hörte zu und ihm wurde noch einmal klar, wie dumm er sich aufführte. Nicht nur, dass er sie seit etwa drei Minuten kannte und dass sie verheiratet war und auf ein Baby wartete, was sollte sie schon mit einem Habenichts wie ihm, der gerade gut genug war, um ihr dreckiges Geschirr zu waschen? Sein Blick verfestigte sich.
Sie redete währenddessen weiter und aus dem Augenwinkel erkannte er einen kurzen Augenblick einen Selbstgefälligen Ausdruck in Jacks Augen, als sie erwähnte, dass sie einen Job für sie hätte. Auch Sam sollte sich darüber freuen, aber er war noch viel zu überfordert von der Situation und schüttete sich Tee in den Rachen.
Schnell knallte er die Tasse auf den Tisch und verzog das Gesicht.
Alle starrten ihn an und er wollte im Erdboden versinken als er murmelte: „Heiß.“ Jack neben ihm verzog einen Moment das Gesicht und er wusste, dass er ihn später wahrscheinlich zur Rede stellen würde… als ob es nicht schon so peinlich genug wäre. Aber nur einen Augenblick später hatte er wieder dieses gewinnende Lächeln im Gesicht, dass Sam so sehr auf den Geist ging.
„Machen Sie sich doch keine Umstände. Wir können auch bei den Bediensteten schlafen.“ Sam überließ ihm das reden. Er hatte sich heute wirklich schon genug zum Idioten gemacht.


Roel war ein wenig zusammen gezuckt, als die Teetasse auf den Cafétisch geknallt wurde und starrte Sam für einen Moment an, bevor sie wieder lächelte und dann ein wenig verwirrt antwortete: „Äh… also nein, das sind keine Umstände für uns. Bis Sie bei uns arbeiten möchte ich sie als Gäste meines Hauses betrachten und würde Ihnen deshalb ein Gästezimmer anbieten. Wir können Sie ja schon ein wenig einarbeiten, allerdings wird ihre Tätigkeit ohnehin erst beginnen können, wenn mein Mann hier ist und das ganze bestätigen kann.“
Sie führte ihre eigene Tasse an ihre Lippen und trank ein wenig von ihrem Tee, seufzte erleichtert als sich der wohltuende Geschmack auf ihrer Zunge ausbreitete, bevor sie dann die Tasse ebenfalls ein wenig zu hart auf den Tisch stellte. „Tatsächlich sehr heiß.“

Rowan war mit seiner Schwester danach für ein paar Stunden nach oben ins Arbeitszimmer gegangen, wo sie einige Dinge privat und ohne die Anwesenheit von Bartemius Augen und Ohren a.k.a. der Butler hatten besprechen können und nachdem sie alles finanzielle und andere etwaige geschäftliche erledigt und einen kleinen Plan geschmiedet hatten, trat Roel nach draußen und ordnete ihre Haushälterin an Jack Donahue doch schon einmal in die Küche einzuweisen, bevor sie sich selbst um Samuel kümmern würde. Den Butler wollte sie dem armen Jungen nicht direkt auf den Hals jagen, vor allem nachdem Rowan in einer Bemerkung erwähnt hatte, dass er gerne las. Sie selbst hatte niemanden mit dem sie diese Leidenschaft teilen konnte, immerhin war Bartemius sehr beschäftigt und hatte kaum Zeit zu lesen, anders als früher als sie noch Briefe vor ihrer Ehe ausgetauscht hatten.
Roel klopfte also an das Gästezimmer, in dem sie Sam vermutete und wartete dann bis die Tür sich öffnete.
„Sam? Mr. Donahue? Ich… wollte Sie fragen ob sie Interesse hätten mit mir eine kleine Hausführung zu machen? Wenn schon bald dem Butler eine Hilfe sein wollen?“ Sie lächelte wieder und obwohl man ihr abermals die Verwirrung und Nervosität ansah, wirkte es freundlich.

Wie erwartet hatte Jack ihn, als sie ihr Zimmer gezeigt bekommen hatten (nachdem sie beide erst einmal völlig geschockt von so viel Luxus alles angesehen hatten) erst einmal gefragt, warum er sich wieder einmal benahm wie ein kompletter Idiot. Sam hatte nur mit den Achseln gezuckt und ihn reden lassen. Was sollte er auch sagen? Dass dieses Haus die Manifestation all dessen war, was er sich immer erträumt hatte? Mit seinen Büchern, in denen so viel Wissen steckte und darauf wartete, von ihm gelesen zu werden? Mit dem Globus in der Ecke auf dem all die Winkel der Welt angegeben waren, von denen er nie gehört hatte und die er nie besuchen würde? Und mit Mrs Crouch, die er sich so schnell wie möglich aus dem Kopf schlagen musste.
Als Jack abgeholt worden war um sich seinen neuen Arbeitsplatz zeigen zu lassen, war er einfach nur durch das Zimmer gegangen und hatte sich Gedankenverloren alles noch einmal angesehen. Das weiche Bett, die bunte Tapete und den großen Schrank mit den geschnitzten Verzierungen.
Gerade als er sich überlegte, dass es Menschen gab, die so viel Kleidung besaßen, dass sie diesen tatsächlich füllen konnten, klopfte es an der Tür. Er wunderte sich einen Moment, seit wann Jack sich darum kümmerte, auch nur den geringsten Anstand zu beweisen und zu klopfen, hörte er Mrs Crouchs Stimme. Er fragte sich, was sie wohl von ihm wollte und öffnete schließlich die Tür. Sie war allein und allein diese Tatsache, ließ ihn wieder auf seine Füße blicken. Bis er ihren Vorschlag hörte und schnell aufsah, bevor er nervös nickte. Er sollte mehr von diesem Haus sehen? Mit ihr als Begleitung? Das alles kam ihm vor wie ein Traum, den er auf dem schäbigen Strohlager träumte, dass er sich mit Jack und Jimmy teilen musste.

Auch Roel nickte, allerdings als Zeichen in welche Richtung sie gehen würden und schritt dann langsam voran. „Dann folgen Sie mir. Keine Sorge, es dürfte nicht langweilig werden, ich denke nicht, dass sie so eine ausführliche Tour brauchen wie Ihnen Mr. Banks in den folgenden Tagen geben wird, das kann ich auch gar nicht, ich kenne die meisten Winkel selbst nicht“, sie lachte und bedeckte ihren Mund dabei mit der Hand als ihr ein kleines Glucksen entwich, bevor sie weiter den Gang entlang Schritt mit Sam an ihrer Seite.
Sie gingen durch die Eingangshalle und durch den Salon, durch eine hintere kleine Tür in einen versteckteren Dienstbotengang, in den Roel allerdings nur einen Moment einen Blick hinein warf und erklärte, wofür er gebraucht wurde und dass sie es eigentlich bevorzugte wenn die Angestellten ganz normal durchs Haus liefen, immerhin war es bei ihrem Vater zuhause auch so gewesen, bevor sie dann durch das Esszimmer gingen und am Kamin im Herrenzimmer stehen blieben. Darüber war ein Gemälde zu sehen, darauf Mrs. Crouch und ihr Mann Bartemius Crouch II. Er wollte nicht so genannt werden, doch Roel betonte den Namen dennoch gerade wohl deshalb.
„Das ist er… er ist gerade auf einer Geschäftsreise, damit er die Angelegenheiten seines Vaters klären kann. Der ist leider vor einigen Wochen überraschender Weise verstorben. Mein Vater begleitet ihn. Sie sind Freunde und er selbst war auch mit meinem Schwiegervater eng befreundet, immerhin wollen sie sehen, dass das Geschäft und alles andere rasch auf Bartemius übertragen wird. Eigentlich war das ganze… die Fabrik und alles… schon auf Ihn überschrieben, allerdings schien es einige Probleme gegeben zu haben.“
Sie sah einen Moment ein wenig zu nachdenklich auf das Bild, von dem aus Crouchs finsterer Blick sie fast schon zu tadeln schien, bevor sie schwach lächelte. „Er sieht strenger aus als er ist.“ Dann sah sie zu Sam. „Uhm… gibt es eine Mrs. Donahue? Sam?“

Während Roel redete und er jedes Wort von ihr einsog, besah er sich alles und wusste nicht so recht, wie er sich benehmen sollte. Ihre Sprache hatte er bisher nur in Büchern gehört und ab und an von ihrem Bruder, wenn er in alte Gewohnheiten verfallen war.
Während sie ihm erklärte, dass er noch eine ausführlichere Tour bekommen würde, wurde er sich seiner Arme schmerzlich bewusst, die irgendwie so nutzlos neben ihm herunter hingen und er fragte sich, ob sie dumm aussahen, wie sie so leicht hin und her schwangen während er lief. Gerade als er versuchte, sie bewegungslos zu halten und auch das als dumm bewertete, riss sie ihn mit einer Frage aus seinen Gedanken. Einen Moment sah er sie viel zu aufgeregt an und antwortete dann viel zu schnell: „Äh.. was? Nein. Ich meine, nein. Mein Bruder er- er hat keine Frau. Und ich auch nicht. Also unsere Mutter heißt so.“ Er fragte sich, warum er überhaupt sprechen konnte, wenn nur Mist herauskam und sah wieder auf seine Füße. Was war mit ihm los?

Roel legte ihren Kopf ein wenig schief und betrachtete Sam für einen Moment, bevor sie dann vorsichtig fragte: „Alles in Ordnung, Sam?“ Immerhin schien es dem Jungen nicht so gut zu gehen, vielleicht war es schüchtern oder hatte sonst irgendetwas, doch Roel war sie sicher, dass er schon noch warm mit ihr werden würde… oder?
„Du musst nicht nervös sein, wenn es das ist… ich weiß schon wie es ist wenn man jemandem begegnet, der einem höheren Stand angehört. Mein Mann besitzt Land und seine Familie entspringt sogar dem Adel, meine hingegen ist Neureich und hat vor Generationen der Arbeiterklasse angehört… hört sich vielleicht gerade von deiner Perspektive nicht nach viel an, aber man spürt den Unterschied dennoch.“
Sie lächelte wieder, dieses Mal ebenfalls so nervös wie Sam. „Entschuldige. Vielleicht doch ein wenig zu viel aus dem Nähkästchen geplaudert.“

Als sie ihn fragte, ob alles in Ordnung wäre, hätte er sich am liebsten in seinem Zimmer versteckt. Sie hielt ihn wahrscheinlich für einen, der als Kind auf den Kopf gefallen war. Dann redete sie weiter und am liebsten hätte er ihr gesagt, dass es genau daran lag, aber er brachte keinen Ton heraus. Denn selbst wenn sie es aussprach, es war etwas völlig anderes aus einer reichen Arbeiterfamilie zu stammen und vor einem Adligen zu stehen, als er zu sein und vor ihr zu stehen.
Er selbst hatte erst vor kurzem begriffen, dass es eine Welt gab, die nicht aus dem bestand, dass er kannte. Erst seit Rowan zu ihnen gekommen war, war ihm klar geworden, dass es nicht zwingend so sein musste, dass man kaum zu essen hatte und sich nur über den nächsten Schlafplatz Gedanken machte oder darüber, wie man im Winter nicht erfror. . Und jetzt stand da diese Frau vor ihm, die das Leben führte, dass für ihn immer unvorstellbar gewesen war. Und sie bildete sich nicht einmal etwas darauf ein. Früher, kurz nachdem sie von zu Hause weggelaufen waren, hatten schon die auf sie herabgesehen, die noch eine Familie hatten und ein festes Dach über dem Kopf. Aber wahrscheinlich stand sie so weit über ihm, dass sie es nicht nötig hatte, sich wie etwas besseres zu verhalten. Sie beide wussten, dass sie es war.
Er nickte nur und murmelte dann auf ihren letzten Satz: „Schon in Ordnung.“

„In Ordnung“, ein wenig Enttäuscht über die Antwort, doch darauf erpicht es sich nicht anmerken zu lassen, sah sie ein letztes Mal hinauf zum Bildnis ihres Mannes, bevor sie sich dann seufzend abwandte und die Tour fortsetzte. „Dann wollen wir weiter… folgen Sie mir einfach“, sagte sie wieder lächelnd, ging hinaus auf den Flur, dann die Treppe hinauf und einen längeren dunklen Gang entlang, an etlichen Türen vorbei.
„Das sind die Gästezimmer, das Arbeitszimmer meines Mannes und auf der anderen Seite des Ganges auch unsere Schlafzimmer und hier...“, sie öffnete eine Doppeltür und ging dann hinein, um an der Seite ein Fenster von seinem schweren Brokatvorhang zu befreien, sodass helles Herbstlicht den Raum erfüllte und die bunten Bücherrücken des Bibliothek zum Leben erweckten. Es lag ein wenig Staub in der Luft, der fein glitzernd von der Sonne reflektiert wurde und an den hohen Bücherregalen vorbei tanzte, die großzügig mit allerlei Lektüre ausgestattet war.
Roel schloss hinter Sam die Doppeltüren wieder und ging dann ein paar Schritte voraus in das große Zimmer, dass sich hinter den ersten Regalen noch weiter nach hinten zu erstrecken schien.
„Die Bibliothek. Mein Bruder erwähnte, dass Sie gerne lesen Sam. Wenn Sie sich eines oder mehrere der Bücher ausleihen wollen, dann tuen Sie sich keinen Zwang an. Nur legen Sie sie nachdem sie fertig sind wieder sorgsam zurück. Sie sind alphabetisch und nach Genre geordnet, aber das werden sie schnell merken, wohin jedes gehört.“ Sie ging an eines der Regale und zog ein großes Sachbuch über Südafrika hervor, strich über den Ledereinband und wandte sich dann zu Sam. „Sie können sich gerne umsehen wenn Sie möchten.“

Sam ging ihr hinterher und bemerkte immer mehr, wie sie allein versuchte ein Gespräch aufrecht zu erhalten und er selbst keine Ahnung hatte, was er dazu beisteuern sollte. Kurz besah er sich das Bild von ihrem Mann, der streng und kalt aussah, vor allem neben ihr. Sam war er sofort unsymphatisch. Auch wenn ihm klar war, dass er sich das niemals würde anmerken lassen.
Sie zeigte ihm einige weitere Räume und Sam stapfte ihr wortlos hinterher, bis sie schließlich eine Tür öffnete und Sam die Luft wegblieb. Bücher. Überall Bücher. Er hatte noch nie so viele auf einem Haufen gesehen. Er hatte nicht einmal gewusst, dass es Menschen gab, die so viele von ihnen besaßen.
Langsam ging er auf eines der Regale zu. Langsam, vorsichtig streckte er einen Finger aus und fuhr damit über die Rücken. Einer am anderen. Bevor er schließlich an einem dunklen Lederband stehen blieb und es fast ehrfürchtig aus dem Regal nahm um es aufzuschlagen und langsam und andächtig ein paar Zeilen zu lesen. Es war ein alter Band von einem Mann namens Shakespeare und schon bei den ersten Sätzen hätte er sich am liebsten auf einen der Sessel gesetzt und das Buch nicht mehr losgelassen, bis er damit fertig war.
Erst ein Rascheln hinter ihm, riss ihn aus seinen Gedanken. Er hatte fast vergessen, dass er nicht alleine war. Langsam drehte er sich um. „Darf ich das wirklich? Ich habe noch nie so viele Bücher auf einem Haufen gesehen. Nur die paar, die Rowan dabei hatte. Und Sie würden sie mir ausleihen?“


Lorelei sah Michael für einen Moment an, bevor sie langsam begann zu verstehen und nickte, bevor sie anfing zu lächeln. So war das also… der Junge war wie vermutet schüchtern, nein eingeschüchtert von dem allem hier und schien jetzt da er mit seiner Lieblingsbeschäftigung konfrontiert war endlich aufzutauen.
„So viele wie du magst. Immerhin arbeitest du hier und hast ja dann auch Freizeit und das alles...“, sie fuhr mit ihrem Zeigefinger kurz über ihre Unterlippe als sie nachdenklich zu Boden sah, bevor sie ihren Blick dann wieder hob, vorsichtig lächelte und dieses abermals Michael schenkte. „Natürlich wenn mein Mann zustimmt, aber das hatten wir ja bereits besprochen… dennoch könnte ich mir gut vorstellen, wenn ich Ihn ein wenig um den Finger wickle...“ Sie schien eher mit sich selbst zu sprechen als mit Mr. Kelly. „Dann bestimmt. Und für heute Nacht können Sie sich ohnehin Bücher ausleihen immerhin sind Sie bis zu Arbeitsantritt hier Gast!“, ihr Lächeln verbreitete sich zu einem leichten Grinsen, dann ging sie zu ihm hinüber ans Regal und fuhr mit ihrer Linken über einige der Lederrücken, auf denen in eingeprägten Lettern die Titel standen.
„Welches ist denn ihr Lieblingsbuch? Ich durchforste gerade altgriechische Abteilung, allerdings lenken mich meine Leidenschaft für Groschenromane immer wieder davon ab...“, sie kicherte leise, „verwerflich ich weiß… aber ich kann einfach nicht die Finger davon lassen.“

Michael konnte es immer noch nicht fassen. Er sollte freien Zutritt zu dieser Bibliothek bekommen. Noch einmal warf er einen begierlichen Blick in das Buch. Er zweifelte zwar immer noch daran, ob sie hier bleiben dürften, aber heute Nacht würde er in diesem Buch lesen. Und ab jetzt in jeder freien Minute, bis Mr. Howlett nach Hause kam. Und er würde sich so viel merken, wie er nur irgendwie konnte.
Und falls sie dann doch gehen mussten, zurück in den schäbigen und schmutzigen Teil der Stadt, dann würde er sich trotzdem an diese Geschichte erinnern können.
Auf ihre Frage hin sah er schließlich wieder auf, bevor er kurz überlegte. „Ich weiß nicht genau. Ich habe nur Rowlands Bücher gelesen. Darin ging es hauptsächlich um Kunst. Er hatte nur zwei mit Geschichten dabei. Ich denke, ich mag Sherlock Holmes am liebsten.

Lores Augen weiteten sich aufgeregt, dann gestikulierte sie wild über das ganze Bücherregal, fast schon zu wild für eine Lady ihres Standes. „Oh! Dann muss ich dir all meine Lieblingsgeschichten zeigen, es gibt so viele, die es zu lesen gibt und...“, sie hielt inne und zog einige Bücher aus dem Regal. „Jane Eyre, alles von Victor Hugo und- und- Shakespeare!“, sie hielt sie Michael hin und schloss dann einen Moment ihre Augen um sich zu beruhigen, dann sah sie ihn wieder an. „Entschuldige meine Aufregung… es ist nur so, dass ich niemanden hier habe, mit dem ich mich darüber unterhalten könnte. Nicholas, er… früher konnten wir das, aber seit er so viel arbeitet...“

Auf einmal hatte er einen Stapel Bücher auf den Armen und sah Mrs Howlett dabei zu, wie sie wild gestikulierend vor dem Regal auf und ab lief. Eigentlich war er immer davon ausgegangen, dass Damen ihres Standes eher blass und ruhig in einem Sessel saßen und strickten. Nicht, dass er wirklich eine Ahnung hätte.
Aber anscheinend waren das nur Vorurteile.
Was sie sagte, hörte sich für ihn viel zu gut an. Sie brauchte jemanden um mit ihm über Bücher zu reden. Wenn Michael über seine bisherigen Erfahrungen nachdachte… Phil las so langsam, er würde für ein Buch wahrscheinlich mehrere Leben brauchen und Rowland… natürlich hatte er hin und wieder mit ihm über Bücher geredet, aber früher war er dann doch lieber mit Phil abgezogen und dann war er immer wieder auf seine Geschichten über Paris und die dortige Kunstszene abgeschweift, was vielleicht eine zeitlang interessant war… aber kein ganzes Jahr lang.
„Ich werde das alles lesen, sobald ich kann!“,antwortete er ihr überzeugt. „Vielleicht- vielleicht können wir dann darüber reden.“ Ihm wurde klar, was er gerade gesagt hatte. Bestimmt schickte es sich nicht für eine Dame mit ihrem Angestellten über Bücher zu reden. Also sah er wieder auf seine Schuhe.

„Ich hoffe ich trete Ihnen dabei nicht zu Nahe!“, sagte sie jedoch dann rasch und hob vorsichtig eine Hand und ließ diese dann wieder sinken, nur um sie um die andere herum zu falten. „Immerhin kennen wir uns ja eigentlich gar nicht und Sie sind gerade mal ein paar Stunden hier und schon überrumpele ich sie, das muss Ihnen ja furchtbar unhöflich vorkommen...“, sie errötete ein wenig und senkte ebenfalls ihren Blick. „Die Wahrheit ist, ich bin nicht gerade gut in solchen Dingen. Bis vor wenigen Monaten habe ich schließlich auch noch bei meinem Vater gelebt. Dort war alles anders. Etwas freigeistiger und ich komme mit den Konventionen nicht so klar, deswegen hoffe ich, dass sie mir dies nachsehen...“
Es war das erste Mal gewesen, dass Lore zugab, dass sie sich hier nicht vollkommen wohl fühlte, doch gerade vor Mr. Kelly, der eben nicht ihre Stand entsprach und sozusagen keine Macht über sie hatte, wie es sogar der Butler über ihren Mann bemächtigt war, schien es ihr leichter zu fallen als vor irgendjemand sonst.

Als Mrs. Howlett auf einmal anfing ihm zu erzählen, dass sie ungeübt in diesen Dingen war und ob sie ihm gegenüber nicht unhöflich wäre, war er einen Moment verwirrt. Doch dann fing er an zu begreifen. „Eigentlich dachte ich die ganze Zeit, ich wäre unhöflich“,gab er zu. „Ich habe keine Ahnung v0n Konventionen. Um mich müssen Sie sich da keine Gedanken machen.“
Er zuckte mit den Achseln. „Da wo ich herkomme, interessiert das niemanden.“ Allein die Vorstellung, dass Jimmy sich um irgendetwas anderes scherte, als die Beschaffung von Alkohol oder dass Mary sich Gedanken darüber machte, ob sie unhöflich war und jemandem zu Nahe trat, wenn sie Waschen ging oder abends ihr kleines Gehalt für einen sauren Wein ausgab. Nein.

„Ach so...“, sagte sie langsam und sah Michael einen Moment lang an, nachdenklich, während sie wieder begann scheu zu lächeln. „Da bin ich aber froh- nicht weil ich es gut finde, dass sie aus so einer armen Gegend kommen, sondern weil… es fühlt sich gut an, nicht jede Sekunde über seine eigenen Worte nachdenken zu müssen.“
Gemächlich trat sie dann abermals ans Regal heran und rückte ein Buch zurecht, bevor sie sich ein anderes heraus nahm. Es war Sherlock Holmes. „Dann werde ich das hier lesen… eine Studie in Scharlachrot. Und dann können wir uns darüber unterhalten. Hört sich das gut an Mr. Kelly? Oder… darf ich Michael sagen?“
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Michael Kelly

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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   So Okt 15, 2017 9:24 pm

Er lächelte leicht, während er noch einmal auf den Stapel Bücher in seiner Hand blickte um sie dann wieder anzusehen. Sie schien es tatsächlich ernst zu meinen. Dass es ihr gut tat, nicht immer auf Konventionen achten zu müssen. Tatsächlich gab ihm das ein kleines bisschen Sicherheit.
Da redete sie weiter und mit einem Schlag fühlte er sich wieder genauso unsicher wie am Anfang. "Ja, ja natürlich",sagte er viel zu schnell, als sie ihn beim Vornamen nannte.
Sein Blick wanderte noch einmal kurz über die Bücherregale und blieb kurz an ihrem Gesicht hängen, bevor er wieder auf den Stapel Bücher sah. Er würde alles daransetzen, dass sie hier bleiben konnten. Alles!
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The Housekeeping

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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   So Okt 15, 2017 9:48 pm

Ob der Junge etwas taugte, das konnte Mr. Banks ihm eigentlich sofort ansehen und er sah dabei rein gar nichts. Der ungebildete, schmutzige Eindruck, den er auf ihn ausgeübt hatte, als er schon das Foyer seines Hauses betreten hatte, hatte sich seines Erachtens bestätigt und war keineswegs auch nur ein wenig abgeschwächt worden. Egal was der Junge sagte, es war Ochsenmist. Egal wie er sich benahm oder wie er sich bewegte. Ekelhaft.
Doch Richard versuchte es sich nicht allzu viel anmerken zu lassen und setzte stattdessen ein süffisantes Lächeln auf, bevor er eine Tür aufstieß und dem Jungen andeutete ihm zu folgen.
„Also Mr. Kelly…“, er sprach seinen Namen dennoch mit einer gewissen Abscheu aus, „Haben sie schon einmal im Dienst eines Herren gestanden? In einer Belegschaft eines Hauses gearbeitet?“ Er ging voraus, an einigen Zimmer vorbei, in denen es nach Lauge und seifigem Wasser roch, an einer offenen vorbei, in der gerade nasse Laken gepresst wurden, bevor sie in die Küche kamen und er dort ebenfalls eine Tür aufstieß.
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Phil Kelly

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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   So Okt 15, 2017 10:05 pm

Phil folgte dem Butler schweigend. Wenn er nicht genau gewusst hätte, was das hier für eine Chance war, wäre das um einiges schwieriger gewesen. Er hatte den abwertenden Blick des Mannes bemerkt und seine herablassende Art. Ja, er kam aus der Gosse. Das wusste er selbst, auch ohne das dieser Arsch ihn ansah, als wäre er eine Kakerlake. Hätte er ihn zu Hause in irgendeiner Kneipe getroffen, hätte er ihm gesagt, was er von seinen gestriegelten Haaren und der selbstgefälligen Art hielt.
So musste er sich allerdings zurück halten und als der Typ endlich das Wort an ihn richtete und ihn fragte, ob er schon einmal in der Belegschaft eines Hauses gearbeitet hatte antwortete er so freundlich wie möglich: "Natürlich. Das Haus war zugegebenermaßen ein wenig kleiner, aber damals habe ich mich auch fast alleine darum gekümmert." Der Kerl musste nicht wissen, dass es sich bei diesem Haus um zwei Zimmer in einer baufälligen Wohnung gehandelt hatte, in der ein ziemlich unordentlicher Kerl gehaust hatte, bei dem er einmal einen Winter untergekrochen war und sich dafür um alles gekümmert hatte. Inklusive ihm.
Er sah sich in der Küche um und wenn er ehrlich war, hatte er bei der Hälfte der Gegenstände keine Ahnung, wofür sie überhaupt gut waren. Aber das würde sich schon herausfinden lassen. Mit freundlichem Lächeln fügte er hinzu: "Also ja, ich habe Erfahrung."
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The Housekeeping

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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   So Okt 15, 2017 10:15 pm

Dieses Lächeln. Ugh.
Richard wollte sich nicht mit der Unehrlichkeit des Jungen aufhalten lassen, er sah ihn nur noch einmal mit einem abschätzenden Blick an, wandte sich dann ab und verdrehte die Augen, bevor er dann an die dickbusige Köchin Mrs. Wilkins trat und ihr mit leisen Worten, die der Junge kaum unter dem Brodeln der Töpfe und Scheppern der Küchenutensilien, zu verstehen mochte. Dabei gab er ihr grob die Informationen, die er von Mrs. Howlett erhalten hatte, sie nickte ihm eifrig zu und sah dann einen Moment zu dem Fremden, bevor sich der Butler wieder abwandte und dabei tatsächlich ein kleines zufriedenes Lächeln auf den Lippen hatte, bevor er dann wieder vor Mr. Kelly trat und dieses augenblicklich wieder verlor.
„Das hier…“, er deutete mit einem ausgebreitetem Arm in die Richtung der Köchin, die den Jungen abermals musterte, bevor sie weiter Teig knetete, „ist Mrs. Wilkins. Sie ist unsere Haushälterin, aber die meiste Zeit arbeitet sie in der Küche, in der du für die erste Zeit arbeiten wirst. Mir erscheint, dass du gut geeignet für die Reinigung des Hauses wärst… vor allem der Küche. Mit Tellerwaschen solltest du etwas anfangen können und nicht allzu viel Schaden anrichten bevor…“, seine Augen schlossen sich für einen Moment und er holte tief Luft als ob er sich selbst beruhigen wollte, „bevor der Herr des Hauses zurück kommt und euch ohnehin vor die Tür setzen wird“, fügte er dann um einiges leiser hinzu, nicht darauf achtend ob der Junge ihn gehört hatte oder nicht, bevor Mrs. Wilkins leise anfing zu kichern.
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   So Okt 15, 2017 10:23 pm

Phil nickte der Frau höflich zu. Immerhin würde sie wohl seine Vorgesetzte sein. Hoffentlich war sie ein bisschen weniger von sich überzeugt, als es der Butler zu sein schien.
Er nahm seine ersten Anweisungen entgegen. Natürlich bemerkte er, dass der Butler ihm mit Absicht den untersten Job hier vorsetzte und ihn damit wohl ärgern wollte, aber Phil war es völlig egal. Er würde sogar die Latrinen putzen, wenn er dafür hier bleiben könnte.
Doch dann redete der Kerl weiter und Phil stellte es die Nackenhaare auf. Er biss die Zähne zusammen, damit er ihm keine passende Antwort gab. Trotzdem ließ sein Blick für einen Moment wahrscheinlich keine Zweifel offen, was er von seinem Gegenüber hielt.
Während die Köchin anfing zu kichern, drehte er sich um und fing an, die schmutzigen Töpfe zusammen zu sammeln. Er würde hier bleiben. Irgendwie würde er diesen verdammten Hausherrn schon davon überzeugen, dass er ihn dabehielt.
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The Housekeeping

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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   So Okt 15, 2017 10:42 pm

Richard wollte gerade schon die Küche verlassen, als er sich doch eines anderen besann und den Jungen noch einen Moment beobachtete. Dann trat er mit klackernden Absätzen hinüber zu Mrs. Wilkins, die sich gerade eine braune Strähne zurück in ihren Dutt steckte und somit das bleiche Ohr freimachte, in das Richard hinein flüsterte.
„Hören Sie gut zu, meine Schöne“, Mrs. Wilkins errötete ein wenig und legte sich wieder leise kichernd die mehlige Hand an ihre runde rosa Wange, „geben Sie ein wenig Acht auf Mr. Kelly. Nicht, dass er etwas entwendet oder Ihnen zu Nahe tritt. Wie ich eben sagte… Mr. Steward hat ihn in der Gosse gefunden.“
„Natürlich, Mr. Banks. Und jetzt lassen Sie mich weitermachen, Sie Schlimmer… das Brot backt sich nicht von alleine“, sie schlug spielerisch mit einem Leintuch nach ihm, er wich aus und lächelte ihr leicht zu, dann würde er-
Richard hielt inne als ein Glöckchen am oberen Teil des dunklen Holzrahmens der Küchentür klingelte. Sein Lächeln verließ ihn sofort, bevor er dann zu Mr. Kelly ging und ihn anwies ihm zu folgen: „Das können sie später fertig machen, wie es aussieht ist Mr. Howlett soeben eingetroffen. Schnell.“ Er zog Kelly an seinem Oberarm nach oben und schubste ihn dann mit leichter Gewalt nach vorn, bevor er vorausging und ihn wieder durch die Botengänge im unteren Teil des Hauses nach oben führte, bis das hellere Licht des Foyers ihre Gesichter traf und sie aus einer Seitentür heraustraten und einen kleinerem Gang folgten, um dann im Foyer anzukommen. Dort öffnete Mr. Banks die Tür und wies den Kutscher, der vor der Tür stand an das Gepäck des Herrn nach oben zu bringen. Dann öffnete er die Tür der Kutsche und begrüßte Mr. Howlett.
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   So Okt 15, 2017 11:02 pm

Nicholas Howletts Ruf eilte ihm meisten schon voraus, zumindest in den Kreisen, in denen er sich bewegte. Die Personenschaft, die dabei noch nicht das Vergnügen gehabt hatte ihn kennen zu lernen, erwartete einen stattlichen Mann, gut gekleidet, gut ausgestattet mit allem was das Herz begehrte und vor allem gut informiert über die gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage Londons. Das stimmte natürlich alles, aber was noch alles an ihm gut war, darüber sprach man gelegentlich nur hinter verschlossenen Türen. Und auch wie er dann tatsächlich wirkte, wenn man ihm leibhaftig gegenüberstand.
Mr. Howlett betrat sein Heim in London, nachdem er die neblige Abenddämmerung Londons durchquert und nach einer beschwerlichen Fahrt über schmutzige Straßen endlich dem Elend der Gegend um die Themse entkommen war, wenig beeindruckt über die fehlende Freude seiner Angetrauten. Lorelei kam gerade die Treppen hinunter und versuchte ihn anzulächeln, doch er spürte wie falsch es mal wieder auf ihren geschminkten Lippen lag.
„Nicholas, ich dachte wir würden dich erst morgen erwarten-„
„Die Geschäftsgespräche sind doch früher zu Ende gegangen als erwartet. Wir sind schnell einer Meinung gewesen.“
Mr. Howlett war groß, schlank und seine Haut war blass, im Kontrast zu seinen dunklen braunen Haaren, das geschwärztem Eichenholz Konkurrenz gemacht hätte. Sein Blick war aufmerksam und wach, obwohl er eine anstrengende Reise hinter sich hatte, während seine wohlgeformten Lippen zu einem leichten Schmunzeln angeordnet waren. Er schien viel jünger zu sein, anders wie ihn die meisten erwarteten, wenn sie nur Hörensagen über ihn in Erfahrung gebracht hatten.
Seine blauen Augen huschten von ihr, hinüber zu Mr. Banks der gerade den Kutscher entlohnte und dann die Mädchen anwies das Gepäck zu verräumen, dann zu einem sehr verbraucht wirkenden Jungen, ehe sein Blick schließlich an dem blonden Burschen hängen blieb, der hinter seiner Frau vorsichtig die Treppen hinab geschlichen war.
„Hast du dir Haustiere zugelegt oder wer sind die beiden, die meinen Teppich beschmutzen?“, obwohl sein Ton unglaublich abfällig war, lächelte er schließlich und bleckte seine weißen Zähne, bevor er dann doch in freundlicher Manier dem abgerissenen braunhaarigen Mann die Hand hinhielt.
„Das sind Philipp & Michael Kelly. Mein Bruder Roland kam unverhofft zu Besuch und er meinte, ob sie nicht hier arbeit-„
„Natürlich… darüber sprechen wir später. Freut mich sie kennen zu lernen.“ Er schüttelte auch Michael die Hand und musterte ihn dabei, bevor er wieder einen Schritt zurück trat und seiner Frau einen Kuss aufdrückte.
„Nicht- Nicht vor unseren Gästen!“, sagte sie hastig.
„Entschuldige… ich konnte nicht anders“, Nicholas grinste abermals und strich ihr noch einen Moment über die Wange, bevor er sich wieder an die beiden Männer wandte. „Hat man Sie schon durchs Haus geführt und Ihnen eine Arbeit zugeteilt? Sonst wüsste ich nicht, was dagegen spricht. Wir haben ohnehin nach neuen Angestellten gesucht…“ Sein Blick blieb an Philipp hängen, sah ihn einmal ausführlich von oben bis unten an, bevor er sich seine Handschuhe mit Hilfe seiner Zähne auszog und dann langsam von seinen Händen abstreifte.
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Mo Nov 20, 2017 9:47 pm

Phil ließ die grobe Behandlung des Butlers über sich ergehen auch wenn er innerlich brodelte. Ihm war klar, dass es im Moment keine gute Idee war, sich ihn noch mehr zum Feind zu machen, da er ihn ja sowieso schon zu verabscheuen schien. Aber er merkte sich jeden Stoß, jeden herablassenden Blick, auch wenn er äußerlich völlig die Fassung behielt, ihn einmal sogar fast ängstlich ansah. Immerhin ließen einen diese Sadisten eher in Ruhe, wenn man ihnen das Gefühl gab, dass sie über einem standen. Falls er allerdings irgendwann einmal die Chance haben würde, würde er es diesem Mistkerl heimzahlen.
Als sie im Foyer ankamen, riss ihn allerdings ein anderer Anblick aus seinen Gedanken. Vor ihm stand ein Mann, den er sofort als Herr des Hauses erkannte. Seine Kleidung schien genauso teuer zu sein, wie die seiner Frau, doch das war nicht das beeindruckende an ihm. Es rundete nur das Bild ab. Nein, es war sein Auftreten. Er schien davon überzeugt zu sein, dass ihm die Welt gehörte. Und wahrscheinlich tat sie das auch. Er war reich, gutaussehend und hatte Macht. Etwas, von dem Phil nur zu gerne etwas abgehabt hätte.
Ihm war klar, das nun entschieden werden würde, ob sie hier bleiben durften. Dieser Kerl musste überzeugt werden, komme was wolle.
Er bemerkte aus dem Augenwinkel, dass auch Michael die Treppe nach unten kam. Hatte so wie es aussah Rowlands Schwester sprachlos angeschmachtet, während er sich von diesem Butler beleidigen durfte. Hoffentlich versaute er es ihnen nicht.
Nun schien auch Mr. Howlett sie zu bemerken. Was er sagte, war nicht gerade schmeichelhaft, aber Phil verzog keine Miene. Von ihm aus, konnte er ihn einen dummen Mistkerl nennen, solange er nur hier bleiben konnte. Er versuchte er, so arbeitsam wie möglich auszusehen und setzte einen ernsten, aber freundlichen Blick auf, als der Mann ihm schließlich die Hand schüttelte.
Phil konnte es kaum fassen, als er schließlich verkündete, dass sie hier bleiben konnten. Das war die Chance auf ein Leben außerhalb der Armut. Weg von der Straße.
Da bemerkte er plötzlich einen Blick. Wie der Mann ihn musterte und seine Augen einen Moment zu lange an ihm kleben blieben. Er besah sich den anderen ebenfalls, bevor sein einer Mundwinkel sich kaum merklich für einen Moment zu einem Grinsen verzog.
Vielleicht gab es doch noch eine andere Möglichkeit, sich seinen Platz hier zu sichern.
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Mo Nov 20, 2017 10:15 pm

Nicholas Lippen zuckten kaum merklich, als er das Grinsen des anderen bemerkte. Die Spitzen der Handschuhe noch an den Lippen, zog er sie von seinen Händen gab sie dann Mr. Banks in die Hände. Entweder schien Phil das gleiche zu denken wie er oder aber seine Menschenkenntnis schien ihn komplett im Stich zu lassen… Das wäre schließlich höchst unwahrscheinlich.
Dennoch wandte er sich ab und ließ sein Lächeln jäh verblassen, sobald er sich auch nur ein wenig von Mr. Kelly weggedreht hatte und nickte schließlich erst dem Butler, dann seiner Frau zu.
„Ich werde mich nach oben in mein Arbeitszimmer begeben“, sagte er beinahe beiläufig und schien schon wieder in Gedanken versunken zu sein. „Die letzten Vorbereitungen treffen, bevor… oh.“ Er blieb stehen, nachdem ein zwei Schritte nach vorn Richtung Treppe gegangen war und wandte seinen Blick zu seiner Frau. „Hattest du Ihnen bereits gesagt, dass wir nicht mehr lange hier residieren werden?“ Statt ihre Antwort abzuwarten sah er zu den beiden Mr. Kellys. „Wir werden den Herbst und den Winter auf dem Landsitz unserer Familie verbringen. Meine Mutter ist sehr krank und wir werden ihre letzten Monate an ihrer Seite verbringen.“
Loreley nickte, sie schien nicht traurig zu sein ihr jetziges Heim zu verlassen, sondern beinahe froh über die Veränderung zu sein. Zumindest hatte das Nicholas in den letzten Monaten bemerkt.
Bevor er jedoch weiter sprechen konnte, hörte er hinter sich Schritte und sah dann nach einem kurzen Blick in Richtung Wohnzimmer, dass dort Lore’s Bruder Rowland in der Tür stand und ihn beinahe erwartungsvoll ansah.
„Nicholas… oder Lord Howlett? Ist dir dein Titel lieber?“, er sah ihn einen Moment an, grinste dann, doch Nicholas spürte seine herablassende Art, die sogar seiner eigenen Konkurrenz gemacht hätte.
„Rowland… freut mich“, seine Stimme klang sarkastisch, doch er würde keine Sekunde vor diesem Schmarotzer Nettigkeit vorspielen. Nicholas sah zu wie sich seine rechte hob und er in einen Apfel biss. Er aß ihn genüsslich und schien sich um keine Antwort zu kümmern. Also hob Nicholas nur einen Moment die Brauen und schnaubte dann etwas verächtlich aus, bevor er ohne ein weiteres Wort an seinen neuen Angestellten und dem Butler vorbei ging und die Treppen nach oben schritt, keinen Blick zurück auf seine Gäste oder seine Frau.
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Mo Nov 20, 2017 11:17 pm

Seit zwei Wochen lebten sie nun auf dem Land. Phil konnte sich immer noch nicht daran gewöhnen, dass er eine halbe Stunde laufen musste, bis er zum nächsten Haus kam. Vorher hatte er London nie verlassen und es war eine komplett neue Erfahrung nicht dauernd von Menschen und Häusern umgeben zu sein. Schon allein die Luft zeigte ihm, warum reiche Menschen ein Landhaus besaßen. Hier starb wahrscheinlich nicht jeder zweite an der Schwindsucht.
Unter diesen Umständen ließ es sich richtig gut ignorieren, dass Mr. Banks, das dumme Arschloch ihm immer noch versuchte, das Leben zur Hölle zu machen.
Michael hatte es da einfacher. Er musste nicht in der Küche sitzen. Angeblich half er, das alte Haus auf vordermann zu bringen, aber Phil bemerkte, dass er immer wieder Bücher mit in sein Zimmer nahm. Als er ihn allerdings darauf ansprach, dass er es ja nicht wagen sollte, ihre Chancen hier zu zerstören, nur weil er ein paar tote Bäume stehlen musste, erklärte er ihm, dass ihm Mrs. Howlett die Bücher freiwillig lieh. Phil war sich nicht gerade sicher, ob er ihm glauben sollte, aber es schien, als würde niemand sich an den fehlenden Büchern stören. Trotzdem behielt er seinen Bruder scharf im Auge, auch wenn er es Mrs. Howlett fast zutraute. Sie lächelte ihn jedes Mal freundlich an, wenn er ihr zufällig über den Weg lief.
Ihren Mann allerdings sah er quasi gar nicht mehr. Eigentlich hatte er ihn schon in seine Pläne einbezogen. Vor allem jetzt, da Rowland mitten in der Nacht verschwunden war, ohne sich zu verabschieden. Jetzt da er wusste, wie vermögend seine Familie war, fand er es fast schade, dass sie sich damals dazu entschlossen hatten, einfach nur Freunde zu sein.
Aber es war wie es war. Und anscheinend hatte ihn sein Gefühl getäuscht. Mr. Howlett schien sich nicht im geringsten für ihn zu interessieren. Also würde er eben versuchen müssen, sich mit ehrlicher Arbeit nach oben zu arbeiten. Zumindest vorerst.
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Mo Nov 20, 2017 11:35 pm

Nicholas betrachtete die goldenen Weizenfelder, die sich hinter ihrer Villa erstreckten. Eine weites Grasfeld davor, dann begannen die Felder des Höfe in ihrer Nähe. Sein Vater hatte das immer verurteilt, Nicholas genoss es. Die Sonne glitzerte als die reifen Gräser schwer im Wind wogen, warmglühendes Licht wurde auf ihn, seine dunkel getönte Nickelbrille und sein weißes Hemd zurück geworfen, während die Nachmittagssonne sich langsam dazu entschied tiefer zu sinken.
Er zog an seinem Zigarillo. Der Rauch huschte über seine Oberlippe, verwehrte ihm einen Moment den Blick auf die Felder, bevor er seine Lider ein wenig senkte und seinen Blick dann langsam hinüber gleiten ließ. Außer Phil und Michael hatten sie noch einige Jungen vom Dorf angestellt, damit diese ihren Garten bewirtschafteten. Sie waren nur wochenweise hier.
Nicholas ließ seinen Blick über sie schweifen. Einer von Ihnen hatte sein Hemd auszogen, um sich Wasser über den Oberkörper zu kippen. Er erkannte, dass er doch älter war als er selbst. Doch kein Junge mehr. Ein Mann.
Er zog am Zigarillo, wieder kroch Rauch in Richtung des Himmels. Er ließ sich ablenken und dachte nicht mehr an den Mann, sondern an Phil, der einige Meter auf der anderen Seite des hinteren Teil des Hofes entlang ging und irgendetwas rauszutragen schien. Vielleicht Werkzeug, vielleicht half er auch beim Streichen des Westflügels. Nicholas scherte es nicht, er sah ihm stattdessen ungeniert und dann lautlos lachend hinterher. Wenn sich seine Muskeln so unter seinem Hemd anspannten. Eben auch ein richtiger Mann.
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Mo Nov 20, 2017 11:48 pm

Wie immer war er verdammt froh, wenn er die Küche verlassen konnte. Mr. Banks hatte ihn nach draußen geschickt um zu helfen einen der Schuppen zu reparieren, der über den Sommer wohl halb zusammen gebrochen war. Er hatte gerade das notwendige Werkzeug besorgt, als ihm auffiel, dass er den Hammer vergessen hatte und sich schnell wieder umdrehte um nochmal zurück zu gehen, als ihm dabei auffiel, dass er beobachtet wurde.
Mr. Howlett stand nur ein paar Meter von ihm entfernt und schien ihm amüsiert zuzusehen. Phil war sich ziemlich sicher, was er sich gerade noch angesehen hatte. Er nickte ihm respektvoll zu, aber unterließ auch dieses Mal nicht den das leicht herausfordernde Grinsen, dass er ihm schon am ersten Tag gezeigt hatte.
Mehr konnte er sich nicht erlauben. Immerhin war er schon einmal fast im Gefängnis gelandet. Aber wenn Howlett interessiert war, würde er es bemerkt haben.
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Di Nov 21, 2017 12:13 am

Nicholas hatte sich das Lächeln gemerkt. So wie das erste auch. Es löste ein Beben in seiner Brust aus, ein Gesang in seinem Kopf, wie konnte er es da so schnell verdrängen? Natürlich ging das nicht.
Er ließ Phil allerdings ungestört wieder ins Haus gehen und wandte sich dann nur langsam wieder den leicht im Wind wiegenden Feldern zu, die bald geerntet werden würden. Dann würden sie kahl daliegen und im Herbst vom Winter erzählen, der ihnen bevor stand. Man munkelte er würde schwer werden. Vielleicht schneite es sie auch wieder ein.

Schon auf der Reise hier her hatte Nicholas immer wieder Phil im Auge behalten. Michael weniger, der interessierte ihn wenig und schien auch eher das Spielzeug seiner Frau zu sein, als dass er ihn für sich nehmen konnte.
Einmal hatten sie die Pferde gewässert und halt gemacht. Es war ein trüber Tag gewesen und sie hatten am Rande eines kleinen Sees gehalten, der die Moorlandschaften dahinter ankündigte. Zum Glück hatten sie diese nur gestreift, denn dann hätte Nicholas für nichts mehr garantieren können.
Phil war am Rand gestanden und Nicholas hatte nur mit seinen Fingern leicht den samtenen Vorhang im Innenraum der Kutsche von den Fenstern weggerückt, um ihn besser beobachten zu können. Sein Atem hatte in der trüben Abendsonne gedampft, obwohl es nicht sonderlich kalt gewesen war. Die blasse Kehle hatte er gereckt, sicherlich war sein Nacken vom Ritt steif gewesen…

Nicholas rückte seine Brille zurecht und nahm einen letzten Zug seines Zigarillos. Er drückte ihn in einem gläsernen Aschenbecher aus, das ebenso kunstvoll bemalt neben einigen Teetassen stand, das draußen auf dem Gartentischchen gestanden hatte. Loreley saß auf einem der Stühle und las mal wieder und Nicholas ließ sie. Ignorieren war einfacher als ihr das Buch aus ihren dünnen Fingern zu schlagen.
Er sagte nicht, ging nach drinnen durch die Hintertür, die von der Terrasse in den Tearoom führte, und an Richard vorbei, der ihm nur einen kurzen Blick schenkte. Vielleicht hatte er gehofft, dass Nicholas anhielt und sich anhörte wie schrecklich die neuen Angestellten waren, doch er ließ es. Er ging durch eine weitere Tür und landete im Gang, den die Bediensteten benutzten, um ungesehen von A nach B zukommen. Er war ähnlich angelegt wie der in seinem alten Stadthaus in London. Doch weiter, unbelebter.
Seine Hand packte Phil im Nacken und drückten ihn mit dem Gesicht nach vorn gegen eine der steinernen Wände.
„Was geht wohl in deinem Kopf vor, hm?“
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Di Nov 21, 2017 12:33 am

Howlett hatte seinen winzigen Annäherungsversuch ignoriert. Aber er hätte auch kaum etwas anderes tun können, vor all den Leuten da draußen. Wahrscheinlich hatte er einfach Angst vor dem Gesetz. Denn so wie er ihn ansah...
Wie auch immer, so wie es aussah, hatte er ein ganzes Jahr Zeit um der Sache auf den Grund- eine Hand in seinem Nacken riss ihn unsanft aus seinen Gedanken. Er spürte wie die kalte Steinmauer gegen seine Wange gedrückt wurde und während er kurz nach Luft schnappte, überlegte er sich einen Moment, ob es wohl Banks war, der nun komplett den Verstand verloren hatte, als er hinter sich eine völlig andere Stimme hörte.
Anscheinend hatte er sich geirrt. Howlett hatte bemerkt, was er angedeutet hatte. Phil dachte schnell nach. War er wütend? Im ersten Moment sah es so aus, aber warum sollte er ihn an so einer einsamen Stelle abfangen? Anschreien oder feuern hätte er ihn auch vor der Tür können. Nein, Howlett war nicht wütend. Zumindest nicht nur.
"Da gibt es so einiges, über das ich mir Gedanken mache, Mr. Howlett",antwortete er ruhig, als würde er nicht gerade gegen eine Wand gedrückt. "Was genau wollen sie denn wissen?"
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Di Nov 21, 2017 12:53 am

Nicholas’ Daumen fuhr hart über Phil’s (Philipp, Philipe? Er konnte sich nicht mehr erinnern…) Nacken, während seine anderen Finger sich in sein blondes Haar vergruben. Er roch ihn, eine Mischung aus Angstschweiß und seinem natürlichen männlichen Geruch.
„Hm…“, er knurrte ihm in das linke Ohr, drückte seinen Kopf ein wenig zur Seite, sodass er ihm näher kommen konnte und in der Lage war direkt hinein zu flüstern. Er konnte die Anstrengung des Tages wahrnehmen, seinen verkrampften Nacken und die feuchten Perlen an seinem Hals. „Wie fühlt es sich denn an so unverschämt offensichtlich ein anzügliches Lächeln in meine Richtung zu schicken?“
Ihm entfuhr ein kaum hörbares Lachen, während seine Lippen sich wieder zu einem zufriedenen Lächeln auseinander zogen und ehe er sie zusammen führte wieder weiter sprachen: „Hast du keine Angst, Phil? Ich könnte dich anzeigen, du krankes Schwein.“
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Di Nov 21, 2017 1:03 am

Er schluckte und spürte wie sein Herz anfing schneller zu schlagen. Aber er kämpfte die Angst nieder. Sie brachte ihm im Moment nichts.
"Ich denke nicht, dass Sie das tun",antwortete er leise. "Ein Mann in Ihrer Position möchte doch keinen Trasch, oder nicht?"
Er war sich nicht sicher, ob Howlett bluffte und wenn ja, warum. Ob er einfach nur mit ihm spielte. Schließlich hätte er ihn doch sonst schon viel früher anzeigen können. Und warum hätte er ihn beobachten sollen? Weil er ihn verdächtigte ein Perverser zu sein? Nein, die Blicke hatten anders ausgesehen.
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Do Dez 21, 2017 7:25 pm

Von Oben konnte man Schritte hören, ein leises Pochen wie das eines Herzens auf dem Parkett über ihren Köpfen, das von einer weiteren Holzschicht und der Decke von Ihnen getrennt wurde. Nicholas hielt inne, seine Finger hatten noch immer Phil’s Haare in seinem Griff, jetzt fuhren sie langsam, aber fest an seiner Haut entlang und schlungen sich langsam um seine Kehle, während sein Blick nach oben gen Decke wanderte. Die anderen Finger umspielten seinen Kragen, zogen fester daran, sodass der Hals des anderen Mannes stark eingeengt wurde, allerdings fast schon spielerisch, auf keinen Fall lebensbedrohlich.
Nicholas Pupillen flitzten kaum bemerkbar hin und her, er horchte, dann lächelte er langsam, während sein Kopf noch im Nacken lag.
„Tratsch gibt es schon genug. Du glaubst doch nicht wirklich, dass mich das interessiert, Phil?“, er sah ihn endlich wieder an und fixierte ihn mit seinem Blick. „Ich könnte dir hier und jetzt den Schädel für deine Frechheiten einschlagen“, sagte er dann unvermittelt und das Lächeln verblasste bis er ihn ernst ansah. Eine gewisse Ehrlichkeit lag darin, die ihn selbst ebenfalls erschreckte. Was es nun tatsächlich so weit, dass er solche Dinge nicht einmal mehr mit einem Fünkchen Scham aussprach?
„Allerdings gibt es da einige Dinge, du für mich tun könntest, dann belasse ich es dabei für heute.“
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Do Dez 21, 2017 7:31 pm

Als sich die Finger des anderen um seine Kehle schlangen und er gelassen darüber redete, wie er ihm den Kopf einschlug, konnte Phil einen Moment die Angst nicht zurückhalten und schluckte nervös, bevor sich eine Gänsehaut auf seinem Körper ausbreitete.
Er hatte ebenfalls gehört, dass über ihnen jemand lief. Falls Howlett wirklich gefährlich sein sollte, konnte er vielleicht schreien. Aber einen Moment würde er noch warten. Vielleicht spielte er doch nur mit ihm.
Und tatsächlich, anscheinend hatte er nur große Töne gespuckt. Auch wenn er Phil immer noch fest im Griff hatte. "Was kann ich für Sie tun?",fragte er also ruhig, während das Adrenalin immer noch in seinen Schläfen pochte.
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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Do Dez 21, 2017 7:42 pm

Nicholas Lächeln kehrte nicht zurück. „Wir könnten damit anfangen, dass du meinen Schwanz lutschst, Schwuchtel.“ Mit diesen Worten griff er an seinen Gürtel und löste ihn mit einer Hand, während die andere noch immer fest um Phil’s Kehle geschlungen war.
„Roland hat mir alles erzählt“, sagte er, während sich sein Gesicht dem des anderen Mannes näherte, die Lippen unamüsiert zusammen gepresst, wenn er nicht sprach. „Dass du gerne wie ein Frau auf die Knie gehst. Ich hoffe du stellst dich so gut an, wie er mir berichtet hat, sonst muss ich doch ungemütlich werden.“
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Phil Kelly

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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Do Dez 21, 2017 7:56 pm

Phil hörte die bedrohlich gemurmelten Worte des anderen und sein Blick wurde noch emotionsloser. Das wollte er also. Nicht einfach nur Sex. Nein, er wollte damit seine Macht demonstrieren. Aber wenigstens würde er ihn danach wahrscheinlich laufen lassen.
Da redete er weiter. Das bisher kannte er. Doch nun spürte er einen Stich. Roland also. Eigentlich war er davon ausgegangen, dass sie sich mochten. Wieder einmal war er in diese verdammte Falle getappt. Hatte jemanden gern gehabt, nur weil er ein kleines Fünkchen Nettigkeit und Respekt hatte durchblitzen lassen.
"Natürlich, Sir",antwortete er mechanisch, bevor er seinen Worten Folge leistete und auf die Knie ging.
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Nicholas Howlett

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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Do Dez 21, 2017 8:04 pm

Während des Aktes legte Nicholas wieder seinen Kopf in den Nacken, entspannt und langsam auch wieder lächelnd. Seine Finger gruben sich hart in den Haarschopf seines Dieners, während seine Lider sich langsam öffneten und glasige Augen abermals nach oben sahen. Die Schritte waren noch immer zu hören, allerdings schienen sie nun eher gedankenverloren zu sein. Nicholas vermutete, dass es seine Frau war, dann waren sie allerdings ein wenig zu schwer dafür zu so einer femininen Frau zu gehören. Vielleicht war es auch Richard, der irgendein Zimmer hergerichtet hatte. Oder seine Mutter.
Seine Atmung war schwerer geworden. Phil war nicht schlecht, er schien geübt zu sein. Nicholas entließ ein kleines bittersüßes Keuchen, dass sich beinahe anhörte wie das, dass er bei Roland von sich gegeben hatte. Dieser Akt war allerdings ein anderer gewesen, spezieller, schonungsloser.
Er kam, zog noch ein letztes Mal fest an Phil’s Schopf, zwang ihn näher zu sich, ehe er ihn losließ und mit dieser flüssigen Bewegung seinen Kopf auch von seinem Schritt weg stieß und nach wenigen Augenblicken war sein Gürtel wieder geschlossen, die Hose wieder so gutsitzend wie zuvor.
„Gewöhn dich dran, Schwuchtel“, sagte er dann noch leise, fuhr sich sanft mit der Hand über die eigenen Haare und brachte sie wieder in Ordnung, bevor er sich abwandte und die Tür hinter ihm zuknallte. Er sollte noch einmal nach den Arbeiten draußen sehen, ob auch alles nach seinen Wünschen verlief…
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Phil Kelly

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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Do Dez 21, 2017 8:16 pm

Nachdem die Tür ins Schloss gefallen war, fuhr er sich mit dem Handrücken noch einmal über den Mund. Er war sich nicht sicher ob er sich in eine Ecke manövriert hatte, oder ob das was eben passiert war sogar etwas Gutes war. Auch wenn er sich widerlich fühlte. Seine Hände zitterten leicht, als er aufstand und er zwang sich, nicht an Roland zu denken.
Vielleicht konnten sie so hier bleiben. Gutes Essen, ein festes Dach über dem Kopf und nur einer, um den er sich kümmern musste. Es war besser als auf der Straße.
Auf einmal wurde sein Blick wieder klarer, die Schultern strafften sich. Er musste sich zusammenreißen. Sonst war er auch nicht so ein Waschlappen. Er schüttelte kurz den Kopf und ging dann los um den Hammer zu holen, um draußen den Schuppen zu reparieren.
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The Housekeeping

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BeitragThema: Re: Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!   Do Dez 21, 2017 8:31 pm

Richard saß auf seinem Bett in seinem Zimmer im Dachgeschoss. Das Fenster war geöffnet und eine leichte letzte Sommerbrise trat herein. Der Herbst würde bald über das Land kommen. Morgens war es schon immer nebliger, er wirkte unwirklich nach Monate langem ungewohnt gutem Wetter.
Gerade war er fertig geworden das Abendessen zu koordinieren und hatte den Jungs aus dem Dorf gezeigt welche Teile des Gartens sie noch vor Ende der Woche umgraben und winterfertig machen sollten, da gönnte er sich ein paar Minuten der Ruhe. Er wischte sich mit seiner Hand über die geschlossenen Augen und lehnte sich schlaff nach hinten gegen die Wand, als ob man ihm die Luft entzogen hätte und er nur noch eine Hülle von einem Mann wäre. Nun ja, so ganz falsch war das nicht.
In den folgenden Tagen ereignete sich eigentlich nicht außergewöhnlich viel. Mr. Howlett empfing einige Gäste. Die reisten schnell wieder ab, nachdem sie geschäftliches besprochen hatten. Und Richard hätte es niemals laut ausgesprochen, doch er war froh gewesen andere Leute im Haus zu haben, vor Allem wenn sich Mr. Howlett beobachtet fühlte.
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Klappe 1: bRACE YOURSELF! Winter is coming!!
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